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COMMAND & CONQUER 4: TIBERIAN TWILIGHT
 Test von Tobias Hamers (24.03.2010) Artikel-Feed (RSS) abonnieren
Genre:Strategie Publisher:EA
Termin:18. März 2010 Entwickler:EA Los Angeles

Selten gab es schon im Vorfeld so viel Geschimpfe über ein Spiel. Command & Conquer 4: Tiberian Twilight, der neuste und vermutlich auch letzte Teil der Tiberium Saga, steht seit wenigen Tagen in den Läden. Ein völlig neues System, fehlender Basisbau, keine Rohstoffe und schnelle Kämpfe. EA stellt das C&C-Universum komplett auf den Kopf. Wieviel bleibt noch übrig vom alten Charme der Gernereferenz? Werden alle offenen Fragen über Kane beantwortet? Ist Teil 4 wirklich das Ende? Fragen über Fragen. Wir haben die Antworten…


Anfang vom Ende

Wie schon in den anderen Teilen der Serien, schlüpft ihr auch in Command & Conquer 4: Tiberian Twilight in die Rolle eines namenslosen Kommandanten. Der letzte Nod Angriff hat euch beinahe das Leben gekostet. Doch kaum wieder auf den Beinen, macht ihr euch auf, um es den verhassten Gegnern heimzuzahlen. Die schnelle Genesung verdankt ihr einem speziellen Wissenschaftler. Er hat euch nicht nur in Windeseile zusammengeflickt, sondern auch mit einem hochtechnisierten Implantat ausgestattet, das im weiteren Spielverlauf eine Schlüsselrolle einnehmen wird. Obwohl durchaus gute Ansätze in Sachen Story zu erkennen sind und wie gewohnt trashige Filme zum Weiterspielen anregen, bleibt die Geschichte in Command & Conquer 4: Tiberian Twilight weit hinter den Erwartungen zurück. Das liegt zum einen an den vielen Logikfehlern. Hauptproblem ist aber der mangelnde Tiefgang. Die wahren Absichten hinter den einzelnen Aktionen bleiben meist im Dunkeln. Auch das von EA versprochene große Finale bleibt aus. Das zweiminütige Video im Abspann beantwortet, wie gewohnt, nur wenige der offenen Fragen und lässt, wie konnte es auch anders sein, ein Hintertürchen für eine Fortsetzung. Bereits nach 8-10 Spielstunden ist die Solokampagne abgeschlossen. Ein besseres Tutorial, mehr nicht.


Aus alt mach neu

Stein, Schere, Papier. Nach dem bekannten und allseits bewährten Modell geht auch der neue Teil von Command and Conquer vor. Auch viele der alten Einheiten sind wieder vertreten. Nix neues also im bekannten Universum? Mitnichten! Denn EA hat das Spiel von Grund auf umgekrempelt. Der Superkristall Tiberium fällt als Grundressource ersatzlos weg. Zum Bau der Einheiten werden im vierten Part der Serie keinerlei Ressourcen benötigt. Lediglich die Produktuktionszeit bleibt bestehen und selbst diese wurde teils drastisch gekürzt. So ist der mächtige Avatar der Nod bereits elf Sekunden nach Auftragserteilung fertig für die Schlacht. Eine weitere radikale Neuerung: Der Basisbau fällt ebenfalls komplett weg. Ihr besitzt in der Regel nur ein einziges mobiles Gebäude, den Crawler, in dem ihr besagte Einheiten zusammenschrauben könnt. Nun gut! Keine Gebäude, stimmt auch nicht so ganz. Wählt ihr die Defensive-Variante des Crawlers, stehen euch eine Vielzahl an Verteidigungstürmen zur Verfügung.


Die Qual der Wahl

Defensiv-Variante? Ja, in Command & Conquer 4: Tiberian Twilight habt ihr in jeder Mission die Wahl zwischen drei verschiedenen Crawlern. Diese bieten jeweils andere Einheiten zum Bau an. Die offensive Basis produziert vorrangig schweres Gerät. Mit gut gepanzerten Vehikeln und Mechs seid ihr an der Front kaum aufzuhalten. Einziges Manko: Die dicken Panzer eignen sich kaum zur Verteidigung. Hinzu kommt, dass sie relativ langsam zum Ziel rollen. Für schnelle Einsätze ist daher der Unterstützungs-Crawler die beste Wahl. Er bietet vornehmlich schnelle Flugeinheiten; ideal um als schnelle Eingreiftruppe genau dort zu agieren, wo Not am Mann ist. Als besonderes Schmankerl habt ihr Zugriff auf eine große Zahl an Spezialmanöver. Reparaturfeld, Feldingenieure, Tarnfelder, Artillerieangriffe oder Bombenteppiche können das Schlachtenglück sehr schnell auf eure Seite ziehen.

Müsst ihr hingegen einen vorgegebenen Punkt verteidigen, wird euch die Defensiv-Basis unschätzbare Dienste erweisen. Die Verteidigungs-einrichtungen sind mehr als schlagkräftig. Dafür sind die Einheiten den anderen beiden Basistypen weit unterlegen. Wie ihr seht, hat jeder Crawler seine Stärken und Schwächen.


Aufstieg und Erfahrung

Ebenfalls neu ist das Upgrade-System von Command & Conquer 4: Tiberian Twilight. Verbesserungen für Mensch und Maschine dürft ihr nun nicht mehr einfach so in der Basis vornehmen. Erst nachdem ihr rote Tiberiumkristalle eingesammelt habt, könnt ihr die einzelnen Upgrades freischalten. Dadurch soll vor allem das Spieltempo angehoben werden, denn die begehrten Kristalle sind mitunter recht selten. Nur wer direkt von Spielbeginn an seine Fühler danach austreckt, wird auch die letzte Upgradestufe erreichen können. Zum Thema Forschung gibt es zudem noch eine weitere Neuheit: Das Levelsystem für eurer Alter Ego. Durch das erfolgreiche Absolvieren einer Mission und natürlich durch die Teilnahme an Kämpfen, steigt ihr nach und nach die Rangleiter nach oben. Dabei gilt, je höher der Rang, desto mehr Einheiten und Upgrades stehen euch zur Verfügung. Da ihr aber bereits nach rund sechs Stunden Spielzeit den Maximalrang erreicht haben werdet, geht dem System schnell die Luft aus.


Schnell, schneller, C&C 4

Das Ganze hört sich doch gar nicht schlecht an. Drei verschiedene Basistypen mit unterschiedlichen Einheiten, zwei Fraktionen und ein Erfahrungspunkte-System. Das sollte doch im Multiplayer-Modus für spaßige Kämpfe sorgen. In der Praxis aber erweist sich das Konzept von Command & Conquer 4: Tiberian Twilight als zu schnelllebig. Bereits nach wenigen Spielrunden werden erfahrene Strategen das stets gleiche Vorgehen satt haben. Am besten lässt sich das C&C4-Spielgeschehen mit den Zerg aus Starcraft vergleichen: Massig Einheiten in möglichst kurzer Zeit aufbauen, vorschicken und strategisch wichtige Punkte einnehmen. Vor allem im Domination Modus sind diese entscheidend. Denn nur solange die Schlüsselpositionen in eurer Hand sind, bekommt ihr Punkte auf eurer Konto gutgeschrieben. Das Team, das als erstes 2500 Punkte gemacht hat, gewinnt das Match. Eine weitere Multiplayervariante ist der Koop Modus. Hier könnt ihr Seite an Seite mit einem Freund die Solokampagne des Spiels erleben. Auf längere Sicht hingegen kann Command & Conquer 4: Tiberian Twilight mit zwei verschiedenen Spielmodi nicht motivieren. Da EA einen Großteil des Entwicklerteams entlassen hat, ist eine Erweiterung des Mehrspielerparts sehr unwahrscheinlich.


Ohne Scrin und doch mit Käfern

Command & Conquer 4: Tiberian Twilight hat mit diversen kleinen und großen Fehlern zu kämpfen. Zunächst einmal sei der Kopierschutz erwähnt. EA verlangt zum Starten des Spiels eine Internetverbindung. Dazu müsst ihr ein persönliches Konto einrichten, auf dem ihr das Spiel registrieren könnt - ein Weiterverkauf ist somit nicht ohne Weiteres möglich. Darüber hinaus müsst ihr permanent mit den EA-Servern verbunden sein. Obwohl ihr bei Verbindungsabbruch weiter spielen könnt, werden fortan keine Erfahrungspunkte auf eurer Konto gutgeschrieben. Das Spiel selbst stürzte während des Tests mehrfach ab. Diese Probleme sollen aber – so verspricht es der Entwickler - mit dem nächsten Patch behoben werden. Weit störender ist das halbgare Balancing. Reparatur-Einheiten spielen in C&C 4 eine wichtige Rolle. Führt ihr genug von ihnen in eurem Heer mit, ist eure Truppe dank der schnellen Reparatur der Ingenieure und Drohnen nahezu unbesiegbar. So überlebt selbst der schwach gepanzerte Kampfjeep einen Angriff von mehreren Mamutpanzern.





Story? Lieblos präsentiert! Taktische Tiefe? Fehlanzeige! Umfang? Mehr als gering! Programmstabilität? Mäßig! Es ist schon traurig, wie EA mit der einst so großen Serie umspringt. Tatsächlich weiß ich neben der tollen Optik wenig Positives zu berichten. Meiner Meinung nach wird hier der gute Name schamlos ausgebeutet. Vor allem C&C-Fans werden maßlos enttäuscht sein vom Finale der Tiberium Saga. Man merkt dem Spiel zu jedem Zeitpunkt an, dass es unfertig ist. Scheinbar lustlos wurde hier ein 0815-Baukasten-Strategiespiel zusammengeschustert. Selbst Anhänger der Command and Conquer-Serie dürften daran nur wenig Freude haben.
73%
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 Kommentartitel


#1 | Gast [24.03. | 19:58] 
oO
Laut Fazit alles nicht so das Gelbe vom Ei und trotzdem 73%? :o

#2 | The Comedian [24.03. | 23:38] 



4.504
Command & Conquer 4: Tiberian Twilight
wohl doch nich so schade das mir das game als konsolero verwehrt wird.

#3 | thamers [25.03. | 09:27] 



718
Command & Conquer 4: Tiberian Twilight
Das Spiel zeigt durchaus gute Ansätze. Solang man die ewig gleichen "Zerg" Taktiken nicht durchschaut hat, kann man durchaus seine Freude mit dem Spiel haben. Problem dabei: Nach nur 4-5 Runden wird das Ganze arg langweilig. Für ein Strategiespiel, das seinen Schwerpunkt und den Multiplayer Part gelegt hat, ist das zu wenig.

#4 | Gast [25.03. | 16:36] 
nein danke
egal wie gut oder schlecht das Spiel ist, wegen dem Kopierschutz ist das Spiel 0% interessant für mich.

#5 | Gast [13.08. | 21:51] 
fehlt da was?
Also... ich hab dieses Spiel. Nach ein paar Runden frag ich mich nur: Ist das nicht immer nur das Gleiche, sondern fehlen da nicht auchnoch ein paar modi? z.b. der oft gesehene modus "basen zerstören" oder auch "gegner auslöschen" fällt völlig weg. Als devensiver spieler hat man kaum chanchen allein mehrere punkte zu halten, und es ist leider nicht möglich z.b. ein 2vs2vs2 spiel zu spielen...

netter versuch aber leider nix geworden...


 










mehr Wallpaper




















Pro:
tolle Grafik

Contra:
Story belanglos
geringe taktische Tiefe
geringer Umfang
Internetzwang
schlechte Balance zwischen den Einheiten


Offizielle Website:
 Command & Conquer

Fansites:
 CNCOnlineWelten

Weitere Links:
 Gameplay-Videos
 Trailer



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