Wieder mal ein neuer Dragonball-Titel für den kleinen DS. Das neue Lizenzspiel trägt den Namen Dragonball Z: Attack of the Saiyans und schickt euch mit dem Handheld in ein Rollenspielabenteuer, das stark an die alten Final Fantasy-Titel erinnert. Ob Namco Bandai bei diesem Game Können bewiesen hat, oder ob man lediglich einen neuen Staubfänger auf den Markt geworfen hat, erfahrt ihr in unserem Review.
Son Goku und Co
Das Spiel setzt zu einem späteren Zeitpunkt der
Dragonball-Saga ein. Die ersten Abenteuer haben die Helden bereits vor Beginn von
Dragonball Z: Attack of the Saiyans überstanden und Son Goku, der Held des Mangas, ist bereits erwachsen und sein erster Sohn, Son Gohan, ist bereits geboren. Nun trainiert Son Goku mit Gott, um noch stärker zu werden. Seine Freunde, Kuririn, Tenchuhan und Yamchu, werden von ihrem Meister, dem Herrn der Schildkröten, Muten Roshi, losgeschickt, um ihre Kräfte zu erproben und Erlerntes anzuwenden. So stürzen sich die drei Schützlinge in die Welt, um stärker zu werden und zu trainieren. Jeder geht seinen eigenen Weg und kehrt zu jenen Orten zurück, die er vor dem Training verlassen hat. Dort warten bereits die ersten Aufgaben auf die Helden …
Beim großen Kampfturnier sehen sich die Freunde alle wieder, und treten gegeneinander an, um den Meistertitel zu erlangen. Bis zu diesem Punkt war die Story kaum mehr, als ein Einführen in das Spielprinzip, gespickt mit Charakteren, die sowohl aus dem Manga, als auch aus der Serie bei Fans bekannt sein dürften. Eine Bedrohung aus dem All stört allerdings den alltäglichen Ablauf und fordert das Eingreifen der Freunde. Die Besucher sind Sayajins, deren Spezies auch Son Goku angehört. Allerdings haben sie bei weitem nicht das gleiche gütige Gemüt, wie der Held der Serie. In ihrem Sinn steht es, die Welt zu zerstören und das muss natürlich verhindert werden. Son Goku und seine Freunde stellen sich also dem Kampf und versuchen, die Welt vor den unfreundlichen Besuchern zu retten.
Japano-RPG á la Final Fantasy
Schon sehr schnell wird euch beim Spielen klar, dass es sich hierbei nicht um ein simples Beat'em'Up handelt, sondern um ein waschechtes Japano-RPG. In
Dragonball Z: Attack of the Saiyans könnt ihr in mehrere Charaktere schlüpfen, diese hochleveln und deren Statuspunkte und Fertigkeiten verbessern. Dazu gibt es natürlich etliche Objekte, Ausrüstungsgegenstände, Geld und Erfahrung. Ein Rollenspiel im Stile von
Final Fantasy also. Rundenbasierte Kämpfe mit mehreren Charakteren und Gegnern sorgen für einen spannenden, taktisch anspruchsvollen und abwechslungsreichen Spielverlauf. Spielbar ist nicht nur der Held Son Goku selbst, sondern auch alle Nebencharaktere wie zum Beispiel Kuririn, Yamchu oder Tenchuhan. Die Kämpfer sind teilweise in Gruppen, teilweise aber auch alleine unterwegs. Ihr müsst euch also mit jedem einzelnen Charakter anfreunden und solltet nicht außer Acht lassen, alle gleichmäßig zu trainieren. Schließlich weiß man nie, wann einer der Helden auf sich alleine gestellt ist…
Die Kämpfe sind rundenbasiert. Ihr wählt für alle Charaktere eine Aktion – also Angriff, Spezialattacke oder Item. Anschließend führen euer Team und das gegnerische abwechselnd die Aktionen aus. Gewonnen habt ihr dann, wenn ihr die Lebenspunkte aller Gegner auf Null gebracht habt. Anschließend werden natürlich Items und Erfahrung gleichmäßig auf eure Charaktere verteilt. Wenn ihr genügend EP gesammelt habt, steigt euer Charakter eine Stufe auf. Dadurch verbessern sich seine Attribute automatisch, und ihr könnt zwei weitere zum selbst Aufwerten wählen. Darüber hinaus erhaltet ihr noch AP, mit welchen ihr die Fähigkeiten eures Charakters aufwerten könnt, wie zum Beispiel das berühmte „Kamehameha“. Je höher die Level eurer Helden und der Angriffe sind, desto mehr Schaden könnt ihr anrichten und einstecken.
Mit diversen Objekten und Ausrüstungsgegenständen könnt ihr euch weitere Vorteile im Kampf verschaffen. Beispielsweise könnt ihr mit Bohnen eure Lebenspunkte wieder auffrischen, um so einem vorschnellen Tod zu entgehen. Ebenso könnt ihr Verbündete wiederbeleben. Manche Ausrüstungsgegenstände dagegen pushen eure Fertigkeiten und Attribute nach oben, so dass ihr im Kampf schneller seid, mehr Schaden ausrichtet oder beispielsweise auch einfach besser ausweichen könnt. Einige weitere Möglichkeiten erhaltet ihr in
Dragonball Z: Attack of the Saiyans durch verschiedene Kapseln. Damit könnt ihr einerseits an bestimmten Stellen des Spiels speichern, andererseits durch giftige Gaswolken gehen oder andere besondere Aktionen durchführen, zu denen ihr ohne die Kapseln nicht in der Lage wärt. Spielraum für Entfaltung und individuelle Anpassung habt ihr insgesamt also sicherlich mehr als genug.
Die Welt der Kampfkunst
Eure Charaktere steuert ihr in
Dragonball Z: Attack of the Sayins aus der Vogelperspektive mit einfacher 3D-Ansicht. Die Größe der Figuren und der Aufbau der Dungeons erinnern stark an eine Mischung aus
Pokémon und den ersten Teilen der
Final Fantasy- Reihe. In „wilden“ Gegenden außerhalb von Städten kann es passieren, dass euch plötzlich Monster oder andere Gegner anfallen. Sie sind nicht auf der Karte bzw. in der Spielwelt sichtbar, sondern erscheinen erst im Kampfbildschirm. Andere Charaktere und Personen dagegen sind ganz normal wie in einem Rollenspiel auf dem „Weltbildschirm“, durch den ihr euren Helden steuert, zu sehen. Wenn ihr mit mehr als einem der Manga-Charaktere unterwegs seid, könnt ihr selbst auswählen, welchen davon ihr gerne steuern würdet. Dies hat keinerlei Einfluss auf die Kämpfe und die Bewegungsgeschwindigkeit eurer Gruppe, sondern ändert lediglich das Bild der von euch bewegten Figur, das die ganze Gruppe darstellt.
Die verschiedenen Orte sind einerseits sehr genau dem Manga und Anime nachgestellt, bieten aber enorm viel Abwechslung. So gibt es beispielsweise Wälder, Höhlen, Eisberge, Tempel, Wüsten und noch vieles mehr, was ihr bereisen und durchstreifen könnt. Grafisch ist das Ganze natürlich auf DS-Niveau. Etwas pixelig und ungenau, aber dennoch sehr detaillereich und farbenfroh. Etwas nervenaufreibend sind dagegen Dialoge. Diese können sich sehr lange ziehen, da jedes Mal, wenn jemand etwas sagt, zuerst eine Sprechblase über dessen Avatar erscheint, in der im Schneckentempo drei Punkte erscheinen. Erst dann öffnet sich das eigentliche Dialogfenster, in dem der Text zu lesen ist. Zusätzlich zum Text erscheint die sprechende Figur im Animestil gezeichnet. Auch hier wurde sehr genau von der Serie und dem Manga abgeschaut und originalgetreue Zeichnungen verwendet. Sobald ein Charakter seine Stimmung während eines Dialoges ändert, erscheint erneut eine Sprechblase über dem Avatar und ein Smilie zeigt sich darin, um die Stimmungsschwankung anzukündigen. Dies ist zwar eine witzige Idee, wird aber nach den ersten fünf Minuten sehr einseitig, langwierig und stört den Dialogfluss. Die im Moment sprechenden Avatare müssen nicht extra gekennzeichnet werden, da schließlich am Textfenster sowohl ein Bild des Sprechers, als auch dessen Name zu sehen ist. Doch diese kleine Spielerei ist wohl verzeihbar.
Die musikalische Begleitung und der Sound von
Dragonball Z: Attack Of The Saiyans können ebenfalls beeindrucken. So wurde bei Spezialangriffen wie beispielsweise dem „Kamehameha“ eine Synchro eingebaut, in der der jeweilige Charakter seinen Angriff ankündigt. Dadurch werden die Kämpfe noch etwas dynamischer und lebendiger. Die allgemeine akustische Untermalung wechselt je nach Situation und Ort. Das Repertoire hierbei ist angemessen groß geraten und wird nicht zu schnell eintönig.