Durch Spiele wie "»Anno 1701" oder "»Geheimakte Tunguska" hat sich das Entwicklerstudio keen games bereits einen Namen gemacht. Mit "Koch doch mal! mit Jamie Oliver" wagen sie sich diesmal an eine Kochsimulation. Ob das Gericht genießbar is(s)t, oder eher auf dem Kompost landet, erfahrt ihr in unserer Review.
Zwei-Gänge-Menu
"Koch doch mal! mit Jamie Oliver" bietet nicht nur ein Kochbuch, sondern auch ein Kochspiel. Da wir aber erstmal nicht spielen, sondern kochen wollen, wenden wir uns zuerst dem Kochbuch zu.
Nachdem wir von der deutschen Originalstimme von Jamie Oliver begrüßt wurden, suchen wir uns unter dem Menupunkt Kochbuch eines von über 100 Rezepten aus. Ist euch die Auswahl auf den ersten Blick zu unübersichtlich, könnt ihr diese einschränken. Soll das Gericht schnell zubereitet sein, Fisch oder Fleisch enthalten oder Vorspeise, Hauptgericht, oder ein Dessert sein? Könnt ihr bestimmte Zutaten auf den Tod nicht ausstehen, so lassen sich die betreffenden Gerichte ausschließen, die zum Beispiel Artischocken enthalten. Habt ihr nun, nach dem ganzen Auswahlverfahren, endlich ein Mahl gefunden, dass eurem Gaumen zusagt, bedarf es nur eines Klicks mit dem Stylus und ihr gelangt in die Zutatenübersicht. In dieser wird auf das Gramm genau angezeigt, welche Zutaten ihr benötigt. Fehlen einige, genügt ein weiterer Klick auf den Einkaufswagen und euer Nintendo DS verwandelt sich in eine Einkaufsliste. Mit dem Handheld bewaffnet hakt ihr so im Supermarkt jede fehlende Komponente eures Mahls ab.
Zurück am heimischen Herd kann es dann auch schon losgehen. Schritt für Schritt wird das Rezept beschrieben, via Sprachsteuerung blättert ihr mit „weiter“ die Seiten um. Die vielen Nebengräusche, die in einer Küche während des Kochens entstehen, werden oft fehlinterpretiert und ehe man es sich versieht, ist man schon auf der letzten Seite des Rezeptes angelangt. Doch zum Glück gibt es ein weiteres Zauberwort. Ein nettes „zurück“ und schon blättert das Kochbuch die Seiten zurück. Ist einem die Spracherkennung zu ungenau, so lassen sich die Menüs auch mit dem Stylus durchforsten. Hierbei sollte man aber auch bedenken, dass die Hände nicht immer sauber bleiben. Definitiv ein Pluspunkt der Spracksteuerung. Ein weiteres Feature ist der Timer: Muss eine Mahlzeit pünktlich aus dem Ofen geholt werden, so gibt es speziell dafür eine Art Wecker, der euch via Alarm über den Ablauf der Zeit informiert. Folgt man den Anweisungen, dürfte der Festschmaus nicht wesentlich anders aussehen, als der des Kochprofis.
Solltet ihr selbst ein kreativer Profi in der Küche sein, könnt ihr sogar eigene Rezepte erstellen und diese mittels Freundescode an eure Bekannten verschicken.
Schieb, schieb in den Ofen rein!
"Koch doch mal! mit Jamie Oliver" ist aber nicht nur ein Kochbuch, sondern auch ein kleines Kochspiel. Wie bei "Cooking Mama" erledigt ihr in der Testküche kleine Handlanger-Aufgaben, wie waschen, schneiden, Herdplatte anschalten und Essen anrichten. Fühlt ihr euch sicher genug, könnt ihr 25 der 100 Rezepte in einer der 10 recht hübsch und übersichtlich gestalteten Küchen nachkochen. Damit dies auch realistisch genug rüberkommt, führt ihr die Bewegungen mit dem Stylus aus. Positiv ist hier anzumerken, dass die Steuerung tadellos funktioniert und leicht von der Hand geht.
Nach dem ganzen schneiden, anrichten, waschen und kochen könnt ihr euer Können dann im Kochwettstreit unter Beweis stellen. Innerhalb eines vorgegebenen Zeitfensters, kocht ihr 25 Originalrezepte nach: Backt in Rekordzeit einen Kuchen oder kocht eine leckere Suppe, aber schnell, die Uhr läuft gegen euch! Zum Schluß werden, wie in einem Wettstreit üblich, die Ergebnisse in eine Highscoreliste eingetragen. Doch Vorsicht: nur wer geübt ist, wird diese Challenge auch erfolgreich absolvieren.
Das Auge isst mit!
Deswegen kommt man oft genug in die Versuchung, in seinen DS zu beißen. Die realistischen Bilder der Gerichte, sehen einfach zum Anbeißen aus. Und aus den Küchen der Challenge-Area, möchte man am liebstem gar nicht mehr raus, so authentisch wirken sie. Musikalisch, gibt es nur in den Menus was auf die Ohren, während des Kochens jedoch herrscht Stille. Wünschenswerter wäre eine Stimme wie bei "Kochkurs – Was wollen wir heute kochen?" gewesen, die einem die Schritte der Rezepte wiederholt aufsagt. So muss man sich vom Geschehen öfter abwenden, um nochmal nachzulesen, was sehr störend ist. In den Testküchen wiederum machen die Gerätschaften die realistisch gewohnten Geräusche. Das Wasser der Spüle rauscht, die Tür des Backofens klappert.