GTR Evolution, GT Legends oder Race 07 - sie alle gehen auf das Konto von Entwickler SimBin und stehen für herausragende Qualität im Bereich der hochrealistischen Rennspiele. Als sei die Motorsportwelt nicht schon kompliziert genug, mag da einer sagen. Doch auch beinharte Fans wollen unterhalten werden und sind längst nicht mehr in der Unterzahl. Groß entwickelt hat sich die Spieleserie dagegen nicht, die Titel standen mehr für tolles Fahrgefühl als für echte Neuerungen. Auch das längst überfällige Grafik-Update blieb aus. Race On fügt sich in diese Liste nahtlos ein: es ist für Hardcore-Fans nach wie vor das Maß alles Dinge im Rennspielbereich, beinhaltet wieder einige neue Strecken sowie Rennwagen, liefert in grafischer Hinsicht aber eine schlechte Leistung ab. Mehr dazu im nachfolgenden Testbericht.
Umfangreich
Im neuesten Spross der Serie stehen die beiden Rennserien WTCC und STCC im Vordergrund. Die Lizenzen basieren dabei auf der 2008er Saison, was normale Fans weniger stört als vernarrte Fanatiker, zumal die Daten nicht auf Fantasie-, sondern auf echten Lizenzen beruhen. Zusätzlich zu den oben genannten Rennserien, dürft ihr euch außerdem in die International Formula Masters, US Track Racers, US Street Cars und die Camaro Cup Challenge des selben Jahrgangs 2008 einschreiben lassen. Wer auf reine Fakten vertraut: Insgesamt bietet
Race On 39 Fahrzeugmodelle in 17 verschiedenen Klassen sowie 21 Rennstrecken in 47 unterschiedlichen Variationen. Berühmte Strecken wie Oschersleben oder Monza fallen genauso darunter wie original lizenzierte Fahrzeuge von BMW, Seat, Audi oder Chevrolet. Ebenfalls mit dabei: Die richtigen Namen der teilnehmenden Fahrer der ehemaligen Saison. Der Umfang ist demnach beachtlich groß ausgefallen und zumindest in Sachen Lizenzen hat sich somit einiges getan.
Dreh am Rad
Die Voraussetzung ist also schonmal geschaffen, gut, dass auch das Fahrverhalten voll und ganz überzeugen kann. Kaum ein anderer Entwickler beherrscht es so perfekt wie SimBinderart realistische Rennen auf den Bildschirm zu zaubern. Aufgrund der benötigten Konzentration und dem stets geforderten Feingefühl während der Events sollte man schleunigst vergessen, Tastatur oder Gamepad zum Spielen zu verwenden, sondern stattdessen lieber auf ein Lenkrad zurück greifen. Dann steht dem wohl realitätsnächsten Rennvergnügen nichts mehr im Wege. Vorsicht ist dennoch immer geboten, denn bei keinem anderen Rennspiel landet ihr so leicht im Kiesbett wie bei
Race On. Fein dosierte Lenkbewegungen, nie zu viel Gas und vor allem aufmerksames Fahren sind die drei Grundregeln, damit ihr überhaupt ohne geflucht zu haben ins Ziel kommt.
Wer bestmöglich auf ein anstehenden Rennen vorbereitet sein will, der feilt zudem auch noch in der Werkstatt an allen erdenklichen Wagenkonfigurationen. Beim Tuning darf nämlich selbst am kleinsten Rädchen gedreht werden, was sich später merklich auf das Rennen auswirkt. Federung, Bodenhaftung, Bremswirkung - alles und noch viel mehr darf in der Boxengasse beeinflusst werden. Tüftler haben dabei ihre helle Freude, Anfänger eher weniger. Doch die sollten wegen des hohen Grads an Realismus auch einen großen Bogen um
Race On machen.
Gameplay ist nicht alles
Das gilt auch für Spieler, die großen Wert auf eine schicke Präsentation legen. Denn die scheint SimBin mächtig abhanden gekommen zu sein. Angefangen bei den unübersichtlichen und schmucklosen Menüs, über die Jahre veraltete, äußerst schwache Grafik, bis hin zu den irre langen Ladezeiten, fällt es schwer, hier lobenden Worte finden. Anno 2009 eine mickrige Leistung, insbesondere deswegen, weil sich diesbezüglich bei der Reihe seit Jahren nichts getan hat. Etwas besser gestaltet sich da schon der Soundbereich, der zwar nicht mit knackigen, aber soliden Motorensounds und atmosphärischen, teilweise jedoch auch nervenden Soundschnippseln daherkommt.