Was haben Spiele wie Grand Theft Auto, Morrowind oder K.O.T.O.R. gemeinsam? Genau, allesamt machen sie es dem Spieler möglich durch eine unglaubliche Aktionsfreiheit das Spiel immer wieder neu zu erleben. Es gibt viele verschiedene Lösungswege der Haupt- und Nebenquests und immens viel zu entdecken. Wenn einem jedoch nicht danach ist, sich wochenlang mit demselben Spiel zu beschäftigen, der kann genauso im Schnelldurchlauf durch die Level spurten. Zu genau diesen Spielen zählt seit dem Jahr 2000 der futuristische Shooter Deus Ex. Er verband geschickt die Elemente eines Rollenspiels mit denen eines Action-Spiels. So konnte man zum Beispiel entscheiden, ob man sich lieber rambomäßig durch die düsteren Straßen der Zukunft schoss, oder lieber wie Sam Fisher die Feinde elegant umschlich. Genau das setzt nun der zweite Teil fort, welcher zwanzig Jahre später spielt.
Eine düstere Zukunft...
Chicago im Jahr 2052. Alles geht seinen gewohnten Gang. Menschen schlendern durch die Häuserschluchten, Autos brausen vorbei und Schnee rieselt sanft hinab auf die Erde. Plötzlich huschen vier kleine Wachroboter um eine Ecke in Richtung Stadtzentrum. Alarmsirenen fangen an zu Heulen, Frauen, Männer und Kinder rennen schreiend durcheinander und Chaos bricht aus. Ein Attentäter zündete eine Gift-Bombe mitten in Chicago. Die Stadt wird komplett verwüstet. Dort an der Tarsus Akademie studiert auch der junge Alex, dessen Kontrolle ihr wenig später übernehmen werdet. Er kann gerade noch rechtzeitig mit einigen anderen in einem Hubschrauber nach Seattle fliehen, wo die Tarsus Akademie ein weiteres ihrer Labore hat. Doch kaum angekommen erfolgt ein weiterer Anschlag. Eine der Tarsus Wachen kommt durch eine Explosion im inneren des Gebäudes ums Leben. Diesmal sind die Täter klar: Einige Anhänger der „Kirche der Ordnung“ haben sich in den Komplex eingeschlichen und die Bombe gezündet. Alex muss nun aus dem Labor entkommen und den Drahtziehern der Anschläge auf die Schliche kommen. Hierbei wollen ihn sowohl die Kirche, als auch die Welthandelsorganisation (WTO) auf ihre Seite bringen. Im Laufe des Spiels entscheidet ihr dann durch die Wahl der einzelnen Missionen und durch euer Verhalten, ob ihr nun auf Seiten der Kirche oder des WTO kämpft.
Männlein und Weiblein
Das Spiel beginnt in einem Apartement des Tarsus Komplex in Seattle, nach dem ersten Anschlag. Ihr könnt wählen, ob ihr lieber als Frau oder als Mann spielen wollt. Beides hat in bestimmten Situationen Auswirkungen auf die Lösungswege der Missionen. Zum Beispiel lässt euch ein schwuler Clubbesitzer nicht herein, wenn ihr weiblicher Natur seid. Dann müsst ihr euch einen anderen Weg suchen. Doch nicht nur dort habt ihr verschiedene Möglichkeiten, wie ihr den Missionsablauf gestaltet. Grundsätzlich entschiedet ihr, ob ihr euch mit Waffengewalt den Weg frei ballert, oder behutsam und heimlich durch Umwege und Listen ans Ziel kommt. Letzteres ist übrigens eindeutig einfacher, denn die Feuergefechte sind durch die etwas träge Steuerung sehr undynamisch. Schnell beißt ihr ins Gras, wenn ihr mal schnell Deckung suchen wollt, oder ein Bösewicht schneller die Knarre zieht als ihr. Dann heißt es Spielstand laden, und das kann ab und an schon mal an die 20 Sekunden dauern.
Bio-Mods und Multitools
Eines der Features, welche es euch möglich machen, die Missionen auf unterschiedliche Weise zu meistern, sind die sogenannten „Bio-Mods“ (insgesamt gibt es 15 Stück davon). Diese findet oder kauft ihr im Laufe des Spiels und setzt sie euch in euren virtuellen Körper ein. Dann könnt ihr beispielsweise für eine begrenzte Zeit unsichtbar werden, im Dunkeln sehen, böse Roboterdrohnen steuern oder euch in ein elektronisches Türschlosssystem hacken. Diese Bio-Mods können auch noch aufgerüstet werden. Außerdem gibt es viele Gegenstände, die euch den Weg durch die futuristischen Gegenden erleichtern. So zum Beispiel die Multitools. Das sind mitunter die wichtigsten Gegenstände im Spiel, denn mit ihnen knackt ihr Schlösser aller Art oder zerstört Wachkameras. Jedes dieser Mulitools lässt sich jedoch nur einmal benutzen, also solltet ihr immer eines in Reserve mit dabei haben. Sehr „nett“ ist auch die Vampir-Drohne. Mit ihr könnt ihr, nachdem ihr einen Feind ausgeschaltet habt, dessen Blut aussaugen, was euch neue Lebensenergie verleiht.
Auch Knarren dürfen nicht fehlen
Wer es gerne etwas rabiater mag, der hat die Wahl zwischen 13 verschiedenen Waffen- und Granatentypen. Von der normalen Pistole, über das Scharfschützengewehr, die Laserwumme, bis zur Haftmine sind sämtliche Ballermänner vorhanden. Diese können, genau wie die Bio-Mods aufgerüstet werden. Dann ist ein Maschienengewehr wahlweise nicht mehr so laut, oder die Schussfrequenz wird erhöht.
Wie in Splinter Cell
Bei der Grafik verhält es sich ähnlich wie beim Kollegen Sam Fischer. Da nämlich dieselbe Grafik-Engine benutzt wurde, bestaunt ihr scharfe Texturen, tollte Effekte, wie Rauch und Explosionen und natürlich die phantastischen Licht- und Schattenspielereien. Wenn ihr eine Blumenvase über eine Lampe werft, dann huscht ein Schatten absolut korrekt über die Decke und die jeweilige Umgebung. Auch das Physiksystem überzeugt. Jeder Gegenstand den ihr verschiebt, werft, kippt, oder einfach nur anrempelt, fällt je nach Gewicht und Größe unterschiedlich um. Leider nicht immer ganz richtig... denn schießt ihr zum Beispiel einen toten Feind nochmals an, dann fliegt der schon mal bis gegen die nächste Wand. Das hat man bei Max Payne 2 schon besser gesehen. Auch die Animationen der Charaktere wirken etwas hölzern und beim Reden sind die Gesichter alle etwas leblos.
Sound
Die sterilen Gesichtsanimationen werden durch die exzellente Synchronisation wieder wett gemacht. Alle Sprecher passen gut zu den Figuren und klingen sehr professionell. Die Musik und die Geräusche im Spiel tragen auch einen großen Teil zur futuristischen Atmosphäre bei. Habt ihr dann noch ein 5.1 System um euch aufgebaut, taucht ihr vollkommen in die Welt von Deus Ex ein.
Minimale Voraussetzungen:
CPU: 1,2 Ghz
RAM: 256 MB
Grafikkarte: 32 MB, Geforce 3 oder besser; Geforce-4-MX-Karten werden nicht unterstützt
Festplattenspeicher: 2 GB
Unterstützte Betriebssysteme: Windows 98SE/2000/XP
Empfohlene Voraussetzungen:
CPU: 1,5 Ghz
RAM: 512 MB
Grafikkarte: 64 MB, DriectX-9-kompatibel
Festplattenspeicher: 2 GB
Ausgezeichnet mit dem GameRadio.de Gameplay-Award
Ausgezeichnet mit den folgenden GameRadio-Awards:
