Wenn ein Konzept den Erfolg geschafft hat, dann braucht man nicht lange auf die Nachahmer zu warten. So war es schon bei Tetris, dann auch bei Grand Theft Auto und jetzt natürlich bei den sogenannten Match-3-Titeln. Das sagt euch nichts? Kein Problem, denn ihr habt sicherlich bereits eines der vielen Ableger davon gespielt. Spielziel ist es hier drei gleichartige Bauklötzchen zusammen zu bringen und diese vom Bildschirm zu sprengen. Und genau sowas ist Fairy Island auch wieder. Ob der Titel auf dem bereits übersättigten Markt eine Daseinsberechtigung hat oder darin untergeht, haben wir uns angesehen.
Baukasten-Prinzip
Gleich zu Anfang fällt auf, dass hier alles wie aus dem Baukasten wirkt. Die Musik macht einen genormten Eindruck, die Hintergrundgeschichte rund um Feen und böse Piraten kann man getrost wegklicken und die Adventure-Karte hat man auch schon mehr als zwanzigmal gesehen. Einzig und allein der Menüpunkt für schwache Computer ist mir neu, wo prompt einige Effekte runter geregelt werden, um auch älteren Maschinen den Spielablauf zu ermöglichen. Und auch ein kleiner Wiederspielwert soll in das Spiel mit einfließen, indem man die Level auf verschiedene Art nochmal z.B. in einem Rätsel-Modus spielen kann.
Bewährtes neu angestrichen
Neues Gameplay-Element ist aber diesmal, dass man nicht durch das Drehen die Steinchen zusammen bringt, sondern diese einfach von unten nachrücken lässt. Dann klickt man einfach auf die Gebilde, wo man drei oder mehr Steine verortet hat und sprengt diese vom Bildschirm. So kann man zum Beispiel bereits im ersten Level mehrere Schlüsselsteinchen wegsprengen, aus denen dann die gefangenen Feen entweichen können. Die grafische Aufmachung ist dabei sogar einen Tick besser als zweckdienlich, aber immer noch weit von dem Prädikat liebevoll entfernt. Aber auch jüngere Spielerinnen werden sich dafür mehr auf die austauschbare Rahmenhandlung einlassen können und sich so für den Titel begeistern. Alteingesessenen Zockern fällt das Klagen über die statischen Hintergründe und die abgekupferte Peter-Pan-Geschichte nicht schwer, sind jedoch auch nicht die Zielgruppe des Spieles.
Beim Sound findet man das genretypische seichte Musik-Geplätscher. Nervig ist hier allerdings das Ploppen, wenn man eine gleichartige Steinreihe erledigt hat. Hört man dieses zigmal, ist der Nerv-Faktor vorprogrammiert. Für ein paar taktische Finessen sorgt die Tatsache, dass man nur die untere Reihe anklicken kann. Die entdeckten Gebilde auf der nach oben gerutschten Ebene bleiben unantastbar und können nur von unten heraus gelöscht werden. Geschickt ausgeklügelte Schachzüge hingegen werden nicht mit irgendwelchen großartigen Schriftzug-Einblendungen oder Zusatz-Extras belohnt, sondern durch das plumpe Einblenden des Wortes "Combo" erwähnt. Euch muss also das Feen-Gekicher genügen. Auch die kurze Wartezeit nachdem ihr erfolgreich ein Gebilde vom Bildschirm gefegt habt, verhindert die Motivation auf der Jagd zum Highscore. Denn während man die Sekunde abwartet, ist die neue Reihe schon nachgelegt worden.
Shareware-Game auf CD
Ein paar Variationen des Spielprinzips wie der Schlösser-Modus befinden sich dann noch auf der Disc. Hier ist das Spielbrett bereits prall gefüllt und will Stück für Stück freigeräumt werden. Aber was will man mehr erwarten, denn das ganze Hauptprogramm ist gerade 14 MB groß und dürfte damit nicht mal einen aktuellen Low-Budget-Rechner vor allzu große Herausforderungen stellen. Verständlich, wenn man die Vergangenheit als Shareware-Game denkt.