Die neuen Eingabemöglichkeiten des DS und Nintendos Mut, auch die weibliche Zielgruppe der Casual-Gamer zu erschließen, machen die mobile Spielekonsole bestens dafür geeignet, zahlreiche Wimmelbild-Spielchen zu beherbergen. Deswegen erlebt man hier eine Wiederauferstehung eines längst tot geglaubten Genres. Und um hier bei der Zielgruppe überhaupt noch hervorzustechen, probiert der neueste Ableger dieser Gattung mal Etwas aus, dass bislang bei der Konkurrenz vernachlässigt wurde – nämlich die Erweiterung des simplen Such-Gameplays mit Story und Zwischensequenzen. Ob Samantha Swift and the Hidden Roses of Athena damit auch für Pro-Gamer einen Blick wert ist, haben wir getestet.
Bekanntes jetzt digital
An wem der Trend vorbeigegangen ist, dem sei gesagt, dass es sich bei
Samantha Swift and the Hidden Roses of Athena um einen Ableger der Spiele handelt, in denen ihr aus einer großen und meist unübersichtliche Bildübersicht einzelne Objekte herauspicken müsst, um z.B. mit der gefundenen Axt des Mörders die Geschichte voranzutreiben. Schon kommt ihr an den nächsten Schauplatz, wo sich genau der gleiche Spielablauf wiederholt. Die Szenarien dieser Wimmelbild-Spiele sind dabei gleichermaßen vielfältig wie an den Haaren herbeigezogen. Denn ob ihr jetzt unter Wasser nach Gegenständen sucht oder eure Habe nach einem Flugzeugabsturz im Dschungel wiederfinden müsst – es ist alles dabei. Wer in seiner Kindheit mal die Sendung „Wo ist Walther?“ bzw. im englischen Original „Where’s Waldo?“ verfolgt hat, der kennt das Prinzip auch schon.
Solide mit einem Hauch Retro
Auch bei
Samantha Swift and the Hidden Roses of Athena findet ihr die eben genannten Zutaten. So liefert die Geschichte rund um die namensgebende Samantha Swift den Grund, dass ihr rund um die Welt reisen müsst, um die besagten Rosen aus Athen zu finden. Bereits am Anfang bestechen die für das Genre gut inszenierten Zwischensequenzen, die sowohl für jung und alt geeignet sind. Denn von Lieblosigkeit merkt man bei der grafischen wie auch der musikalischen Untermalung gar nichts. Im Gegenteil, es kommt für kurze Zeit sogar Indiana Jones-Feeling auf. Besonders die Übersichtskarte, wenn ihr zum nächsten Schauplatz wechselt, erinnert stark an seelige Adventure-Zeiten des männlichen Schatzjägers.
Doch hier steht eine Frau im Mittelpunkt und bereits nach einer Minute seid ihr damit beschäftigt, das Inventar eures beim Abstieg verloren gegangenen Rucksacks zusammen zu sammeln. Dabei ist das abzusuchende Hintergrundbild detailliert gezeichnet und bei einem Klick auf den zu suchenden Gegenstand, hilft das Programm mit dessen Umrissen aus, so dass man im Wimmelbild leichteres Spiel hat. Zwar kommen die Bilder nicht so schön wie in der PC-Fassung zur Geltung, aber die niedrigere Auflösung macht der DS-Screen schlicht und ergreifend mit seiner geringeren Größe wieder wett.
Gute Präsentation, lahme Story
Wo
Samantha Swift and the Hidden Roses of Athena durch seine Präsentation punktet, versinkt das Spiel bei der Geschichte im Mittelmaß. Schön ist, dass man sich überhaupt die Mühe gemacht hat, ein Drumherum zu entwickeln und es auch durch Zwischensequenzen erlebbar zu machen. Trotzdem bewegt sich das Ganze zusehends auf einem Niveau, wo auch die jüngere Zielgruppe der Handlung noch folgen kann. Soll heißen, dass es für ältere Spielerinnen alles sehr vorhersehbar werden dürfte. Aber unterhaltsamist die Rahmenhandlung rund um die namensgebenden Rosen von Athen, die dem Träger unheimliche Kräfte verleihen sollen, allemal. Leider bleiben alle Charaktere – angefangen von eurem Mentor (und erster Anlaufstelle in Bezug auf die Story Dr. Norwynn Butler) über eure Widersacherin Ravena Stryker bis hin zu deren Auftraggeber Markus Payne, der die Rosen natürlich nur für sich beanspruchen will, eher blass. Jüngere Semester denken dabei wohl an die Zeichentrickserie Kim Possible.
Ältere Semestern hingegen erwartet ein wenig das Gefühlt aus
Indiana Jones & The Fate of Atlantis, wenn es darum geht, die gefunden Objekte in bester Adventure-Manier auch am Bildschirm wieder einzusetzen, z.B. um sich per gefundener Dynamit-Stange den Weg frei zu sprengen. Besonders schwierig ist der Einsatz aber nicht, weil das Programm euch darauf hinweist, dass ein Item von Nöten ist. Aber ich lobe mir diesen Knobel-Ansatz und die Tatsache, dass sich in jedem Bild auch ein verborgener Gegenstand versteckt, was die Langzeitmotivation etwas steigert.
Eine willkommene Abwechslung zum Genre-Alltag sind dann auch die als Minigames eingestreuten Logikrätsel. Zwar muss man hier meist nur ein paar Instanzen verschieben, aber wegen ihres geringen Schwierigkeitsgrads fallen sie kaum ins Gewicht.