Zur wichtigsten Peripherie für PC-Spieler gehört zweifelsohne die Maus. Ohne ein genau operierendes und intuitiv bedienbares Steuergerät ist die Niederlage stets näher als der Sieg. Die Avatar Gaming-Maus von NZXT gehört technisch in den High-End-Bereich der Computermäuse und erweist sich dabei als ziemlich erschwinglich. Die 2004 gegründete Firma mit Sitz in Los Angeles machte sich zunächst vor allem mit besonderen PC-Gehäusen für Gamer einen Namen, bevor sie auch passende Netzteile für dieselben fertigte. Ein paar Jahre später bringen die Kalifornier ihre erste speziell für Spieler angepriesene Maus auf den Markt. Auf dem Papier weist sie sich mit beachtlichen 2600 DPI und mit optischem Infrarot-Sensor als "optimal für intuitive Abschüsse und präzises Snipern" aus. Was dran ist, ob die Maus Ego-Shooter-Freunden wirklich eine geeignete "Zielhilfe" bietet und was sie sonst noch mitbringt, lest ihr im folgenden Test.
Lieferumfang und Austattung
Die
NZXT Avatar Gaming-Maus kommt in einer kleinen Verpackung daher, die gerade groß genug ist, um das Gerät aufzunehmen. Der Lieferumfang begrenzt sich neben der USB-Maus auf eine Software-Mini-CD und ein knappes, englisches Booklet. Eine deutsche Version ist auf CD mitgeliefert und über den Treiber aufzufrufen. Als Betriebsystem wird laut Hersteller
Windows Vista oder
XP benötigt.
Der flache Korpus der
Avatar besteht aus schwarzem Kunststoff, wobei die Oberschale und die oberen Tasten vollständig gummiert sind. Die seitlichen Griffflächen sind ebenfalls mit Gummieinlagen versehen, für die Daumen- und Fingerablage leicht nach innen gewölbt und perforiert gegen Schweißbildung. Neben den beiden großen Haupttasten stehen euch fünf weitere Tasten zur Verfügung, die über die Treiber-Software individuell belegt werden können. Bis zu fünf verschiedene Profile lassen sich dabei abspeichern.
Die Maus kann von ihrer Konstruktion her von Rechts- und Linkshändern bedient werden. Auffallend sind die schmalen, königsblau leuchtenden Leisten neben den Haupttasten, die eine schicke Optik erzeugen, sowie auf der linken unteren Seite eine hellblaue LED-Anzeige für den derzeitigen DPI-Status (600, 1200, 1800 und 2600 DPI).
Das dünne, flexible USB-Kabel fällt mit etwa 2,10 m angenehm lang aus. Neben dem optischen Sensor sind an der Unterseite der
Avatar noch drei Glidetapes angebracht, die einem leichten Fahren über das Mauspad dienen. An der Verarbeitung gibt es nichts groß zu bemängeln, außer dass die Maus insgesamt vielleicht etwas schwerer und robuster hätte ausfallen dürfen.
Handhabung und Einstellungen
Die Maus erweist sich im Betrieb als sehr präzise zu bewegen und liegt angenehm in der Hand. Die leicht vertieften, weichen Seitenablagen und der Gummiüberzug helfen die Maus entspannt zu bedienen und die Glidetapes sie mit Leichtigkeit über das Mauspad zu führen. Die leider etwas zu schmal geratenen chromfarbenen Seitentasten dienen in Windows-Fenstern standardmäßig der Navigation vor und zurück. Dies ist natürlich besonders praktisch beim Surfen im Browser. Die rechte Taste zu erreichen, stellt sich dabei jedoch als besonders fummelig heraus. Dafür sind das gummierte Mausrad zum Scrollen und die Haupttasten zum Klicken rutschfest und fühlen sich sehr angenehm an. Auch der Druckpunkt der Tasten erscheint ideal und ist weder zu früh noch zu spät.
Ein kleiner Kritikpunkt muss an der Treiberinstallation per mitgeliefter Mini-CD angebracht werden: Unter
Windows Vista (64 Bit) erstarrte die vorher bereits erkannte und funktionstüchtige USB-Maus nach dem Setup. Offenbar verträgt sich der Treiber nicht mit der 64-Bit-Version des Betriebsystems, denn
Vista-Kompatibilität wird einem herstellerseitig schließlich zugesichert. Abhilfe schaffte erst
»Download und Installation der neuesten Softwareversion über die Hersteller-Seite. Danach gab es dann aber auch keine Probleme mehr.
Im Treiber können viele Einstellungen wie z.B. Sensibilität, Scrollgeschwindigkeit und Tastenbelegung vorgenommen werden. Am wichtigsten dürfte sich aber wohl der
DPI-Switcher erweisen, der sich in der Standardkonfiguration auch über die beiden Maustasten in der Mitte bedienen und auf 600, 1200, 1800 und 2600 (großer Sprung) einstellen lässt. Daneben kann im Treiber auch die sog.
Polling Rate variiert werden. Diese gibt die Frequenz wieder, in der Windows Informationen vom USB-Anschluss abfragt. Eine höhere
Polling Rate soll flüssigere und genauere Mausbewegungen erzielen, gleichzeitig aber zulasten der CPU-Kapazität gehen. Unter der entsprechenden Option könnt ihr die Frequenz auf 125 Hz (8 ms), 500 Hz (2 ms) und 1000 Hz (1 ms) einstellen, um die Reaktionszeit zu optimieren.
In der Praxis haben sich bei mir geringfügige Unterschiede bemerkbar gemacht, indem sich bei 1000 Hz im Vergleich zu 125 Hz das Gefühl einstellte, die Maus reagiere etwas "unmittelbarer" und weniger ruckhaft auf Befehle. Der voreingestellte mittlere Wert von 500 Hz genügt jedoch nach meinem Empfinden vollkommen. Ein deutlich stärkerer Effekt ist mit der Steigerung des DPI-Wertes und der erhöhten Schnelligkeit der Maus zu verspüren.
Leistung im Spielbetrieb
Bei meinem All-time-Favorit
»Unreal Tournament 2004 leistet die Maus hervorragende Arbeit. Ihre Präzision und Geschwindigkeit machen sich bei diesem durch sein rasantes Gameplay bekannten Ego-Shooter besonders positiv bemerkbar. Headshots können präzise gesetzt werden, und bei schnellen Gefechten fällt es einem vergleichsweise leicht, das Fadenkreuz auf den Gegner fixiert zu halten.
»Far Cry 2 als weiterer First-Person-Shooter im Test lässt sich ebenso vortrefflich und genau steuern. Hier hat es auch Sinn, die zusätzlichen Tasten der Maus in einem Profil auf das Spiel abzustimmen und sie z.B. mit Heilung, Karte/Handy und Waffenreparatur zu belegen. Auch der Third-Person-Shooter
»Terminator: Die Erlösung lässt sicht mit der Maus anstandslos bedienen. Der Nager macht es einem verhältnismäßig leicht, die Zielmarkierungen der sich bewegenden Objekte zu erwischen.
Die höchste DPI-Einstellung sorgt dafür, dass auch kleinste Bewegungen ans System weitergegeben werden. Im Spielbetrieb erwiesen sich jedoch 1800 DPI als der beste Wert. Unter Windows genügen auch 1200 DPI. Die höchste Einstellung von 2600 DPI fällt mir zu sensibel aus; die getesteten Spiele verlangen in dem Fall ein extrem ruhiges Händchen und viel Konzentration, um die Maus nicht permanent zu verreißen. Doch ist dieser Punkt sicherlich auch eine Geschmacks- und Übungssache. Eine weitere Stufe zwischen den beiden höchsten Werten hätte aus meiner Sicht dennoch nicht geschadet. Aber das fällt nicht weiter ins Gewicht. Insgesamt trägt das Gerät die Auszeichnung
Gaming-Maus vollkommen zu recht.
Ausgezeichnet mit den folgenden GameRadio-Awards:
