Das wohl verrückteste Detektivpaar ist zurück: Sam & Max: The Penal Zone lässt den Hasen und seinen Kollegen wieder auf die Bildschirme zurückkehren. Telltale Game hat das witzige und irre Ermittlerteam der Freelance Police wieder aufleben lassen. Wir haben uns die erste von fünf Episoden aus der dritten Staffel genauer angeschaut und zeigen euch in unserer Review, was euch erwartet, und ob das Spiel einen Kauf wert ist.
Er kommt in Frieden – oder auch nicht?
Sam und Max sitzen gefangen in der Zelle eines Raumschiffes, ein Maulwurfmensch schläft in einer Zelle nebenan. Ein hübsches Mädchen wird ebenfalls festgehalten. Der Übeltäter ist scheinbar ein irrer Gorilla aus dem Weltall mit dem Namen Skunkape. So werdet ihr in
Sam & Max: The Penal Zone geworfen. Ein riesiges Gehirn gibt euch Anweisungen und macht euch mit der Steuerung des Adventures vertraut. Während dieses kleinen Tutorials schickt ihr den bösen Weltallgorilla zurück in seine Dimension – alles schön und gut.
CUT. Max erwacht gerade aus einer Vision, in der er genau das gesehen hat, was ihr gerade durchgespielt habt. Ein Raumschiff landet in eurer Straße und ein riesiger Weltraumaffe – Skunskape – steigt heraus. Kurz darauf: Erneut ein CUT. Versuch Nummer drei, einen vernünftigen Einstieg in die Story zu finden. Max findet ein Gerät, mit dem er in die Zukunft blicken kann – ein Artefakt, welches Skunskape unbedingt in seine Finger bekommen möchte. Kurz darauf hat Max erneut seine Vision und Skunskape erscheint wirklich auf der Erde. Allerdings scheint er gar nicht so böse zu sein – zumindest gibt er das vor. Leider fällt dies niemanden außer den beiden Profi- Ermittlern auf. Daher macht ihr euch daran, Skunskape zu überführen und die Welt vor dem Gorilla – welcher natürlich nicht mit Affen verglichen werden möchte, da dies rassistisch sei – zu retten.
Abgedreht und erfolgreich
Wie Fans der Serie sicherlich wissen, setzen Sam und Max nicht wirklich auf Ernsthaftigkeit. Natürlich wollen die beiden den Fall lösen, doch ständig hat der Hase oder der überfütterte Detektiv einen miesen Spruch auf Lager. Bereits im Intro dürfte euch klargeworden sein, dass dieses Adventure vor allem auf abgedrehten Humor setzt. Sowohl die Story, als auch die Charaktere selbst – ob nun gut oder böse – werden auf eine möglichst skurrile und unterhaltsame Weise eingeführt. Doch für diejenigen, die noch nie etwas von der Freelance Police gehört haben, in deren Rolle ihr in
Sam & Max: The Penal Zone schlüpfen dürft, gibt es hier eine kleine Vorstellungsrunde:
Sam ist ein übergewichtiger Hund, der sich in typische Detektivklamotten geworfen hat: Anzug, Hut und Hemd mit Krawatte, alles in schlichten Grau gehalten. Er ist Teil des Ermittlerduos und übernimmt dabei den etwas ernsthafteren Part. Allerdings hat er eine enorme Schwäche für alles, was man essen kann – und Anspielungen hierauf verträgt er keineswegs. Sobald im Spiel Essbares gesichtet wird, verfällt Sam seiner Sucht. Dennoch gibt er im Großen und Ganzen einen berechnenden und durschauenden Cop ab, der bereits in früheren Episoden den einen oder anderen Fall grandios gelöst hat.
Max dagegen ist ein kleiner weißer Hase, der immer wieder Sprüche loslässt, die teilweise auch unter der Gürtellinie landen. Neben seinem Job als Detektiv ist Max auch noch Präsident der Vereinigten Staaten – was natürlich ebenfalls zu manch deutlichen Seitenhieben auf die Weltpolitik führt. Wer einen absolut unverblümten und trockenen Humor mag, der wird Max lieben. Wer dies nicht tut, wird mit dem Großteil des Spiels nicht sonderlich warm werden.
In
Sam & Max: The Penal Zone steuert ihr die meiste Zeit über Sam. In die Rolle von Max schlüpft ihr lediglich dann, wenn ihr besondere Psychofähigkeiten, welche auf einen tödlichen Hirntumor deuten, oder Gegenstände, die nur Max benutzen kann, verwendet. Hierzu zählt beispielsweise das von Skarkape gesuchte Artefakt, mit dem Max die Zukunft voraussehen kann. Über einen einfachen Mausklick auf das Bild des Charakters in der rechten oberen Ecke könnt ihr zwischen Sam und Max wechseln.
Suchen, Befragen, Probieren
Doch wie könnt ihr die Welt vor dem außerirdischen Riesengorilla mit dem farblich unmöglichen Anzug retten? Wie bereits in den vorangehenden Spielen, ist eure Aufgabe auf das Lösen des Falles reduziert. Etliche Nebencharaktere, die alle schräg und etwas irre sind, müsst ihr in
Sam & Max: The Penal Zone befragen. Natürlich sind nicht alle von ihnen kooperativ – die meisten lassen sich aber mit entsprechenden Gegenleistungen oder Angeboten überzeugen. Wenn ihr euch mit einem Charakter unterhaltet, erscheinen am Bildschirm mehrere Stichpunkte, von denen ihr einen auswählen könnt. Dieser regt dann den Fortgang des Gespräches an. Allerdings kann ein Stichwort auch mehrfach angeklickt werden – was dazu führt, dass das Gespräch zu diesem Thema fortgesetzt wird. Erst wenn alles über dieses Thema gefragt und gesagt worden ist, erscheint dieser Punkt in einem gedämpften Schriftzug und gilt somit als abgeschlossen. Ihr wählt hierbei allerdings keine Aussagen oder Überredenstaktiken, sondern entscheidet euch lediglich für ein Thema, welches besprochen werden soll. Da ihr euch im Laufe der Unterhaltung sowieso alle Punkte anhören solltet, bleibt euch lediglich die Reihenfolge der Themen überlassen. Der Rest wird in Videosequenzen abgehandelt – was allerdings aufgrund der Sprüche und Kommentare der Figuren unheimlich unterhaltsam sein kann.
Innerhalb der Stadt könnt ihr verschieden Plätze und Gebäude aufsuchen. Überall verstecken sich Hinweise und nützliche Gegenstände, die ihr zum Vorankommen benötigt. Ihr trefft natürlich auch auf unheimlich viele Dinge, die für den eigentlichen Handlungsverlauf unnötig sind, aber dafür der Unterhaltung dienen. Beispielsweise die Ansammlung diverser technischer Geräten in eurem Wagen, die zwar viel reden und Geräusche von sich geben, letztendlich aber kaum etwas zu eurem Fall beitragen. Einige Orte und Personen werden euch aber erst dann zugänglich, wenn ihr die richtigen Schritte eingeleitet habt. Beispielsweise den Lotterie-Gewinnschein des Maulwurfmenschen zum Besitzer einer Bar zu bringen. Anders erhaltet ihr vom Barbesitzer nicht die nötigen Gegenstände, um das tote Riesengehirn wieder zum Leben zu erwecken, welches ihr wiederum benötigt, um gegen Skarkape vorzugehen… ihr merkt also schon, dass es hier ziemliche Rattenschwänze gibt, die abgearbeitet werden müssen.
Wenn ihr an der einen oder anderen Stelle keine Idee habt, wie es weitergehen soll, könnt ihr Sams Anfangsfähigkeit, in die Zukunft zu sehen, auf einzelne Gegenstände oder Personen anwenden. Damit erfahrt ihr, was in naher Zukunft mit diesem Gegenstand oder Charakter geschieht. Dies kann euch wertvolle Tipps für eure weitere Vorgehensweise geben. Allerdings sind nicht alle Visionen eindeutig oder sonderlich aussagekräftig. Erst ein Gesamtbild von mehreren Gegenständen und Personen, Aussagen und Hinweisen bringt euch auf den richtigen Weg.
Dem Prinzip treu geblieben
Wer ein actiongeladenes Adventure mit unheimlichen Geschicklichkeitsanforderungen erwartet, ist bei
Sam & Max: The Penal Zone falsch. In simpler Comicgrafik wird euch eine skurrile Stadt präsentiert, in der ihr euch mehr oder weniger frei bewegen könnt. Die Freiheit beschränkt sich insoweit, dass ihr sicherlich nicht den Überblick über die verschiedenen Orte verliert. Natürlich werden im Laufe des Spieles mehr Orte zugänglich – doch es bleibt immer überschaubar.
Auch muss gesagt werden, dass die Anzahl der Aktionen, die der Spieler ausführt, in keinem Verhältnis zu den Videosequenzen, welche übergangslos mit dem Spielmodus einhergehen, steht. Die meisten Aktionen von euch – vor allem Gespräche – führen zu Sequenzen und Dialogen. Hierbei versteckt sich allerdings der Hauptreiz von Sam & Max: Der Humor ist unvergleichbar und unheimlich viele Lacher vor dem Bildschirm somit garantiert.
Letztendlich steuert ihr Sam mit den WASD-Tasten durch die Welt und führt mit Mausklicks Aktionen aus. Alternativ könnt ihr Max auch mit der Maus zum Laufen bringen, doch das ist eher umständlich. Die deutlich handlichere Variante ist definitiv WASD + Maus.