Im letzten Jahr bescherten uns Titel wie der Spreng- und Abriss-Simulator oder der Müllabfuhr-Simulator sichtlich viel Freude. Denn wer musste bei den Namen nicht instinktiv schmunzeln oder sich fragen, warum so etwas überhaupt entwickelt wird? Die Antwort auf letzte Frage stimmt eher traurig: weil so was gekauft wird. Weitaus spannendere Simulatoren wie etwa einen Feuerwehr-Simulator gab es letztes Jahr nicht zu verbuchen. Deshalb scheint es 2010 an der Zeit, dass wir endlich mit Spielen dieses Genres versorgt werden, die zum einen ernst zu nehmen sind und zum anderen durch Qualität überzeugen. Wie der neue Feuerwehr-Simulator 2010 zeigt, soll dieser Fall zumindest noch nicht eintreffen. Mehr dazu im nachfolgendem Test.
"Darauf haben viele Feuerwehr-Fans lange gewartet"
...heißt es auf der Verpackungsrückseite des Spiels. Vor allem die Tatsache, dass die Firma VSTEP als Entwickler fungierte, dürfte Feuerwehr-Fans noch einen Kaufgrund mehr liefern. Klappern wir also mal die Feature-Liste der Verkaufsversion des
Feuerwehr-Simulator 2010 ab. Elf spannende Missionen erwarten uns also, und das ist in der Tat richtig. Jegliche Art von Einsätzen wurde umgestzt: ein Brand in einem Wohnblock, eine eingeklemmte Person bei einem Unfall auf der Autobahn, Verkehrsunfall in einem Tunnel, Unglück an einer Tankstelle und sogar ein in Flammen stehendes Containerschiff sind mit im Programm. An Abwechslung mangelt es also nicht.
Genauso wenig wie an dem Grad Realismus, der von Publisher Astragon angepriesen wird. Man spricht davon, dass der Traum vom Feuerwehrmann noch nie so realistisch gewesen sei. Auch das ist annehmbar. Denn der Ablauf der Missionen mutet doch recht realitätsnah an. So übernehmen wir zu Beginn eines Einsatzes das Steuer eines authentischen Feuerwehrwagens, bahnen uns einen Weg zur Unglücksstelle, suchen das aktuell passende Equipment zusammen und legen mit unserer Mannschaft los. Zur Unterstützung stehen nämlich noch weitere Mannen bereit, die ihr auf Knopfdruck selbstständig steuern und Aktionen vorgeben könnt. Das müsst ihr auch, da nur mit vereinten Kräfte gewisse Tätigkeiten zu bewältigen sind, wie zum Beispiel das Löschen von Brandherden. Zumal wir einen dabei einen Mann benötigen, der etwa via Schaumdüse gegen die Flammenmassen vorgeht und einen, der unter anderem den Wasserdruck am Feuerwehrwagen kontrolliert.
Ferner gilt es im
Feuerwehr-Simulator 2010 nicht nur Feuer zu bekämpfen, auch Jobs wie das Befreien einer im Auto eingequetschten Person oder das obligatorische Absichern des Einsatzgebietes gehören zum Alltagsgeschäft.
Buginferno
Trotz der positiven Seiten gibt es es leider so einige Dinge, die den Spielspaß gehörig vermiesen und diejenigen auf den Boden der Tatsachen zurückholen, die beim bisherigen Lesen einen guten Eindruck vom
Feuerwehr Simulator 2010 gewonnen haben. Auf der einen Seite wirkt die Grafikengine wie bei vielen, vielen anderen Simulatoren auch einfach zu zweckmäßig. Zwar lassen sich die Feuerwehreinheiten, die Spielareale et cetera als solche erkennen, Details, scharfe Texturen oder Bugfreiheit vermisst man allerdings auf ganzer Linie. Wir bleiben an unsichtbaren Kanten mitten auf der Straße hängen, merken aufgrund eigenartiger Kollisionsabfrage nicht eindeutig, auf welche Stelle wir in der Spielwelt mit unserem Einsatzgerät zielen oder regen uns einmal mehr über die eigentlich amüsanten Schlittschuhläufer-Bewegungen unserer Spielfiguren auf.
Ein weiteres Ärgernis ist die desaströse Steuerung mit vielen Überraschungen, die uns nicht nur einmal zur Weißglut treiben. Nicht nur, dass die Kontrolle unserer Spielfigur schwerfällig und insbesondere in brenzligen Situationen gar nicht richtig möglich ist, auch die Aktionen vor Ort wie das Anstöpseln eines Schlauches an den Einsatzwagen wurde dermaßen verkompliziert und fummelig gestaltet, dass einem schnell die Lust vergeht. Anstatt gewisse Handlungen einfach zu automatisieren, müssen wir im
Feuerwehr-Simulator 2010 jeden noch so kleinen Handgriff auf die komplizierteste Art und Weise selber ausführen.