Seit 1996 liefern SNK fast jährlich neue Teile der "Metal-Slug"-Reihe ab. In den Spielen ging stets um das Vernichten vieler Gegner samt gepfeffertem Schwierigkeitsgrad und vor allem um Highscores. Nun ist endlich der siebte Teil für den Nintendo DS erschienen. Für uns ist das natürlich Grund genug, im Folgenden einen genaueren Blick auf den Titel zu werfen.
Morden will morden.
Der Krieg scheint vorbei und die Bürger sind mit dem Wiederaufbau beschäftigt, als völlig unerwartet ein Morden-Soldat auftaucht. Sofort ist klar, dass General Morden besiegt werden muss, damit der Frieden nicht bedroht ist. Um diesen Auftrag zu erfüllen, wird eine sechsköpfige Elitetruppe zur Müllinsel geschickt. Die (ohnehin nur in der Anleitung lesbare) Story ist jedoch spätestens dann unwichtig, wenn man mit einem der sechs Charaktere auf der Insel gelandet ist.
Einsatzbereit, Sir!
In den Missionen gilt es, durch die 2D-Levels zu kommen und dabei möglichst viele Gegner über den Jordan zu schicken. Ihr bewegt euch also meistens linear von links nach rechts und müsst alle paar Schritte eine neue Gruppe angreifender Soldaten, die oft in Begleitung von Panzern und Kampfhelikoptern erscheinen, besiegen. Dazu steht euch ein durchschnittliches Waffenarsenal zu Verfügung. Neben der immer benutzbaren Pistole und den Handgranaten erhaltet ihr von befreiten Kriegsgefangenen neue Waffen wie Maschinengewehre, Raketenwerfer oder Laserpistolen. Die Steuerung funktioniert dabei prinzipiell gut, jedoch sind diagonale Schüsse nur während des Wechselns von horizontaler zu vertikaler Schussrichtung kurz möglich. Verliert ihr ein Leben, verliert ihr auch alle Waffen bis auf die Pistole. Und das geschieht recht häufig, denn während der niedrigste Schwierigkeitsgrad noch moderat ist, werdet ihr von den beiden höheren vor eine harte Herausforderung gestellt.
Die einzelnen Levels sind dabei abwechslungsreich designed worden; mal seid ihr am Strand der Müllinsel unterwegs, mal erklimmt ihr schneebedeckte Berge, mal kämpft ihr euch durch eine Fabrik. In jedem Level sind außerdem etwa 15 Kriegsgefange versteckt, die es zu befreien gilt. Der Haken dabei: Verliert ihr auch nur ein Leben, werden alle der ungepflegten Vollbartträger, die ihr bisher gefunden habt, wieder gefangen und die ganze Mühe war für die Katz'. Damit ihr jedoch nicht so schnell ins Gras beißt, gibt es in jedem Level einen der namensgebenden Slugs; das sind Machinen wie Panzer oder Mechs, die eine hohe Feuerkraft aufweisen, Soldaten einfach überfahren können und eine Energieleiste haben. Mit ihnen sind auch die Endgegner leichter zu besiegen, die am Ende jedes Levels auf euch warten und das Highlight des Spiels darstellen.
Leider gibt es im Spiel nur sieben Hauptmissionen, die abhängig von Mission und Schwierigkeitsgrad etwa fünf bis zwanzig Minuten dauern, so dass man den Abspann, wenn man keinen zu hohen Schwierigkeitsgrad wählt, schon nach circa zwei Stunden sieht. Das Spiel richtet sich also ganz klar an Highscorejäger, die auch nach zwanzig Versuchen noch am selben Level Gefallen finden. Sehr schade ist außerdem, dass man bei SNK auf einen Koop-Modus verzichtet hat, ist dieser doch bei ähnlichen Spielen wie Super Probotector (SNES) der absolute Höhepunkt. Neben den Hauptmissionen gibt es noch die Kampfschule. Wer jetzt an ein Tutorial denkt, hat falsch gedacht. Hier gibt es spezielle Missionen wie "Beende Level XY, ohne ein Leben zu verlieren. Dir stehen nur Pistole und Granaten zur Verfügung". Diese Missionen sind wesentlich schwerer als das Hauptspiel und dank anschließender Bewertung und gemessener Zeit auch ein gefundenes Fressen für Highscorejäger.
Soldat! Wie sehen Sie denn aus?
Obwohl die dreidimensionale Grafik seit Jahren Standard ist, setzt "Metal Slug 7" komplett auf 2D-Rastergrafik. Diese hat jedoch Stil und schafft es, ein gewisses Retrofeeling zu verbreiten, ohne dabei extrem veraltet zu wirken. Die Hintergrundmusik ist nett, wird aber meistens von den Schussgeräuschen und Sterbensschreien der Gegner übertönt. Wer dies nicht mag, kann es natürlich in den Optionen anpassen. Der deutschen Lokalisierung ist ein gewisses Laissez-faire anzumerken. Das Menü ist komplett in deutscher Sprache, die Waffennamen und Anweisungen im Level sind aber englisch. Jedoch beschränken sich diese auf "Go" und "Mission Start/Complete". Desweiteren kommen kleinere Übersetzungsfehler vor. Pluspunkte kriegen die witzigen Dialoge mit dem Drill Instructor der Kampfschule.