Hardcore-Gamer sollten mit den "SteelSeries" bereits vertraut sein. Wenn es um individuelle Tastaturen geht, spielt meist dieser Name mit. Das uns zum Test vorliegende "SteelSeries Zboard" richtet sich speziell an Spielernaturen, die neben einem normalen Tastatur-Layout für Büro-Arbeiten, während des Zockens auf unnötige Tasten verzichten wollen. Das Besondere an der Tastatur: es werden zwei Aufsätze mitgeliefert, die sich kinderleicht austauschen lassen. Auf der einen Seite steht die normale, konventionelle Variante, auf der anderen die auf Spiele zugeschnittene und deutlich differenziertere Ausgabe. In unserem Artikel nehmen wir vor allem letztere Version unter die Lupe, widmen uns aber auch der klassischen und klären euch über die weiteren Features des Zboards auf.
Zubehör
Im Lieferumfang des Zboard sind neben den beiden zusammenklappbaren Tastatur-Aufsätzen auch eine ungepolsterte, aber komfortable Handballenauflage, zwei USB-Eingänge und jede Menge frei belegbaren Extra-Tasten am vorderen Rand enthalten. Diese sind jeweils mit Symbolen (Lupe, Ordner, Sprechblase, Rechner, Brief etc.) gekennzeichnet, sodass die Konfiguration mit der beiliegenden Software eigentlich ein Leichtes wäre. Allerdings stürzte die Software auf unserem Testrechner umgehend ab und ließ keine Belegungs-Einstellungen zu.
Verarbeitung
Die Verarbeitung aus rauem Plastik wirkt grundsolide, kann mit den teureren Konkurrenten von Logitech und Co. aber nicht mithalten. Das merkt man unter anderem daran, dass die Tasten ein wenig wackelig geraten sind. Auch beim Schreiben, wenn die Tasten zeitweise unschöne Geräusche von sich geben, wird der Unterschied zu den Luxus-Tastaturen deutlich. Führt man sich den verhältnismäßig günstigen Preis von knapp 50 Euro vor Augen, ist das aber auch nicht unbedingt unverständlich. Designtechnisch kommt die Tastatur schlicht, aber mit der schwarz-grau verkleideten Oberfläche und den glatt polierten Tasten recht ansprechend rüber. Rutschresistente Gumminoppen unterhalb des Geräts verhindern zudem lästige Schlitterpartien.
Klassisch ausreichend?
Der Tastenanschlag wiederum ist (bei beiden Aufsätzen) gut ausgefallen, womit das Surfen oder Schreiben problemlos und flüssig von der Hand geht. Allerdings haben bezüglich des Standard-Layouts nicht alle Tasten den selben Anschlag, die J- sowie Enter-Taste besitzen zum Beispiel einen kürzeren Anschlag, bedingt durch die vertiefte Lage. Angeordnet sind die Tasten der konventionellen Ausgabe ein wenig zusammen gestaucht, Freiräume wie bei anderen Anbietern findet ihr hier nicht. Dafür müsst ihr auf keine der im Normalfall verfügbaren Tasten verzichten. Ziffernpad, F-Block und Spezial-Knöpfe beispielsweise zum Drucken, sind mit untergebracht.
Beim Austausch der beiden dreilagigen Aufsätze muss darauf geachtet werden, dass das Zubehör richtig einrastet. Andernfalls stört ihr euch ahnungslos an kratzigen Geräuschen oder nicht funktionierenden Tasten. Mit etwas Geschick klappt die Installation aber ohne Komplikationen. Nett: viele Tasten der Klassik-Variante wurden mit hilfreichen Informationen in ansehnlichem Blau beziehungsweise Olivgrün versehen. So sieht man auf den ersten Blick, welche Taste, welche Aufgabe beim Arbeiten erfüllt.
Die Gaming-Variante
Logischerweise ist der zweite Aufsatz sicherlich der Hauptgrund für den Kauf des Zboards. Das Layout der Gaming-Variante ist grundlegend abgeändert und voll auf das reine Spielvergnügen ohne überflüssige und störenden Tasten ausgelegt. Ganz links, wo bei der klassischen Ausgabe die WASD-Tasten vorzufinden sind, befinden sich die relevanten Tasten, die man zum Spielen braucht. Diese wurden besonders hervorgehoben. Die wichtigen WASD- sowie QE-Tasten wurden durch unfehlbar große auffällige Knöpfe ersetzt, die eng beieinander liegen. Alle weiteren umliegenden Tasten sind dagegen weitaus kleiner und in runder Form konzipiert worden.
Wer zuvor an eine Standard-Tastatur Hand angelegt hat, dürfte vorerst sichtliche Probleme mit der ungewohnten Belegung haben. Allerdings gelingt das Spielen nach einer mittellangen Eingewöhnungsphase sehr gut, da die Tasten sinnvoll angeordnet und insbesondere die Druckpunkte ordentlich ausgefallen sind. Außerdem fehlen auch die passenden Beschriftungen der jeweiligen Tasten nicht. Dank der seperierten Tastaturbelegung können sich geübte Spieler also einen kleinen Vorteil gegenüber den normal Ausgestatteten verschaffen, da keine unnütze Taste beim Zocken in die Quere kommt.
Aufgrund der Tatsache, dass die eigentlichen Tasten dem spezifizierten Bereich weichen mussten und sich erst ab der Mitte der Tastatur nach rechts hin erstrecken, gibt es zweierlei Probleme. Zum einen ist der konventionelle Teil stark komprimiert und zusammengepfercht. Zum anderen muss man sich erst an die spezielle Sonderbelegung gewöhnen. Da beim Spielen jedoch wenig bis gar nicht geschrieben wird, relativiert sich dieser Umstand wieder.
Übrigens könnt ihr im Internet mehrere Ausgaben des "SteelSeries Zboards" ergattern und das Design dabei eingeschränkt mit zusätzlichen Ziffernblöcken beziehungsweise Layouts an eure Bedürfnisse anpassen.
Ausgezeichnet mit den folgenden GameRadio-Awards:
