Die Rätselserie um den Professor mit dem hohen Zylinder konnte sich recht schnell eine große Fangemeinde erarbeiten. Die beiden bislang in Deutschland erschienen Teile überzeugten durch knifflige Rätsel und eine spannend erzählte Geschichte. Im dritten Teil nun wird die Hintergrundstory für Layton und seinen Assistenten Luke erstmals richtig persönlich - wir haben uns durch das neueste Abenteuer der beiden Rätselfreunde geknobelt.
Zurück in die Zukunft
Stellt euch vor, ihr geht durch eine fremde Stadt und wollt jemanden nach dem Weg fragen. Statt euch nun zu verraten, wie ihr an euer Ziel gelangt, bittet der angesprochene Passant euch allerdings erstmal, ein Rätsel für ihn zu lösen. Tja, genau so funktioniert die Professor Layton-Serie seit dem ersten Teil,
»Professor Layton und das geheimnisvolle Dorf. Und daran hat sich auch nichts geändert, wieder seid ihr mit dem titelgebenden Professor und seinem Assistenten Luke Triton unterwegs. Die beiden haben nämlich einen Brief erhalten, der angeblich von Luke selber stammt - allerdings dem zukünftigen Luke. Dieser berichtet in seinem Schreiben, dass das London der zehn Jahre entfernten Zukunft in großer Gefahr schwebt, die nur der Professor abwenden kann. Also machen sich die beiden auf den Weg, dem Mysterium dieses Briefes auf den Grund zu gehen. Dabei treffen sie auf allerlei Bekannte aus den früheren Serienteilen und neue Charaktere, reisen durch die Zeit und treffen ihre zukünftigen Ichs.
Ihr merkt schon: Die Geschichte in
Professor Layton und die verlorene Zukunft ist diesmal um einiges persönlicher. Dennoch dient sie nach wie vor im Grunde nur als Verbindung zwischen den Rätseln. Über 165 Stück haben ihren Weg in das Spiel gefunden und wie auch bei den vorherigen Teilen gibt es wöchentlich Nachschub zum Download. Prinzipiell erwartet euch wenig Neues, die Mischung macht allerdings diesmal weniger her als in den früheren Episoden. So gibt es diesmal sehr viele Rätsel, die per Multiple-Choice gelöst werden - hier führt im Zweifelsfall schon bloßes Ausprobieren schnell zur Lösung. Hier hätten dem Spiel mehr Kombinationsaufgaben sicher nicht geschadet.
Wenig Neues in London
Auch bei den Rätseln bleibt sich der olle Professor treu. Wie in den vergangenen Teilen dient der obere Bildschirm als Karte, eure Umgebung wird auf dem unteren Bildschirm des DS dargestellt. Hier könnt ihr Objekte und Personen antippen, um so mit ihnen zu interagieren. Manchmal findet ihr dabei Hinweismünzen, mit denen ihr euch bei schwierigen Rätseln Tipps erkaufen könnt. Neu hinzugekommen in
Professor Layton und die verlorene Zukunft ist der Supertipp, welchen ihr abrufen könnt, sobald ihr die drei normalen Hinweise gekauft habt. Da dieser euch die Lösung fast schon auf dem Silbertablett serviert, kostet er euch ganze zwei Hinweismünzen. Über den Schuh bewegt ihr euch durch die Gegend: Einfach den Treter mit dem Stylus antippen, schon erscheinen Pfeile, an denen ihr die "Ausgänge" aus diesem Bereich sehen könnt. Über den Koffer des Professors gelangt ihr in das Menü des Spiels, wo ihr speichern könnt, euch bereits gelöste Rätsel nochmal ansehen könnt oder eines der drei Minispielchen spielen könnt.
Während ihr in der Geschichte vorankommt, werden diese drei Minispiele freigeschaltet. Das erste, "Spielzeugauto", ist ein wenig wie das Hamster-Minispiel in
»Professor Layton und die Schatulle der Pandora aufgebaut. Im Verlauf des Spiels bekommt ihr immer wieder Karten, auf denen ihr mit diesem Spielzeugauto alle Objekte einsammeln und das Ziel erreichen müsst. Dazu sollt ihr eine begrenzte Anzahl an Pfeilsymbolen platzieren, denen der Wagen dann folgt. Leichter gesagt als getan, oft müsst ihr viel herumprobieren, um das Ziel zu erreichen. Auch das zweite Minispiel, "Papagei", fordert euer logisches Denken. Hier müsst ihr durch das Verbinden mehrerer Punkte durch Linien einen Papagei an sein Ziel leiten. Die Linien dienen dem Federvieh als Trampolin, können das Tierchen aber auch schnell mal behindern.
Einzig das dritte Minispiel, "Bilderbuch", fällt etwas aus dem Rahmen. Hierbei handelt es sich eher um ein Sammelspiel. Durch gelöste Rätsel bekommt ihr ab und an Sticker für dieses Album. Die müsst ihr dort dann an bestimmten Stellen so einkleben, damit die vorgegebene Geschichte einen Sinn ergibt.
Unveränderte Technik
In technischer Hinsicht hat sich bei
Professor Layton und die verlorene Zukunft ebenfalls nur wenig gegenüber den Vorgängern getan. Anders als bei den Rätseln fällt das hier allerdings nicht tragisch aus, immerhin war die Reihe schon immer auf einem hohen Niveau. Über 30 Minuten Anime-Videosequenzen warten auf euch, die diesmal um einiges verlustärmer auf das Modul gepackt wurden. Konnte man vorher noch Kompressionsartefakte erkennen, wirken die Szenen jetzt um einiges sauberer. Klanglich erwartet euch eine saubere (deutsche) Sprachausgabe und angenehme, nicht aufdringliche Hintergrundmusik.