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RUNAWAY: A TWIST OF FATE
 Test von Yan Dreyer (11.11.2009) Artikel-Feed (RSS) abonnieren
Genre:Adventure Publisher:Crimson Cow
Termin:13. November 2009 Entwickler:Pendulo Studios

Runaway: A Twist of Fate schließt die meist spannende und stets amüsante Adventure-Serie ab, fährt mit der Abschlussepisode A Twist of Fade aber nochmals einiges auf. Um ein gelungenes Ende zu bieten, haben die Entwickler der Pendulo Studios nicht nur die Grafikengine überarbeitet, sondern auch die logischsten Rätselketten der ganzen Reihe erstellt. Was ihr sonst noch über den dritten Teil wissen solltet, erfahrt ihr in den nachfolgenden Zeilen.


Brian Basco ist tot

So lautet das erste Kapitel. Bevor Fans jetzt einen Herzinfarkt bekommen: Protagonist Brian ist vielmehr in einen Komplott verwickelt (dazu später mehr) und wird von seiner Freundin, dem, getreu der Serien-Tradition, zweiten spielbaren Charakter, Gina gesucht. Diese findet sich am Anfang des Spiels auf dem Friedhof bei Brians Beerdigung wieder, bekommt aber kurz darauf eine eigenartige SMS - ein Lebenszeichen aus dem Grab. Brian lebt also, doch Gina muss ihn vorerst aus der Erde holen, was ohne großes Aufsehen gar nicht so simpel zu bewerkstelligen ist. Dass es kurze Zeit später weitere Aufruhr wegen Brians angeblichem Selbstmord gibt, dürfte genauso klar sein, wie auch die Tatsache, dass sich Gina und Brian so schnell nicht wieder sehen werden. Selbiges passierte in den Vorgängerteilen nicht nur einmal, Fans erinnern sich, und ist schon fast zur Gewohnheit geworden. Doch auch Serienneulinge finden sich schnell zurecht, zumal die Geschehnisse aus den Vorgängern fein säuberlich nachlesbar sind.


Brian in der Irrenanstalt

Nachdem ihr euch als Gina quer über den Friedhof gerätselt, erste Gespräche mit den kauzigen Charakteren geführt und die wunderschöne Grafik bestaunt habt, übernehmt ihr in einer Rückblende, im zweiten der insgesamt fünf Kapitel, die Kontrolle von Brian. Dieser wurde, wie ihr erfahrt, des Mordes angeklagt und in eine Psychatrie abgeschoben, aus der er ohne Zeit zu verlieren fliehen muss. Mit Hilfe eines berüchtigten Insassen, der bereits hunderte Male aus der Anstalt entkommen sein soll, schmiedet ihr flink einen Fluchtplan und knobelt euch inklusive vieler Lacher und Anspielungen auf allerlei Medien durch das Irrenhaus bis zum Dach, von wo aus ihr endlich ins Freie gelangt - so der Plan.


Doppelt hält besser

Das sind die beiden Handlungsstränge in Runaway: A Twist of Fate, die von Minute zu Minute immer weiter zusammen führen und die erneut spannend erzählte Geschichte aus dem Blickwinkel beider Hauptpersonen schildern. Da Gina und Brian unterschiedliche Charakter-Züge mitsamt individuellen Stärken, aber auch Marotten aufweisen (Brian ist eher der kecke, intelligente und draufgängerische Typ, Gina mehr die stolze, spitzfindige und vorsichtige junge Frau), stellt sich der Rollentausch als äußerst angenehm, weil abwechslungsreich heraus. Durch toll vertonte Dialoge, kommt neben den handgezeichneten Hintergründen und den Cliffhangern nach jedem Abschnitt viel Atmosphäre auf. Selbst Rätselschwächen lässt das Point-and-Click-Adventure vermissen - denn auch die Knobeleien sind gelungen.


Viel zu tüfteln

Dazu tragen die, vor allem durchdachten, Rätsel ihren Teil bei. Nur sporadisch treten einige Logikfehler auf. Sogar Komfortmängel wie im Vorgänger fehlen auf ganzer Spur sowie allzu versteckte Gegenstände. Beispiel für eines der durchweg soliden Rätsel: Wir müssen als Gina eine Bauanleitung für Särge aus dem Schwedischen ins Deutsche übersetzen, damit die Friedhofs-ansässige Handwerkerin uns wichtige Werkzeuge überlässt. Gott sei Dank hilft uns die durchgeknallte Geisterforscherin, nachdem wir mit gefrorenem Wasser ihren Geisterindikator in Gang gesetzt haben, der nur auf extreme Temperaturunterschiede reagiert. So ruft die schrullige Dame angeblich einen toten Schweden zu Hilfe, der ihr die Anleitung übersetzen soll. In einer der vielen Zwischensequenzen kommt jedoch zu Tage, dass sie statt wirklich Kontakt zum Geist aufzunehmen, ein Wörterbuch zur Lösung des Rätsels benutzt. Sei's drum, wir haben unser Ziel trotzdem erreicht.

Und das ist nur ein Beispiel für die angenehme Rätselstruktur in Runaway: A Twist of Fate, die weder über- noch unterfordert und auch nicht nur auf Kombinationsrätseln beruht, sondern teils auch von ganz alleine arbeitet. Überflüssige Aktionen beziehungsweise lästige Klickarbeit werden weitgehend vermieden, weil die beiden Helden auch mal von alleine handeln, wenn sie einen Raum betreten oder in einem Fall gleich die zeitintensive Durchsuchung bestimmter Hotspots überspringen und später schlicht die Ergebnisse zusammenfassen. So sucht Gina in einem Haus nach Beweisen, fasst die Durchsuchung der vielen Schränke aber sozusagen mit einem Klick zusammen und beschreibt hinterher ihre Erkenntnisse - toll gelöst!


Nicht verzagen, Mr. Pendulo fragen!

Wer einmal nicht weiter kommt, der zieht die Rätselhilfe zu Rate und wird von einem gewissen Mr. Pendulo mit Tipps versorgt, die je nach Häufigkeit der Verwendung schrittweise weitere Lösungswege andeuten. Zudem umfasst das Komfort-Repertoire des Spiels auch noch eine Hotspot-Anzeige sowie sinnvolle Kommentare des aktuell übernommenen Charakters, wenn ihr einen Gegenstand anwählt. Einige Hilfen könnt ihr ab und zu auch von den NPCs in der Umgebung erwarten. Da Runaway: A Twist of Fate allerdings nicht mit zu vielen Gegenständen und zu vielen Hotspots aufwartet, bleiben die möglichen Interaktions-Möglichkeiten konsequent im Überschaubaren.


Echte Schönheit

Grafisch sowie soundtechnisch ist Runaway: A Twist of Fate durch und durch über alle Zweifel erhaben. Die handgezeichneten Comic-Hintergründe sehen grandios aus, die flüssigen Animationen stehen dem gleichermaßen in nichts nach. Hier haben die Pendulo Studios tolle Arbeit geleistet. Die Soundkulisse überzeugt ebenso mit einer treffend-besetzten Sprecherriege und einem stimmungsvollen Soundtrack. Gelegentliche Aussetzer und teils mickrige Nebengeräusche hingegen trüben das ansonsten positive Gesamtbild minimal.

Ausgezeichnet mit den folgenden GameRadio-Awards:






Nach dem abschließenden dritten Teil muss man den Pendulo Studios wirklich Tribut zollen. Denn A Twist of Fate ist der weitaus beste Teil der Serie. Grafik, Atmosphäre und Rätseldesign wurden auf eine Stufe gehoben, die nicht nur Runaway-Fans erfreuen wird, sondern auch Nichtkenner anlocken dürfte. Unterm Strich erwartet euch mit A Twist of Fate ein brillanter Abschluss der Spieleserie, die turbulente Zeiten hinter sich hat, sich jetzt aber getrost auf den Lorbeeren der finalen Episode ausruhen und verabschieden kann. Es soll ja auch immer dann Schluss sein, wenns am Schönsten ist. Und das trifft in diesem Fall zu.
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Pro:
durchdachte Rätsel
schrullige Charaktere
prima synchronisiert
top Grafik mit schönen Hintergründen und flüssigen Animationen
Komfortfunktionen/-mechanismen

Contra:
glegentlich Tonbugs
wenige unverständliche Dialoge
teilweise fehlt das gewisse Etwas


Offizielle Website:
 Runaway

Weitere Links:
 Englische Demo
 Trailer



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