Ich habe selten erlebt, dass es bei einem Videospieltitel so viel Verwirrung um den Namen gegeben hat. Die einen schreiben „Chronos Twins“, die anderen schreiben „Chrono Twins“, richtig lauten muss der Titel allerdings „Chronos Twin“. So gibt es Entwickler Enjoy Up selber an und die müssen wohl wissen, wie ihr Action-Titel für den Nintendo DS lautet.
Vergangenheit und Gegenwart
Der Planet Skyla wird von einem Wesen namens Twime unterjocht, welches in zwei Zeitzonen existiert und deshalb unbesiegbar ist. Doch das Volk der Skyla lässt sich nicht so einfach beherrschen und baut eine Maschine, mit der es möglich ist, in zwei Zeitzonen gleichzeitig unterwegs zu sein. Als einer der Llhedar, eine Spezialeinheit die niemals aufgibt bis ihre Mission beendet ist, wird es eure Aufgabe sein, in diese Maschine zu steigen und den Kampf mit Twime aufzunehmen.
Das Geschehen findet auf beiden DS Bildschirmen gleichzeitig statt. Während Ihr im oberen Screen die Gegenwart seht, bekommt Ihr unten die Vergangenheit präsentiert. Da Ihr in beiden Zeitzonen unterwegs seit, könnt Ihr die jeweiligen Vorteile der Zeitzone nutzen und damit Hindernisse in der anderen Zeitzone überwinden.
Ein Beispiel: In der Gegenwart steht man vor einem unüberwindbaren Abgrund. In der Vergangenheit befindet sich in der Mitte des Abgrunds eine Plattform. Auf diese muss gesprungen werden und obwohl man in der Gegenwart ins Leere hüpft, fällt man nicht ins Bodenlose, da ja in der Vergangenheit eine Plattform bestand.
Es gibt jeweils einen Sprungbutton und zwei weitere Buttons zum Abfeuern eurer Armkanone, die im Laufe des Spiels das ein oder andere Upgrade erhält. Nur wer die beiden Screens die ganze Zeit genau im Auge behält und auf die kleinen Gefahrenanzeigen am unteren und oberen Rand beider Bildschirme achtet, hat eine Chance in diesem Spiel voranzukommen.
Leider stellt sich recht schnell heraus, dass die Entwickler dieses sehr interessante Prinzip etwas zu wenig durchdacht haben. Wenn auf dem oberen Bildschirm Gegner auftauchen und unten gleichzeitig Pfeile von der Decke fallen, dann wird das Geschehen schnell sehr hektisch, was einem einiges an Nerven raubt, gerade im späteren Verlauf des Spiels.
Ein Titel gemacht für den GBA
Bedauerlicherweise kann „Chronos Twin“ nicht verleugnen ursprünglich mal für den „Game Boy Advance“ in Entwicklung gewesen zu sein. Die Grafik ist auf eben diesem Niveau und wirkt trotz quietschbunter Comic-Optik mit der Zeit öde und ausgelutscht. Die GBA Wurzeln erkennt man auch am völligen Fehlen vom Support für Stylus und Touchpad.
Der Sound kann nicht wirklich begeistern und dümpelt so vor sich hin. Das Setting mag dem ein oder anderen noch gefallen, die magere Story die nur in simplen Textboxen erzählt wird, holt trotzdem keinen DS-Spieler mehr hinter dem Ofen hervor.