In ferner Zukunft, in den Slums der Städte, fiebert das Volk seiner einzigen Abwechslung entgegen: atemberaubenden Stateshift-Rennen. Bewaffnete Boliden, die durch Power-Ups Form und Handling verändern können, treten gegeneinander an. Für die Turniere werden nur die besten der besten Fahrer zugelassen. Wirst du dabei sein und Renngeschichte schreiben? Setze dich gegen 15 furchtlose Gegner durch und nutze Minen, Raketen, Bomben und EMP um sie aus dem Weg zu räumen! … Das alles verspricht uns der Klappentext. Doch was taugt State Shift in der Praxis?
Während sich das Genre der Funracer auf den Konsolen großer Beliebtheit erfreut, haben es Spiele dieser Machart auf dem PC schwer. So richtig in Fahrt geraten sie meist erst in größerer Runde. Doch knubbelt es sich dann auch oft schnell am Schreibtisch, was den Spielabend dann recht ungemütlich werden lässt. Zumal fehlt es PC-Spielern auch häufig an der passenden Gamepad-Peripherie. Insgesamt also keine leichte Aufgabe, die sich Playlogic da vorgenommen hat.
Als Grundlage dient interessanterweise ein PSP-Spiel, das bereits im Juli 2007 veröffentlicht wurde. Großes Aufsehen konnte der Racer allerdings schon auf Sonys Handheld nicht erregen. Keine guten Vorraussetzungen für einen Hitstempel…
State Shift – Ein Erlebnisbericht
Völlig vorbehaltlos öffne ich neugierig die Packung des neuen Spiels. Das Artdesign suggeriert mir, dass ich es mit einem actionlastigen Raser zu tun habe: futuristisch und modern. Naja, ein wenig billig sieht es ja schon aus, aber schließlich zählen die inneren Werte. Also rein mit der CD und nach einer kurzen Installationszeit flimmert auch schon das Intro über den Bildschirm. Entspannt lehne ich mich in meinen Bürosessel zurück und betrachte emotionslos die belanglosen Szenen. Nach einigen Sekunden frage ich mich, ob die Bilder wohl mit Absicht so verpixelt sind? Sicher ein neumodischer Effekt, der das Science-Fiction Ambiente des Spiels noch mehr unterstreichen soll.
Egal, nun geht es aber endlich los. Nachdem ich mich für den Einstieg gleich mal für ein „Schnelles Spiel“ entschieden habe, erwarte ich mit Vorfreude die Bolliden. Also los: Zack! Auf Enter gedrückt und losdüsen… dachte ich mir zumindest. Stattdessen geschieht garnichts. Das war dann wohl die falsche Taste. Space… nichts… Alt… nichts… Strg…. die war es wohl auch nicht… F1… wieder Fehlanzeige! Ich werde stutzig und beginne nun immer exotischere Versuche, um das Spiel zum Starten zu bewegen: Mausklick… nichts… Shift… auch nicht… Escape… keine Reaktion. Kann es denn wahr sein? Bin ich etwa zu blöd dieses Spiel zu starten? Ein Blick ins Handbuch hilft spontan auch nicht weiter. Nun beginne ich systematisch die Tasten des Keyboards zu checken: Q W E R T Z… ohne Erfolg… U I O P Ü… das gibt es doch gar nicht. Verzweifelt drücken nun meine beiden Hände sämtliche Tasten nach unten… doch auch das bringt "State Shift" nicht aus der Ruhe. Mit beiden Unterarmen versuche ich nun wirklich alle Tasten gleichzeitig zu erwischen. Natürlich! Ohne Erfolg! Frustriert hämmere ich mit dem Zeigefinger auf die Tasten: et voilà das Spiel startet! Ein simpler „Doppelklick“ der Tasten führt tatsächlich zum gewünschten Erfolg.
Zurück zum Spiel
Konsequenterweise nutzt "State Shift" das Steuerungselement des „Doppelklicks“ auch im Spiel. So löst ihr die Sonderfertigkeiten eures Wagens ebenfalls mittels doppelten Tastendrucks aus. Dies steuert sich in etwa so komfortabel wie ein Egoshooter mit dem Notebook-Touchpad. Nach einiger Zeit habe ich mich allerdings an diese kleine Eigenheit von "State Shift" gewöhnt und beginne die Jagd auf meine Mitkonkurrenten. Noch immer kämpfe ich mit der trägen Steuerung des Spiels. Einige Mal tangiere ich sacht die Streckenbegrenzung. OK, ein Schadensmodell scheint hier nicht vorgesehen zu sein. Ist ja auch nicht schlimm, immerhin handelt es sich hier um einen Funracer. Kaum habe ich diesen Gedanken zu Ende gedacht, pralle ich schon mit voller Breitseite in das nächste Hindernis. KRAWUMM! Schon sehe ich, wie es meinen Wagen explosionsartig in seine Einzelteile zerlegt. Na immerhin, es gibt also doch ein Schadensmodell: intakt und Schrott!
Doch von so einem Rückschlag lasse ich mich nicht abschrecken. Wieder geht es für mich und meinen Wagen auf die Strecke. Unterwegs sammle ich dabei immer wieder eigenartige Punkte auf, deren Sinn sich mir zunächst nicht ganz erschließt. Dann erinnere ich mich jedoch wieder an die „Doppelklick“-Steuerung. Plötzlich zeigt mein Vehikel ungeahnte Fähigkeiten. Mittels Boost düse ich an meinen Gegnern vorbei oder steuere meinen Wagen auch mit Vollgas durch die engsten Kurven. Gerade letzteres Feature ist äußerst vorteilhaft. Steuert sich mein Gefährt sonst doch eher wie ein Panzer auf Spülwasser.
State Shift – Meine Karriere als Science-Fiction Held
Klar, wie nahezu alle anderen Rennspiele, verfügt auch "State Shift" über einen Karrieremodus. Wer hier jedoch mit einer ausufernden Rennsaison oder gar einem Storymodus gerechnet hat, wird abermals enttäuscht. Zunächst stehe ich einer Karriere als Top-Pilot noch ganz aufgeschlossen gegenüber. Ich überhole einen Wagen nach dem anderen und gewinne Rennen um Rennen. Besonders schwer fällt es mir nicht, da sich die KI diese Bezeichnung kaum verdienen kann. Langsam merke ich wie mein Kopf anfängt zu dröhnen und ich frage mich, woran es wohl liegt. Ich entscheide mich dazu, die Musik des Spiels abzuschalten und merke wie wundervoll harmonisch doch der Lüfter meines Rechners surrt. Eine echte Wohltat.
Wieder habe ich einen Sieg eingefahren. Doch statt des Triumphgefühls macht sich langsam Ernüchterung breit. Es dämmert mir nun, dass der Karrieremodus von "State Shift" kaum mehr ist, als das Aneinanderreihen der verschiedenen Strecken. Zumal sich auch die Gegner wie ein Ei dem anderen gleichen. Da hat sich Playlogic wohl die Arbeit gespart. Wozu auch mehrere Gegnertypen? Auto bleibt schließlich Auto, oder nicht?
Multiplayer – Geteiltes Leid ist halbes Leid?
Was macht einen Funracer aus? Natürlich! Er soll vor allem für Spaß in geselliger Runde sorgen? Doch auch hier scheitert "State Shift" kläglich. Zwar spendiert Playlogic seinem Spiel einen Splitscreen-Modus, doch dieser kann "State Shift" auch nicht retten. Meine Bemühungen meinen Mitspieler zu ein paar weiteren Runden zu überreden, laufen ins Leere. Dieser winkt nur ab und zieht mit mir ein ernüchterndes Fazit:
Ausgezeichnet mit den folgenden GameRadio-Awards:
