Seit der Veröffentlichung von Nintendos Casual Gamer-Verkaufsschlagern DS und Wii wagen sich immer mehr Publisher an die Erschließung neuer Zielgruppen. Während sich Ubisoft mit seiner „Spiele für mich“-Reihe unter anderem an Kopien von "Nintendogs" und "Dr. Kawashimas Gerhirnjogging" versucht, schlägt Konami in die Fitness-Kerbe und bringt mit "Let’s Yoga" ein umfangreiches Yoga-Tutorial im Hosentaschen-Format. Ob der virtuelle Trainer eine gute Alternative zum überfüllten Fitness-Studio ist, erfahrt Ihr in unserem Test.
Entspannung auf Knopfdruck
Wer sich schon einmal an Yoga versucht hat, weiß, dass es gar nicht so einfach ist, die perfekte Einsteiger-Trainingsmethode zu finden. Bücher beinhalten zwar oft große Farbabbildungen, können den Übungsablauf jedoch nur schwer darstellen, so dass Ihr das Training oft zum Nachlesen oder Umblättern unterbrechen müsst. In einem Yoga-Kurs erläutert ein Lehrer die unterschiedlichen Asanas (Yoga-Posen) und hilft Euch bei deren Ausführung. Doch gerade als Anfänger können einige dieser Stellungen recht ungelenkt und bei weitem nicht so anmutig wie bei anderen Teilnehmern aussehen – peinliche Situationen sind also quasi vorprogrammiert. Wer die hohe Kunst des Dehnens und Entspannens zunächst lieber in den eigenen vier Wänden ausprobieren möchte, ist bei Konamis "Let’s Yoga"-Übungsprogramm für Nintendo DS genau richtig. Das Modul ist voll gepackt mit über 80 Asanas und zahlreichen Trainingsmodi mit denen Ihr schon nach wenigen Wochen erste Erfolge verzeichnen könnt.
Vom Anfänger zum Yogi
Für Einsteiger empfiehlt es sich, zuerst die umfangreichen Meister-Lektionen von "Let’s Yoga" zu absolvieren. Hier werden die Grundlagen, die geschichtlichen Hintergründe und Posen der indischen Lehre in sechs Klassen mit jeweils fünf Übungseinheiten erklärt. Deren Absolvierung dauert im Schnitt 5 bis 35 Minuten und vermittelt einen guten Einblick in die unterschiedlichen Atem- und Meditationstechniken sowie die Asanas. Auf dem oberen Bildschirm seht Ihr dabei immer eure Yoga-Lehrerin, die jede der Übungen demonstriert, während auf dem unteren Bildschirm die Lektionsdauer angezeigt wird. Anhand der Pause-Taste könnt Ihr die Übung jederzeit einfrieren und die entsprechende Pose per Stylus aus dem 360 Grad-Winkel von allen Seiten betrachten. Für jede absolvierte Meister-Lektion schaltet Ihr neue Outfits für Eure Yoga-Lehrerin frei. Diese lassen sich unter dem Menüpunkt „Einstellungen“ anpassen.
Schnelle Hilfe gegen Stress am Schreibtisch
Habt Ihr alle Meister-Lektionen absolviert, könnt Ihr Euer Training anhand zahlreicher Spielmodi fortsetzen. In ca. zehnminütigen Kurzsitzungen lassen sich kleine Wehwehchen wie Kopfschmerzen oder verspannte Schultern bekämpfen, während Ihr mit „Stuhl-Yoga“ auch am Arbeitsplatz kleine Yoga-Pausen einlegen könnt, um beispielsweise den schmerzenden Rücken ein wenig zu strecken. Hinter dem Menüpunkt „Zufälliges Yoga“ verbirgt sich ein abwechslungsreicher Trainingsplan in dem Ihr den Schwierigkeitsgrad (Stufe 1 bis 5), die Lektionsdauer (5 bis 60 Minuten) sowie den Übungsschwerpunkt (Beweglichkeit, Energie, Balance) Euren Vorlieben anpassen könnt. Die Erstellung von eigenen Übungseinheiten mit bevorzugten Yoga-Posen ist unter dem Menüpunkt „Mein Yoga“ ebenfalls möglich. Hier lassen sich aus den über 80 Asanas mehrere individuelle Workouts zusammenstellen und abspeichern.
Lotus-Pose mit Sprachbarrieren
Die Übungsabläufe in "Let’s Yoga" beginnen stets mit einer Atemübung und enden mit dem so genannten „Toten Mann“ - einer Meditationspose. Unterlegt wird das Workout mit ruhigen Ambient-Klängen sowie wahlweise eingeblendeten Atemtechnik-Hilfen. Anhand der Zufallsoption könnt Ihr Euch mit wenigen Klicks ein tägliches Training generieren. Je nachdem wie Ihr Euch fühlt, lässt sich der Lektionsschwerpunkt auf Entspannung, Energie oder die Steigerung Eurer Beweglichkeit legen. Das Übungstempo bleibt dabei immer konstant, so dass Ihr die entsprechenden Posen in Ruhe einnehmen könnt. Einziger Kritikpunkt an "Let’s Yoga" ist die Sprachausgabe, welche leider nicht eingedeutscht wurde. Das englische Vokabular ist recht schwierig und so seid Ihr zu Beginn mehr damit beschäftigt, die deutschen Untertitel zu lesen, als auf Eure Yoga-Lehrerin zu achten. Nach zwei bis drei Lektionen legt sich dieses Problem dank Englisch-Lerneffekt jedoch wieder.