Link ist zurück! Nach Phantom Hourglass wagt sich der kleine, grün gekleidete Held nun in ein weiteres Abenteuer auf dem Nintendo DS. In The Legend of Zelda: Spirit Tracks ist er jetzt jedoch nicht mehr auf einem Schiff unterwegs, sondern bewegt sich mit einer Dampflokomotive durch die Spielwelt. Ob sich der Kauf für Fans der Serie lohnt, lest ihr in unserem Test.
Wieder mal die Welt retten
Seien wir doch mal ehrlich: Storytechnisch verlaufen die
Zelda-Spiele doch immer fast gleich, zumindest in ihrer Grundstruktur. Auch
Spirit Tracks weicht von diesem Weg nicht allzu sehr ab: Der Bösewicht Glaiss will den Dämonenkönig Marardo befreien. Dazu tötet er Prinzessin Zelda, um ihren Körper als Hülle für den Oberbösewicht zu nutzen. Doch, liebe
Zelda-Fans, verfallt jetzt nicht in tiefste Trauer. Natürlich verschwindet die Prinzessin damit nicht aus der Geschichte, sondern folgt Link von nun an als Geist. Dessen Aufgabe ist es nun, die Eisenbahnschnienen des Königreichs Hyrule wiederherzustellen, welche nämlich Stück für Stück verschwinden, da deren Kräfte Marardo im Turm der Götter gefangen halten. Dazu müsst ihr euch nun in der Rolle des kleinen, grün gekleideten Helden in gewohnter Manier durch mehrere Dungeons kämpfen und rätseln und am Ende deren Bossgegner bezwingen, um einen Teil der Gleise zu "reanimieren". Die einzelnen Tempel sind dabei sehr schön designt. Die Rätsel sind nicht zu einfach, aber auch nicht zu schwer, und dabei stets fair, sodass sowohl langjährige Fans der Reihe als auch Neueinsteiger gut bedient werden. Auch die Bosskämpfe wissen stets zu begeistern.
Tuff, tuff
Doch kommen wir zu den Neuerungen von
Spirit Tracks: Da wäre zum einen die Geschichte mit der Eisenbahn, mit der ihr nun die Spielwelt bereist. Nachdem ihr auf der Weltkarte eine Route entlang der Schienen eingezeichnet habt, geht es auch schon mit gemütlicher "Tuff-Tuff"-Atmosphäre los. Ihr dürft jedoch nur die Geschwindigkeit in zwei Stufen regulieren, bremsen und den Rückwärtsgang einlegen - ansonsten fährt die Bahn automatisch. Ihr könnt sonst lediglich noch die "Hupe" betätigen, um Tiere von den Gleisen zu verscheuchen oder herannahende Vögel zu verjagen, und die Weichen umstellen, falls ihr doch mal einen anderen Weg einschlagen müsst, um nicht mit einem anderen, womöglich noch feindlichen Zug zusammenzuknallen. An sich sind die Lokomotivfahrten also auch eine ganz nette Abwechslung zum sonstigen normalen Dungeon-Durchqueren, allerdings spielen sie sich viel zu eintönig und bieten keine Herausforderung.
Eine Neuerung, die viel begrüßenswerter ist, ist die Tatsache, dass Zelda jetzt nicht nur Link auf Schritt und Tritt folgt, sondern dass ihr sie auch stellenweise selbst steuern könnt, wenn auch nicht direkt. Mit dem Stylus eures Nintendo DS zeichnet ihr einen Weg in der Gegend ein, den die Prinzessin entlanggeht. So schlüpft Zelda manchmal auch in die Rolle einer Phantomwache, dick gepanzerte Gegner, die Link mit einem Schlag umhauen würden. Dann könnt ihr mit der jungen Dame andere Wachen ablenken, damit der Protagonist sich von hinten "anschleichen" kann, um den Gegnern einen heftigen Schlag in den Rücken zu verpassen, sofern denn sein Schwert mit drei Lichttropfen aufgeladen ist. Diese müssen vorher eingesammelt werden, denn ohne sie können die Phantomwachen nicht verletzt werden.
Insgesamt ist die Möglichkeit, Zelda zu steuern, also eine großartige Neuerung, die nochmal einen neuen Kniff in das ansonsten gewohnte Gameplay bringt. Abgesehen davon bleibt
The Legend of Zelda: Spirit Tracks aber seinen Wurzeln treu. Im Vergleich zu
Phantom Hourglass dürfen Fans also keine Revolution erwarten.
Netter Comic-Look
Grafisch orientiert sich
Spirit Tracks an seinem direkten Vorgänger
Phantom Hourglass und dem Gamecube-Teil
The Wind Waker. Das heißt, dass Fans erneut mit einem Link im Cel-Shading-Look Hyrule durchstreifen dürfen. Die Optik ist dabei durchaus nett und charmant, obwohl sie doch sehr pixelig daherkommt und wenig Details bietet. Dafür sind die Zwischensequenzen aber auch wiederrum sehr schön gemacht.
In akustischer Hinsicht leistet sich das Spiel auch keine großen Fehler: Die typische
Zelda-Musik ist gewohnt gut, eine Sprachausgabe gibt es jedoch nach wie vor nicht. Aber das wird wohl auch in den nächsten drei Jahrzehnten keinem Teil der Reihe widerfahren. Das einzige, was wirklich stört, ist das zahlreiche Pangeflöte im Spiel, wobei das jetzt eigentlich auch eher ein Kritikpunkt bezüglich des Gameplays ist. Oftmals lassen sich Rätsel oder Kämpfe nämlich nur durch das Spielen des Musikinstrumentes oder durch das Verwenden eines Mini-Windrades lösen, was durch das Reinpusten ins Mikrofon des DS erfolgt. Das ist zwar eine nette Idee, wird aber zu sehr ausgereizt und nervt auf Dauer einfach nur.
Dafür ist die Steuerung jedoch hervorragend, um nicht zu sagen, vorbildlich gelungen. Wie in
Phantom Hourglass steuert ihr Link mit dem Stylus durch die Levels und schwingt damit auch das Schwert. Auch die Zugfahrten lassen sich sehr gut bedienen. Das Einzeichnen eines Weges für Prinzessin Zelda klappt auch wunderbar.
Zu erwähnen wäre noch, dass das Spiel auch über einen Duellmodus für zwei Spieler verfügt. Mangels eines zweiten Handhelds konnten wir diesen jedoch nicht testen. Zudem können Spieler auch Gegenstände untereinander tauschen. Aber natürlich bleibt
The Legend of Zelda auch in seiner neusten Auflage ein klassisches Singleplayer-Spiel. Und ein sehr gutes noch dazu.
Ausgezeichnet mit den folgenden GameRadio-Awards:
