Tomb Raider 1 ist der erste Teil der legendären Reihe. Lara Croft, die Heldin des Spiels und Traum aller Zocker, wurde blitzschnell bekannt und hat heute weltweit einen unerreichten Status. Wir schauen für euch zurück und ziehen Bilanz.
Mein Name ist Croft – Lara Croft
Lara Croft, die Tochter von Lord Henshingly Croft, schloss mit 21 Jahren ihre Schulausbildung ab. Als sie mit einem Flugzeug im Himalaya abstürzte und sich durch lebensfeindliche Gebiete schlagen musste, entschied sie sich, Archäologin zu werden. Um Geld zu verdienen, mit dem sie ihre Reisekosten decken konnte, schrieb sie allerhand Bücher über ihre Reisen und Funde. So wurde sie nicht nur für ihre archäologischen Entdeckungen berühmt, sondern machte sich auch durch die Herausgabe von Reisetagebüchern und Protokollen ihrer archäologischen Auswertung einen Namen.
Lara bekommt den Auftrag, nach einem verschollenen Artefakt zu suchen. Das Artefakt hat die Macht, eine mächtige Alienrasse wiederauferstehen zu lassen. Und Lara muss – wie sollte es anders sein – dies verhindern. Dabei begibt sie sich durch kalte Höhlen, grüne Hochebenen und durch die Brutstätte der Aliens. Doch nicht nur Lara ist hinter dem wertvollen Schatz her: Eine verrückte Frau, die sich Vorteile durch die Wiederauferstehung erhofft, ist ihr dicht auf den Fersen.
Springen, Hüpfen, Schießen
Lara muss auf ihrer Suche nach dem Artefakt an einige ungewöhnliche Orte reisen. Die einzelnen Orte sind in Levelabschnitte unterteilt. Das Ziel jedes Abschnittes ist klar: Erreiche das Abschnittsende – lebendig. Und sollte sich die Energie der Dame mal dem Ende neigen, dann hilft ein Medipack (klein oder groß) und sie läuft wieder wie geschmiert. Der Verlauf ist geradlinig. Es gibt nur einen Weg und den müsst ihr gehen. Dabei gilt es zumeist, Abgründe zu überwinden, Gegner aus dem Weg zu räumen und Extras einzusammeln. Was sich einfach und öde anhört, ist im Spiel aber höchst spannend und knifflig.
In jedem Level sind zudem sog. „Secrets“ verteilt. Dabei handelt es sich um kleine Drachen, von denen es immer nur eine bestimmte Anzahl gibt. Wer alle Secrets gesammelt hat (und das ist keine leichte Aufgabe, da sie oft an den unmöglichsten Orten versteckt sind), bekommt am Ende des Levels eine Belohnung (z.B. Extrawaffen, Munition, Medi-Packs und andere Goodies).
Quadratisch, praktisch, gut
Wenn man heute von „super Grafik“ hört, denkt man meistens an Power-Spiele wie z. B. „Far Cry“, „Half Life 2“ oder „Doom 3“. Verpixelte 640x480 DOS-Anwendungen will keiner mehr auf seinem Rechner haben und WinXP macht es nicht einfacher, solche Spiele zum Laufen zu bekommen. Doch es geht (Links wie immer neben dem Artikel)!
Und Recht hat man mit so einer Verurteilung auch keinesfalls. Denn wenn man Tomb Raider 1 in der Relation zu damals sieht, dann muss man zwangsläufig feststellen, dass es DOS-Verhältnisse wirklich tolle Grafik bietet. Die Welt von Ms. Croft ist mit Quadraten aufgebaut: Alles ist irgendwie quadratisch, oder zumindest teilweise. Das ist zum einen sehr gewöhnungsbedürftig. Zum anderen aber erleichtert diese Einteilung das Spiel enorm. So werden Sprung-Weite, Anlauf- und Festhaltegelegenheiten und Hangelpartien absehbar und der Weg ist vorgegeben.
Wem allerdings die pixelige Plattengrafik Grund gibt, dass Spiel nicht mal mit einer Pinzette anzufassen, für den gibt es Abhilfe: Ein Patch poliert die Grafik auf und macht das Spiel so für die Emanzipierten unter uns erträglich.
EAX und 5.1?
Wer je einen Tomb Raider-Teil gespielt hat, weiß, was das „Tomb Raider-Theme“ ist (die Unwissenden schämen sich und gucken in unsere „Game-Music“-Abteilung): Ein fantastischer Track, der jedem Fan einen Schauer über den Rücken jagt. Dieses Theme ist vertraut, es klingt gemütlich. Und wenn man dann von einem harten Lara-Arbeitstag nach Hause kommt und wieder einmal die Welt gerettet hat, kommt diese Musik genau richtig: Man fühlt sich zu Hause, geborgen und in Sicherheit. Aber auch die anderen Hintergrund-Tracks sind interessant: Mal aufgeregt, mal verlockend („Ist da jemand?“) wird die Stimmung hier beeinflusst.
Eine Sache gibt es dennoch zu bemängeln, die aber nicht mehr viel am Gesamteindruck ändert: Die Gegner werden mit sog. „Triggern“ ausgelöst (ähnlich wie ein Knopf). Manchmal kommt ein Geräusch, das einen Gegner einleitet. Wenn dieser jedoch aus- und hängen bleibt, ist der Überraschungseffekt verdorben.
Die Geräusche im Spiel klingen nicht sehr rein, was wohl an dem Alter des Spieles liegt. So ist ihr Stöhnen zum Beispiel nicht so schön und klar wie in den folgenden Teilen. Die Waffengeräusche klingen realistisch, sind jedoch von gleicher Qualität wie eben beschriebenes Stöhnen. Selbstverständlich gibt es weder EAX- noch 5.1-Unterstützung. Aber das nimmt man einem solchen Spiel aus der Zeit nicht übel, oder?
Hasch mich, ich bin ein Cybergirl!
Die Gegner in Tomb Raider 1 sind allesamt in Brehms Tierbuch zu finden. So trefft ihr z.B. auf Tiger, Löwen, Stiere, Menschen, …(bis auf die Fantasie-Wesen gegen Ende). Alle greifen meist sofort an und wollen die Waffen spüren. Allerdings gibt es, wie oben bereits erwähnt, auch Schwächen: Gegner fangen z. B. erst spät an zu laufen, obwohl sie sichtbar sind (sie stehen in der Gegend rum). Sie folgen einfachen Scripten und diese sind nur gegen Lara gerichtet. Anstatt sich zu verschanzen, laufen sie unserer Heldin rigoros ins Mündungsfeuer und ziehen dabei meist den Kürzeren. Gegnerintelligenz? Fehlanzeige!
Bring sie zum Schweigen
Das Waffenarsenal unserer Cyber-Schönheit umfasst einige Wummen, die man gerne sprechen lässt: Die Pistolen sind immer mit dabei und ihre Munition geht auch nie zur Neige. Wenn man gerne schlagkräftig argumentiert, kann man auch mal die Magnum oder die Desert-Eagle aus dem Rucksack holen. Für die Unersättlichen gibt es ein Maschinengewehr, das sich besonders bei mehreren Feinden eignet. Die Waffen sind selbstverständlich nicht so gut wie in den neusten Spielen, Lara lädt nie sichtbar nach und das Auto-Aiming ist nicht abstellbar. Dennoch können einige Gegner auch Kopfzerbrechen bereiten, so dass selbst ein Profi mehrmals lädt, bevor er die Stelle geschafft hat.
Ein kleiner Tip: Am Besten immer mit gezogenen Pistolen (unbegrenzt) durch die Level streifen. So spart ihr Munition und könnt immer drauf losballern.