Satte 12 Jahre hat sich Blizzard Zeit gelassen, um die Fortsetzung zu einem der erfolgreichsten und am sehnlichsten herbeigewünschten Echtzeitstrategie-Spiele auf den Markt zu bringen. Nun ist es nach zahlreichen Verschiebungen und Beta-Tests endlich soweit: StarCraft 2: Wings of Liberty ist erschienen. Wir haben uns den potentiellen Mega-Hit angesehen und verraten euch alle Details zum Spiel.
Hohe Ansprüche
Bereits 1998 erschien der erste Teil der Serie. Auch wenn man zwei Spiele und ein AddOn schwerlich Serie nennen kann, hat sich dennoch eine breite Fanbasis um das
StarCraft-universum gescharrt. Das liegt neben der tollen Solokampagne vor allem am herausragenden Multiplayermodus. Doch auch Fans von Mehrspielerschlachten sollten zunächst mit der Kampagne starten. Blizzardtypisch hat man nämlich auch in
StarCraft 2: Wings of Liberty eine packende Geschichte mit zahlreichen Wendungen und Höhepunkten integriert. Bereits während der Installation bekommt ihr erste Eindrücke von der Hintergrundgeschichte. In einer Diashow lauscht ihr der Geschichte des ersten Teils – ein sehr stimmungsvoller Einstieg.
Aus der Gefangenschaft
„Es heißt ein Mann kenne sich selbst nicht wirklich, bis man ihm die Freiheit nimmt. Ich frage mich: Wie gut kennen sie sich selbst?“ Mit diesen Worten werdet ihr Zeuge, wie ein Häftling eines Hochsicherheitsgefängnisses in die Freiheit entlassen wird. Nun ja, vollends aus dem Schneider scheint der muskelbepackte Hüne nicht zu sein.
„Häftling 626. Heute kommen sie frei. Doch bald werden sie sehen, selbst Freiheit hat ihren Preis." Welche Rolle Gefangener 626 in den Geschehnissen von
StarCraft 2: Wings of Liberty spielen wird, verraten wir euch natürlich nicht. Neben dem Exknacki Tychus werdet ihr auf eurer Odyssee auf weitere Charaktere treffen. Ob sie freundlich gesinnt sind oder nicht, werdet ihr erst im Spielverlauf herausfinden müssen. Einstweilen jedoch genießen wir die schicken Rendersequenzen, von denen ihr in
StarCraft 2 einige bestaunen dürft. Unter anderem auch die folgende Szene...
Rebellendasein
Jim Raynor, ehemaliger Sherriff und Anführer einer kleinen, aber dennoch hoch motivierten Rebellenarmee, sitzt in einer armseligen Kneipe auf Mar Sara fest und genehmigt sich einen Drink nach dem anderen. Mit müdem Blick verfolgt er eine Nachrichtensendung, die ihn des Verrats an der Liga und gar an der ganzen Menschheit beschuldigt. Verärgert über die Propaganda des tyrannischen Herrschers Mensk zieht der Weltraumcowboy die Pistole und lässt den Fernseher verstummen. Vier Jahre inzwischen versucht Raynor Diktator Mensk zu stürzen, bisher ohne großen Erfolg. Dieser tyrannische Despot ist unserem Helden schon lange ein Dorn im Auge, hat er doch Raynors einzige Liebe Sarah Kerrigan auf einem entlegenen Planeten den Horden der Zerg geopfert. Doch an Stelle eines gnädigen Todes wurde sie zu einer der ihren gemacht. Wiederbelebt als die Königin der Klingen, herrscht sie bereits seit geraumer Zeit über die evolutionären Kreaturen und bereitet der Menschheit die Hölle auf Erden. Da ist es nur verständlich, das der alternde Cowboy mit aller Kraft versucht, Mensk ein Schnippchen zu schlagen. Mit einem sarkastischen Kommentar leitet dieser daher den Angriff auf einen Außenposten der Liga ein – die erste Mission in
StarCraft 2: Wings of Liberty beginnt….
Der erste Schritt
Aller Anfang ist schwer, das weiß auch Jim Raynor als Anführer der Rebellentruppe. Daher gilt es zunächst Unterstützung zu finden. Auf einem kleinen Planeten am Rande des Systems regt sich schon seit geraumer Zeit hartnäckiger Widerstand gegen den Despoten Mensk. Ein gefundenes Fressen für die Rebellen, denn nur eine Hand voll Besatzer stehen der Freiheit der dortigen Bevölkerung im Weg. Sofort begeben wir uns auf Reise dorthin und werden Zeuge eines erschreckenden Szenarios. Die Straßen zum Hauptquartier der Liga sind gezeichnet vom Bürgerkrieg. Ausgebrannte Häuser und Autowracks säumen den Weg zum Hauptquartier. Überall sehen wir Plakate auf denen Mensk seine Propaganda verkündet – einige davon durch Widerständler mit Parolen beschmiert. Vereinzelte Zivilisten begrüßen unseren Einmarsch in die Stadt, wieder andere warnen uns vor den dort stationierten Truppen. Holoboards, kleine Videoplattformen mit Videobotschaften des Diktators, säumen den Weg. Um die Bevölkerung von unserem Vorhaben zu überzeugen, verarbeiten wir diese kurzerhand zu Kleinholz. Das zahlt sich gegen Ende des Levels aus: Die Einwohner der Stadt fassen sich ein Herz und reißen die Basis der Besatzer mittels Molotowcocktails ein. Unsere Aufgabe ist erfüllt, wir haben neue Verbündete wurden gewonnen.
Abwechslungsreichtum
In den folgenden Missionen werden wir Aufgaben dieser Art – zerstöre die gegnerische Basis - nur selten wieder erleben. Die Kampagne von
StarCraft 2: Wings of Liberty bietet mehr Abwechslung als jedes andere bisher erschienene Echtzeitstrategiespiel. Ein Beispiel gefällig? In einer der späteren Missionen informiert uns Ex Knacki Tychus über einen sehr lukrativen Auftrag. Die geheimnisvolle Vereinigung Möbius ist an der Erforschung seltener Alien–Artefakte interessiert. Zufälligerweise befindet sich auf einem nicht weit entfernten Planeten in einer verfallenen Stadt ein eben solches. Leider wird es von einer kleinen Schar fanatischer Protoss bewacht. Und als wäre das noch nicht genug, müssen wir dort angekommen erfahren, dass sich die Zerg ebenfalls auf in der Nähe niedergelassen haben. Scheinbar sind auch sie an der Eroberung des Artefakts interessiert. Mit entsprechend großem Aufgebot belagern sie die hoffnungslos Unterlegene Protossbasis. Unser einziger Vorteil: Wir haben unsere Basis auf der anderen Seite der Ruinen aufgeschlagen und diese ist weit weniger stark befestigt als die andere. Nun müssen wir also nur noch vor den Zerg am Artefakt ankommen und wir haben die Mission erfüllt. Ganz so einfach wird das freilich nicht. Die Zerg schicken immer wieder kleine Angriffstruppen, um unser Voranschreiten zu bremsen und auch die Protoss haben die eine oder andere Falle auf dem Weg zum Objekt der Begierde aufgestellt.
In der folgenden Mission bekommen wir von Tychus abermals einen Hinweis auf ein gewinnbringendes Unternehmen. Die Liga hat auf einem entlegenen Außenposten mehrere alte Zugstrecken freigegeben. Dort sollen wertvolle Güter und neuartige Technologie transportiert werden. Uns fällt nun die Aufgabe zu, eben jene Züge zu überfallen. Natürlich ist die Liga mit unserem Vorhaben ganz und gar nicht einverstanden und veranlasst entsprechende Gegenmaßnahmen…
Erinnerungen eines Freundes
Zu Anfang eurer Rebellenkarriere werdet ihr vor allem gut bezahlte Aufträge annehmen. Diese bilden allerdings nicht das Hauptgerüst in
StarCraft 2: Wings of Liberty. Nach einigen erfolgreichen Aufgaben bekommt ihr Besuch von einem alten Freund. Zeratul, ein sehr alter und überaus mächtiger Vertreter der Protossspezies, findet sich zur Überraschung der hiesigen Besatzung auf dem Flaggschiff der Rebellenarmee - der Hyperion - ein. In seinen Augen ist blankes Entsetzen zu erkennen. Mit Nachdruck versucht er, Raynor vor einer bald bevorstehenden Bedrohung zu überzeugen. Nachdem der Protossälteste dem verdutzten Jim einen Kristall in die Hand gedrückt hat, verschwindet er spurlos. In dem überreichten Kleinod stecken die Erinnerungen Zeratuls. Offenbar hat er einen Blick in künftige Ereignisse werfen können. Fortan werden die „Hauptmissionen“ über diesen Kristall angezeigt.
In
StarCraft 2: Wings of Liberty werdet ihr lediglich eine Kampagne finden. Zerg und Protoss bekommen ein jeweils eigenes Spiel spendiert. Der Umfang hat sich im Vergleich zum Vorgänger jedoch nicht verändert. Wer alle Nebenmissionen erfüllen möchte, wird rund 25 Stunden beschäftigt sein. Laut Aussagen der Entwickler soll bereits im nächsten Jahr die zweite Kampagne auf den Markt kommen.
Die Hyperion
Wie bereits beschrieben, stellt die Hyperion das Flaggschiff der Rebellenflotte dar. Neben beachtlicher Feuerkraft bietet sie ausreichend Platz für Offiziere und Forscher der abtrünnigen Armee und dient daher gleichzeitig auch als Kommandozentrale. Raynor kann sich zwischen den Missionen frei auf dem Schlachtschiff bewegen. Insgesamt könnt ihr vier verschiedene Bereiche betreten: Die Brücke, die Schiffsmesse, das Forschungslabor sowie das Arsenal. Erstere dient vor allem zur Auswahl der Missionen. Per Sternenkarte bekommen wir alle aktuell verfügbaren Nebenaufgaben angezeigt, alle bringen neben einem ansehnlichen Obolus auch Forschungspunkte ein. Diese könnt ihr im Forschungslabor gegen besondere Technologien eintauschen – natürlich nur wenn genug Punkte gesammelt worden sind.
Zerg und Protoss bieten jeweils andere Arten von Technologie, allesamt jedoch höchst erstrebenswert. Gleiches gilt für die Verbesserungen im Arsenal. Dort wir euch die Möglichkeit geboten, eure aktuelle Kriegsmaschinerie weiter aufrüsten zu lassen. Space Marines könnt ihr beispielsweise eine dickere Panzerung spendieren oder Sanitäter mit besseren medizinischen Geräten ausstatten. Nach einem langen Tag Arbeitstag jedoch gibt es nicht schöneres, als in der Schiffsmesse zu verweilen. Neben allerlei hochprozentigen Getränken habt ihr dort auch eine ansehnliche Musikauswahl in der Jukebox. Auf einem Bildschirm könnt ihr die neusten Nachrichten verfolgen und in der Ecke wartet ein Videospielautomat nur darauf von euch benutzt zu werden – hier wird ein Spiel im Spiel geboten. Solltet ihr dennoch nicht aufhören können an die Arbeit zu denken, könnt ihr auch gleich dem Söldnermakler einen Besuch abstatten. Hier müsst ihr verschiedene Arten von Truppen anheuern, allesamt besonders stark und ausdauernd.
Mehrspielerfreuden
Bis heute wird der erste Teil – vornehmlich in Fernost – übers Internet und im LAN-Modus gespielt.
StarCraft 2: Wings of Liberty bricht mit dieser Tradition. Der LAN-Modus hat im neuen Ableger ausgedient. Wollt ihr mit Freunden und Bekannten spielen, müsst ihr den Umweg über das Battle.net gehen – umständlich, aber nachvollziehbar. Weit ärgerlicher ist die Zwangsregistrierung des Spiels auf eurem Battle.net Account. Im Klartext heißt das: Ein Weiterverkauf von
StarCraft 2 ist ausgeschlossen. In Anbetracht der Tatsache, dass das Spiel jedoch einen hervorragenden Multiplayermodus anbietet, ist das vielleicht zu verschmerzen.
Insgesamt warten über 60 Karten darauf, von euren Truppen bekriegt zu werden. Die gut ausbalancierten Völker, von denen jede individuelle Stärken, Schwächen und Taktiken besitzt, sorgen auch nach etlichen Schlachten noch für hohen Spielspass. Damit ihr nicht zu Anfang von professionellen Spielern auseinander genommen werdet, bietet das Battle.net verschiedene Möglichkeiten zur Eingewöhnung. Zum einen könnt ihr mit anderen Spielern zusammen gegen den Computer antreten. Dank verschiedener Schwierigkeitsgrade könnt ihr so erste Erfahrungen mit dem Umgang der jeweiligen Rasse sammeln. Darüber hinaus dürft ihr bis zu 50 Spiele in der Übungsliga bestreiten. Die hier ausgetragenen Scharmützel bleiben ungewertet und bieten besonders einsteigerfreundliche Szenarios.
Ausgezeichnet mit den folgenden GameRadio-Awards:


