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TOMB RAIDER: LEGEND
 Test von Benjamin Jakobs (11.02.2007) Artikel-Feed (RSS) abonnieren
Genre:Action Publisher:Eidos
Termin:03. November 2006 Entwickler:Human Soft

Das Jahr 2003 war kein gutes Jahr für Lara Croft. Als „Tomb Raider: The Angel of Darkness“ erschien, erhielt das Spiel lediglich durchschnittliche Wertungen. Der Tiefpunkt der Serie war vorerst erreicht. Anschließend trennte sich Eidos vom ursprünglichen Entwickler Core Design und gab den nächsten Teil in die Hände von Crystal Dynamics, die zuvor unter anderem „Legacy of Kain“ entwickelten. Eine weise Entscheidung, wie sich drei Jahre später herausstellen sollte. Mit „Tomb Raider: Legend“ gelang Lara Croft ein fulminantes Comeback. Doch dabei wurden längst nicht alle Plattformen bedient, denn der Nintendo DS blieb vorerst zum Beispiel außen vor, zumindest bis jetzt. Wir haben die nun erhältliche DS - Version unter die Lupe genommen und verraten in unserem Review, ob sich der Kauf lohnt.


Einmal rund um die Welt


Die Geschichte in „Tomb Raider: Legend“ beginnt mit einer Rückblende: Klein Lara und ihre Mutter sind an Bord eines Flugzeuges unterwegs. Die Maschine gerät jedoch in einen heftigen Sturm, holt sich dabei einen Triebwerksschaden und stürzt in der verschneiten Bergregion von Nepal ab. Doch es kommt noch schlimmer. In einer Höhle finden beide eine Art Portal, welches letztendlich Laras Mutter verschwinden lässt. Jahre später stößt Lara bei einem Ausflug nach Bolivien auf seltsame Artefakte, die sie eben bei jenem früheren Ereignis schon gesehen hatte. Gibt es etwa noch eine Möglichkeit, ihre Mutter zu retten? Zumindest ist Lara nicht die einzige, die sich für diese alten Gegenstände interessiert. Eine längst totgeglaubte Freundin sowie der Sohn eines US-Senators machen Lady Croft das Leben schwer. Es beginnt damit eine abenteuerliche Reise rund um die Welt, welche den Spieler unter anderem nach Ghana, Kasachstan und Japan führt.


Klettern, springen, tauchen

Spielerisch orientiert sich „Tomb Raider: Legend“ für den Nintendo DS an den bereits erhältlichen Versionen für den PC und die Xbox 360. Das betrifft allerdings nicht jeden Bereich. Die Schauplätze wurden zwar nicht verändert, beschäftigen euch aber nicht ganz so lange wie bei den Vorbildern. Das mag unter anderem auch daran liegen, dass hier nicht in der Third-Person-Perspektive gekämpft wird, stattdessen sieht man das Geschehen von der Seite. Nichtsdestotrotz klettert, springt, taucht und rätselt sich Lara nach wie vor durch die Abschnitte, gelegentlich sind einige Schalter vor den Hintergründen aber nur schwer zu erkennen, da sie nicht glänzen beziehungsweise leuchten wie etwa auf der Xbox 360. Zudem gestaltet sich die Steuerung teilweise etwas fummelig.

Bei euren Abenteuern spielt auch der Touchscreen des Nintendo DS eine wichtige Rolle. Darauf wird im normalen Spielverlauf standardmäßig das Inventar angezeigt, wo Ihr euren PDA aktivieren, Waffen auswählen sowie Medikits nutzen könnt. In der NDS-Version lassen sich übrigens auch mehr als zwei Waffen gleichzeitig tragen, auf der Xbox 360 war dies nicht möglich. Neben dem Inventar bietet euch der Touchscreen an verschiedenen Stellen noch weitere Funktionen. Bei tieferen Tauchgängen verlagert sich die Ansicht gleich auf beide Bildschirme gleichzeitig, so dass Lara unten herumschwimmt, während oben weiterhin die Wasseroberfläche im Blickpunkt bleibt.

Besonders in den Kämpfen kommt der Touchscreen zum Einsatz. Während auf dem oberen Sichtfeld die Gegner anvisiert werden, verlagert sich die Action nach dem ersten Schuss auf den unteren Bildschirm. Dort seht Ihr die verschiedenen Gegner vor euch, quasi aus der First-Person-Perspektive. Drückt man nun mit dem Stylus einen der Feinde an, wird ein Schuss an die entsprechende Stelle abgegeben. So lassen sich die Widersacher mit wenigen Schüssen aus dem Weg räumen. Das klappt zwar auch, in dem weiter auf den normalen Feuerknopf gedrückt wird, allerdings ist die Methode per Stylus zielsicherer. Eine wirkliche Herausforderung sind die Kämpfe jedoch nicht. Die auf dem Touchscreen zu sehenden Hintergründe stimmen übrigens nicht immer mit dem aktuellen Schauplatz des oberen Bildschirms überein. So kann es vorkommen, dass in schneebedeckten Gebieten trotzdem Gräser und Sand zu sehen sind.


Sammel mich

„Tomb Raider: Legend“ ist auf dem Nintendo DS ein recht kurzes Vergnügen. Schon nach knapp vier Stunden sieht man bereits den Abspann des Spiels, damit ist die Umsetzung sogar noch etwas kürzer als die bereits Anfang 2006 veröffentlichten Fassungen. Dennoch gibt es auch hier in den Levels versteckte Schätze in Bronze, Silber und Gold, die euch zum erneuten Durchspielen motivieren sollen. Mit diesen gesammelten Wertsachen lassen sich nämlich im Hauptmenü mehrere unterschiedliche Extras freischalten. Die Palette reicht dabei von Bildern der Charakter über Konzeptzeichnungen bis hin zu Cheats. Für etwas verlängerten Spielspaß sorgen sechs weitere Minispiele, die sich gegen die Schätze eintauschen lassen. Dort setzt Ihr Puzzles richtig zusammen, findet im Memory jeweils die zwei passenden Symbole oder verschiebt Kugeln in einem Labyrinth.

Beim Start des Spiels lässt euch das Spiel die Wahl zwischen fünf verschiedenen Sprachen: Englisch, Deutsch, Französisch, Spanisch sowie Italienisch. Auswirkungen hat dies aber lediglich auf die Texte im Spiel, die von den anderen Versionen übernommenen Zwischensequenzen laufen mit englischer Sprachausgabe ab, während auf dem Touchscreen der Untertitel zu lesen ist. Nach dem Abschluss des Spiels könnt Ihr euch über WiFi noch mit anderen Spielern verbinden. Dabei handelt es sich nicht etwa um einen CoOp-Modus oder andere Spielvarianten. Stattdessen könnt Ihr dort gesammelte Gegenstände verkaufen oder die benötigten Zeiten vergleichen, die Ihr zum Durchspielen benötigt habt. Insgesamt also eher ein sinnloses Feature.





„Tomb Raider: Legend“ kann mich auf dem NDS bei weitem nicht so beeindrucken wie auf der Xbox 360. Vor allem stört mich, dass Lara hier nicht aus der Third-Person-Perspektive gesteuert wird, sondern von der Seite. Das gehört einfach zu „Tomb Raider“ dazu. Auch die kurze Spielzeit fällt negativ auf, man sieht den Abspann sogar noch schneller als auf der Xbox 360. Vier Stunden sind einfach viel zu wenig. Wer „Tomb Raider: Legend“ schon für ein anderes System hat, braucht die NDS Version nicht. Alle anderen sollten sich auch wegen der geringen Spieldauer den Kauf gut überlegen.
 
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Pro:
eng an die anderen Fassungen angelehnt
versteckte Schätze motivieren zum mehrmaligen Durchspielen
spannende Story

Contra:
nach vier Stunden schon vorbei
keine Third-Person-Perspektive
WiFi-Funktionen sinnlos
Kämpfe wenig herausfordernd


Offizielle Website:
 tombraider

Fansites:
 tombraider4u
 lara-forever.de

Weitere Links:
 Trailer 1
 Trailer 2



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