Sport. Ein Wort, das ein unvergleichlich großes Spektrum an verschiedenen Tätigkeiten abdeckt. Egal ob Fussball, Golf oder auch Schach. Wir wollen uns jedoch heute einer Sportart widmen, die in der Welt des Gamings fast schon zum Urgestein gehört: Tischtennis. Allerdings ist unser heutiges Spiel keine Neuauflage des Klassikers Pong, sondern eine realistische Umsetzung der Sportart namens "Tischtennis-Simulator 3D" aus dem Hause astragon. Wie realitätsnah der Titel wirklich ist und ob er das hält, was die Rückseite der Verpackung verspricht, erfahrt ihr in unserem Test.
Es war einmal ein Plastikball, ein Schläger und ein Spieler
Wirklich viel über eine Story gibt es nicht zu schreiben, denn es gibt keine. In einem kurzen Clip erklärt euch der deutsche Tischtennis-Spieler Tom Deisert, was euch genau in diesem Spiel erwartet. Dabei kann man alle Features des Spiels an einer Hand abzählen: Training, Karriere, Schnellstart und Spiel. Während Training und Schnellstart noch selbsterklärend sind, möchte ich euch näherlegen, was es mit Spiel und Karriere auf sich hat.
Im Karriere-Modus erklimmt ihr mit einem Topspieler eurer Wahl den Thron der globalen Tischtennis-Welt. Dabei hat jeder Teilnehmer eigene Stärken, die sich leicht und verständlich in einer Tabelle ablesen lassen. Der Karriere Modus dürfte dabei auch am meisten Beschäftigung bieten und die Tischtennis-Fans unter euch an den Rechner fesseln.
Der "Spiel"-Modus hingegen ist nichts anderes als eine Zusammenfassung der Kern-Features des Titels. Ihr wählt euren Spieler, verpasst ihm einen Schläger, wählt seine Nationalität aus, gebt ihm noch ein passendes Sportoutfit und sucht letzten Endes die Tischtennisarena, in der ihr spielen wollt.
Dabei bietet der "Spiel"-Modus ganze drei Möglichkeiten: Das Spiel gegen die Ki, also ein ganz normales Match, dann den Zweispieler-Modus, in dem ihr gegen einen Freund spielen könnt (beachtet hierbei aber, dass ihr zu zweit an einem Rechner spielt und einer der Spieler auf ein Gamepad angewiesen ist). Dazu gesellt sich das Arcadespiel, hier Last Man Standing genannt. Nein, die Tischtennisprofis liefern sich hier kein 1A-Wrestlingmatch, vielmehr geht es darum, so viele Gegner wie möglich zu besiegen. Die Regeln sehen hierbei folgendermaßen aus: Ihr schlagt einen Gegner, nachdem ihr 5 Punkte erreicht habt, dann erscheint der nächste Kontrahent. Sobald die Gegnerische Mannschaft 21 Punkte erreicht hat, ist das Spiel vorbei.
Spieltraining ja, Motivationstraining nein
Als Tischtennis-Laie habe ich natürlich auch erst einmal den Trainingsmodus ausgewählt. Dabei muss man loben, dass die Erklärung des Trainings gelungen ist und der Einstieg ins Spiel sehr anschaulich und leicht verständlich verläuft. Das wars dann aber auch schon. Ihr bekommt die verschiedenen Aktionen zwar verständlich erklärt, es sind jedoch einfach zu viele und in Spielreihenfolge zu komplexe, um sie in einem Match ordentlich einzusetzen. Zudem wurde das Spiel dermaßen langweilig synchronisiert, dass sich sehr schnell Ermüdungserscheinungen einstellen.
Der eigentlich Schock erfolgt augenblicklich nach Spielstart: die Grafik. Sie ist wirklich unterirdisch schlecht und erinnert eher an die Playstation1-Ära anstatt an ein Computerspiel aus dem Jahre 2009. Tischtennisplatten und Arenen mögen nach ganz OK aussehen, doch bei den Spielern ist jegliche Hoffnung verloren. Der nervige Elektronik/ Techno-Sound passt auch in keinster Weise zum Spielgeschehen, lässt sich jedoch über einen Klick in den Optionen ausschalten, danke dafür.
Dass das Spiel nichtmal über einen Onlinemodus verfügt, bringt das Fass dann letzten Endes zum Überlaufen.
Misslungener Aufschlag
"Tischtennis-Simulator 3D" bekommt nicht mal den Fuß richtig aus dem Bett, das Training ist unmotivierend, die Steuerung ist schwammig und ungenau, die Kollisionsabfrage des Balls ist schrecklich, die ganzen Aktionen lassen sich nicht geschickt ins Spiel einbauen, die Grafik ist miserabel und die Synchro verleitet zum Einschlafen. Wenn überhaupt, dann finden wirklich nur Hardcore-Tischtennis-Freaks ihren Gefallen am Spiel.