Bioware zeichnet sich schon seit geraumer Zeit durch sehr gute Rollenspiele aus. Das letzte Werk, Dragon Age Origins, wurde ebenso hochgelobt wie gut verkauft (rund 3,2 Millionen Mal) und so lässt man es sich gerade in der heutigen Zeit nicht nehmen, ein umfangreiches Addon zu veröffentlichen, um die Fans auch nach dem Durchspielen des Hauptprogramms, neben den DLCs, weiter zum Spielen zu motivieren. Awakening heißt das erste vollwertige Erweiterungspaket und bietet durchaus eine gelungene Fortsetzung der Franchise, die euch wieder lange beschäftigen wird.
Aller Anfang ist... einfach
In Ferelden ist längst noch nicht alles gegessen. Das bekommt ihr zu Beginn von
Dragon Age Origins: Awakening am eigenen Leib zu spüren, sobald euer Held seine neue Heimatstätte "Vigils Wacht" erreicht und schnell in Erfahrung bringt, dass sich die Dunkle Brut wieder neu formiert hat. Ihr habt vor Spielbeginn die Wahl zwischen zwei Optionen: Entweder ihr übernehmt euren Charakter aus
»Dragon Age Origins oder ihr legt einen neuen Avatar an, der gleich auf Level 20 hochgestemmt wird. Wer sich bereits mit seinem bekannten Alter Ego angefreundet hat, sollte die Möglichkeit, einen neuen Charakter zu erstellen, getrost vergessen. Ein weiterer Grund, der dafür spricht ist die Tatsache, dass
Awakening auf Klassen-variierende Storyanfänge verzichtet, ihr erlebt also stets die gleiche Handlung, egal welcher Klasse ihr angehört.
Die Geschehnisse aus dem Finale des Hautspiels werden mit dem Addon (fast) nahtlos fortgesetzt und setzen auf Altbewährtes, ohne aber in Langeweile auszuarten. Klar geht es abermals darum, etliche gleiche Anhänger der Dunklen Brut, Ghule oder Banditen klein zu kriegen, die Art und Weise, wie diese Aufgaben verpackt wurden, ist dennoch mal wieder über jeden Zweifel erhaben. Vor allem knifflige und sich auf den Verlauf der Handlung auswirkende Entscheidungen treten direkt zum Spielstart deutlich häufiger auf als noch im Hauptprogramm. Beispiel: Lassen wir einen ausgebildeten Krieger aus dem Kerker frei, obwohl er die Familie unseres Charakters auf dem Gewissen hat, vielleicht aber tatkräftige Unterstützung im Kampf leisten kann? Oder werfen wir ihn auf den Schafott? Das liegt ganz an euch. Insbesondere die Stellung als Kommandant erlaubt euch spürbar mehr Einfluss auf die Schicksale einzelner Menschen in Ferelden.
Neues in Ferelden
Selbst wenn Quest-technisch alles beim Alten geblieben ist, so tut sich doch in Sachen Charakterdesign einiges. Da die Spielzeit des Addons verständlicherweise nicht mit der Länge des Hauptspiels konkurrieren kann, motiviert
Dragon Age Origins: Awakening mit flotteren Levelaufstiegen. Im Zuge deren dürft ihr euch im erweiterten Talentbaum austoben. Denn neben neuen Gegenständen umfasst das Addon auch neue Talente, die sich in die Bereiche "Klarheit", "Vitalität" sowie "Runenherstellung" untergliedern. So darf jeder Kopf der Heldengruppe eine dritte Spezialisierung erlernen. In den zumindest in fortgeschrittener Spielstunde anspruchsvollen und zwingend taktischen Kämpfen, kommt so ein wenig mehr Abwechslung ins Spiel.
An Bild und Ton gibt es nicht viel auszusetzen, auch wenn die Grafik nicht immer mit knackscharfen Texturen überzeugt. Fein animierte Zwischensequenzen, in welchen die zum Großteil schönen Gesichtsdetails gut rüber kommen, machen das aber wieder wett. Die Sprachausgabe ist auch in
Dragon Age Origins: Awakening auf gewohnt hohem Niveau, wobei es einige seltene Ausnahmen gibt, die das Gegenteil beweisen. So wollen manche Stimmen einfach nicht zur dargestellten Person passen.
Ausgezeichnet mit den folgenden GameRadio-Awards:
