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DEMIGOD
 Test von Sebastian Hamers (25.05.2009) Artikel-Feed (RSS) abonnieren
Genre:Strategie Publisher:Atari
Termin:22. Mai 2009 Entwickler:Gas Powered Games

Seit Peter Molyneux vor 20 Jahren seine Göttersimulation Populous unerwartet zu Weltruhm verhalf, hat die Branche immer wieder Spiele dieser Art zum Vorschein gebracht. Gas Powered Games lässt nun acht Halbgötter auf die PC-Spieler los. In Multiplayer-Schlachten messen diese ihre übernatürlichen Kräfte auf zeitgemäße Art: im Internet! Kann Demigod einen ähnlichen Standard setzen wie einst sein großer Vorgänger oder reicht es nur für einen Platz im Mittelfeld in der stetig wachsenden Liga der Internetgames? GameRadio hat sich für euch ins World Wide Web gestürzt, um die Mischung aus Rollenspiel uns Strategie unter die Lupe zu nehmen.


Beim ersten Anspielen von Demigod werden Strategie-Liebhaber sicherlich gleich die frappierende Ähnlichkeit zu Defense Of The Ancients bemerken. Genau wie das Vorbild setzt Demigod auf kleine Karten und levelbare Hauptcharaktere. Der Rollenspieleinfluss ist kaum zu übersehen und auch eine der Stärken des Spiels. Zu Beginn dürft ihr einen von acht verschiedenen Charakteren wählen. Darunter befinden sich jeweils vier gute und vier böse Halbgötter, die selbstredend über individuelle Stärken und Schwächen verfügen. Hier hat der Entwickler für ausreichend Abwechslung gesorgt. Die Auswahl eures Charakters hat erheblichen Einfluss auf das weitere Vorgehen im Spiel. So setzen die insgesamt vier Assassine vor allem auf ihre mächtigen Zauber oder Waffenangriffe. Diese sind ihren Äquivalenten – den Generälen – klar überlegen. Dafür verfügen diese jedoch über spezielle Einheiten, die sie effektiv im Kampf unterstützen. Im Gegensatz zu den Assassinen dürfen sie auch direkt vom Spieler gesteuert werden. Die Belange des ganz normalen Pöbels übernimmt bei Demigod die KI.


Die Halbgötter in der Übersicht

1) Torch Bearer: Der Magier unter den Assassinen. Er setzt seinen Feinden mit großflächigen Eis- oder Feuerattacken zu.
2) Unclean Beast: Gehört ebenfalls zur Klasse der Assassinen. Mit seinen mächtigen Klauen ist er ein guter und vor allem schneller und wendiger Nahkämpfer.
3) Regulus: Schwierig zu leveln, aber mit enormer Reichweite. Mit höheren Leveln sehr mächtig. Regulus ist der klassische Fernkämpfer.
4) The Rook: Groß, behäbig, durchschlagskräftig. So lässt sich The Rook kategorisieren. Wo er mit seinem mächtigen Hammer hinlangt, wächst kein Gras mehr.

5) The Oak: Verteidigungsspezialist und Geisterbeschwörer. Zählt zur Gruppe der Generäle.
6) Queen Of Thorns: Die Dornenkönigin erfreut sich diebisch an den Lebenspunkten ihrer Konkurrenten und deren Untergebenen.
7) Sedna: Generälin Sedna verfügt über ausgezeichnete Heilkräfte. Ihre Einheiten sind daher nur schwer zu bezwingen.
8) Lord Erebus: Der Lord entpuppt sich als echter Vampir, kann ebenfalls Lebenspunkte durch seinen Biss entziehen. Setzt er sein Mana ein, ist er zeitweise unverwundbar.


Strategie mit Rollenspielelementen oder strategisches Rollenspiel?

Das Szenario von Demigod verspricht eine gute Portion Rollenspiel: Götter, Bogenschützen, Heiler, monströse Kreaturen… es ist eigentlich alles dabei, was Rollenspieler von einem guten Fantasy-Setting erwarten. Auch das Sammeln von Erfahrungspunkten und das regelmäßige Aufleveln des eigenen Charakters lassen einen Rollenspieleinschlag erkennen. Was Demigod jedoch abgeht, ist eine starke Hintergrundgeschichte:

Der Zirkel der Götter hat eines seiner Mitglieder verstoßen, da dieser Geheimnisse an die Sterblichen verraten hat. Der legitime Nachfolger rekrutiert sich nun aus den Reihen der Halbgötter. Diese treten in der göttlichen Arena gegen einander an und kämpfen um den freigewordenen Platz im Pantheon.


Der Weg zur Macht

Bis zum Aufstieg in den Rang eines Gottes ist es ein weiter Weg. Denn bevor es darum geht, die konkurrierenden Halbgötter auszuschalten, gilt es die nötigen Ressourcen für den Krieg bereitzustellen. Die Karte – die von der Größe her stets sehr überschaubar ist – ist aufgeteilt in einzelne Abschnitte. Kontrolliert euer Halbgott den Abschnitt, so gehören ihm auch sämtliche Bauwerke, die sich darauf befinden. Eine Goldmine etwa erhöht eure Liquidität ganz erheblich. Das so gewonnene Gold könnt ihr beispielsweise in den Itemshops ausgeben. Dort erlangt ihr Tränke, Rüstungen, Ringe, Schriftrollen und andere nützliche Gegenstände. Besonders machtvolle Items dürft ihr jedoch nur in speziellen Artefaktshops einkaufen. Diese sind preislich deutlich höher angesetzt, ein Kauf kann sich jedoch trotzdem als hilfreich erweisen.

Eine ganz besondere Bedeutung im Spiel hat die Zitadelle. Diese ist das Zentrum eurer Macht. Dort könnt ihr zum Beispiel gegen Gold eure Truppen verstärken oder den Output der Goldminen erhöhen. Wird die Zitadelle zerstört, habt ihr das Spiel verloren. Dementsprechend gut solltet ihr sie vor gegnerischen Angriffen schützen. Dazu könnt ihr den Weg zur Zitadelle mit allerlei Verteidigungseinrichtungen schützen, wie etwa einer Festung oder diversen Türmen.


Teamplay ist gefragt

Richtig in Fahrt kommt Demigod erst im Multiplayer-Modus. Hier bilden sich Teams (gute und böse Halbgötter) mit jeweils bis zu fünf Mitgliedern. Um einen Halbgott aus dem Spiel zu eliminieren, muss die dazugehörige Zitadelle zerstört werden. Wem dies zu langweilig ist, darf sich an zahlreichen Alternativzielen erfreuen. Bei „Dominator“ etwa müsst ihr eine bestimmte Anzahl von Kriegspunkten sammeln, die ihr wiederum für das Zerstören von Gebäuden, Truppen oder anderen Halbgöttern bekommt. Im Modus „Schlächter“ hingegen kann der Sieg nur durch das Töten einer vorher eingestellten Anzahl an gegnerischen Halbgöttern eingefahren werden. Um die Anzahl der zerstörten Festungen hingegen geht es im „Festungsmodus“.

Ist das Spielziel erreicht, dürft ihr euch die ausführlichen Statistiken zum Match ansehen. Hier werden von den Göttern so genannte „Belohnungspunkte“ verteilt, die euch in dessen Gunst steigen lassen. Habt ihr einmal genug Punte gesammelt, könnt ihr euch zu Beginn der nächsten Runde gleich ein mächtiges Artefakt zulegen, das euch weitere Vorteile verschafft. Die Art der Belohnung ist in verschiedene Kategorien unterteilt. Der Sieger der Partie erhält die Belohnung „Gewinner“, wogegen die Belohnung „Halbgötter getötet“ an den Halbgott mit den meisten „Kills“ geht.

Gerade im Teamplay kann Demigod seine Stärken ausspielen. Schon im Vorfeld eines Matches gilt es sich gut abzusprechen. Können ein grobschlächtiger Charakter wie The Rook und der schnelle Nahkämpfer Unclean Beast wirklich ein gutes Team bilden? Oder empfiehlt sich nicht doch eher die Kombination mit einem Fernkämpfer? Durch die Zusammenstellungen der Teams ergeben sich immer wieder neue Möglichkeiten ans Ziel zu gelangen. Leider bereit hier jedoch das Balancing einige Probleme. Mit der Wahl der richtigen Klasse bekommt ihr direkt vom Start weg einen kleinen Vorteil. Insbesondere die Generäle mit ihren schlagkräftigen Extratruppen, erscheinen doch relativ mächtig zu sein.

Am meisten Spaß macht Demigod sicherlich in einer Runde guter Freunde. Wer keine Demigod-Besitzer in seinem Freundeskreis hat, darf natürlich auch im Internet nach Gegnern stöbern. Bleibt zu hoffen, dass sich hier eine gute Community bilden wird. Notfalls bleibt euch noch das Hinzuschalten von KI-Halbgöttern, die ihren Job recht zufrieden stellend verrichten. Solospieler sollten sich jedoch überlegen, ob Demigod ihre Erwartungen erfüllen kann, da es im Spiel lediglich acht unterschiedliche Karten gibt und das Spiel somit schnell seinen Reiz verlieren dürfte. Inhaltlich gibt es an den Karten allerdings nur wenig zu bemängeln. Alle sind schön anzusehen und versprechen viele taktische Finessen. Es wäre trotzdem wünschenswert gewesen, wenn Gas Powered Games hier noch ein wenig mehr Quantität geboten hätte.

Ausgezeichnet mit den folgenden GameRadio-Awards:






Als Multiplayer-Spiel weiß Demigod durchaus zu überzeugen. Gerade in geselliger Runde kann das Spiel einige Stunden gute Unterhaltung bieten. Die Halbgötter spielen sich alle recht unterschiedlich, was mich immer wieder zu neuen Experimenten verleitet hat. Wenn jetzt das Balancing noch ein wenig ausgebessert wird, hat Demigod das Zeug zum Langzeit-Hit. In der Solokampagne wird Demigod jedoch leider recht schnell langweilig. Gerade mal acht verschiedene Karten motivieren vielleicht ein paar Tage, können mich aber nicht für längere Zeit vor den Monitor locken.
82%
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Über "Demigod" im Forum diskutieren

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#1 | david [25.05. | 16:16] 
Einzelspieler
Natürlich kann Demigod im Einzelspieler "kein Blumentopf gewinnen".
Dieser ist ja auch nur zum üben und einstige gedacht. Er ist eigentlich nicht viel mehr als die Bots in CS und bei CS würde doch wohl niemand einen "schlechten SP Modus" als Kritik in ein Review reinschreiben.

#2 | Micha [25.05. | 16:20] 



12.852
Einzelspieler
Erwähnt werden sollte es aber trotzdem. Einige Zocker könnten sonst überrascht davon sein, dass das Spiel erst online sein wahres Potenzial entfaltet.

#3 | Gelbwut [26.05. | 08:39] 
Quark
Schwachsinniger Vergleich! Der (fast)nicht vorhandene Singelplayer gehört 1000 Mal eher in ein Review als Herr davids Kommentar unter das selbige.
Auch der Umfang ist für Multiplayer lächerlich oder um bei dem tollen Vergleich zu bleiben wie toll wäre CS mit nur 8 Karten? :P

Umgerechnet 100 DM gebe ich nicht aus für ein Spiel mit dem Umfang eines mageren Add-On's und eines so gut wie nicht vorhandenen Single Player Parts.

Aber jedem das seine ;)

#4 | Gast [28.05. | 09:22] 
Demigod
irgendwie errinert mich das spiel an DoTa von warcraft3 also ne eigene idee is das nich gerade^^


 
















mehr Wallpaper






















Pro:
abwechselungsreiche Charaktere
eingängige Steuerung
motivierender Multiplayermodus
gut animierte Truppen
gutes Kartendesign

Contra:
Solokampagne schnell langweilig
nur acht verschiedene Karten
Balancing Probleme
belanglose Story


Offizielle Website:
 Demigod Website

Weitere Links:
 Trailer
 Gameplay-Video



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