Square Enix' Mobil-Offensive ist nun auch in Deutschland offiziell gestartet: Mit Kingdom Hearts 358/2 Days betritt das Final Fantasy/Disney-Crossover erstmals den Nintendo DS. Umso gespannter kann man sein, wie es sich schlägt. Wir haben der Organisation XIII auf den Zahn gefühlt.
Nur ein Lückenfüller?
Im DS-Ableger von
Kingdom Hearts wird die Geschichte von Roxas und seiner Zeit in der Organisation XIII erzählt, die Ereignisse finden also zwischen den beiden "großen"
Kingdom Hearts-Teilen statt. Ihr werdet von der Organisation immer wieder auf Missionen geschickt und erfahrt so nebenher mehr über deren Ziele und ihren Aufbau, das vierzehnte Mitglied der Organisation und Roxas Verbindung zu Sora. Um also den vollen Spaß am Spiel zu bekommen, ist Vorkenntnis um die früheren und späteren Geschehnisse unerlässlich; es wird vom Spiel einfach vorausgesetzt, dass ihr über bestimmte Zusammenhänge aus den bisherigen Teilen bescheid wisst.
Dreh- und Angelpunkt ist stets das Hauptquartier der Organisation XIII. Hier könnt ihr eure Ausrüstung zusammenstellen und Missionen annehmen. Wie auch bei den
Kingdom Hearts-Spielen auf der PS2 werdet ihr im Laufe der Missionen durch diverse von Disney-Filmen inspirierte Welten gescheucht. Serienveteranen werden die meisten Orte auch sofort wiedererkennen; Twilight Town, Agrabah oder auch Alices Wunderland sehen aus wie in den PS2-Spielen. Während einer Mission ist allerdings durch Levelbarrieren vorgegeben, in welchem Bereich der jeweiligen Welt ihr euch aufhalten könnt.
Missionsvielfalt?
Missionstypen gibt es eigentlich nur drei verschiedene: Erkundungs-, Sammel- und Angriffsmissionen. Die Erkundung findet meist statt, wenn ihr zum ersten Mal eine neue Welt betretet. Hierbei bekommt ihr es mit kleineren Gegnern zu tun und müsst die Eigenheiten der Welt erkunden. Während einer Sammelmission ist es eure Aufgabe, möglichst viele Herzen zu sammeln, indem ihr Herzlose beseitigt (das klingt unlogischer als es ist). Bei einer Angriffsmission hingegen bekommt ihr es mit einem größeren oder mehreren kleineren Gegnertypen zu tun, die ihr beseitigen müsst. Insgesamt warten 93 Missionen auf euch, aber nicht alle davon müsst ihr erfüllen, um in der Story voranzukommen.
Das gesamte Geschehen findet auf dem oberen Bildschirm statt, auf dem unteren bekommt ihr lediglich eine Karte des Areals und einige Infos zu eurer jeweiligen Mission angezeigt. Bei der Darstellung orientiert sich
Kingdom Hearts 358/2 Days an seinen Vorgängern, ihr rennt auch hier durch 3D-Gebiete und verkloppt die Kreaturen mit eurem Schlüsselschwert. Mit dem Stylus könnt ihr zwar die Kamera drehen, nötig ist dies jedoch nicht, da ihr hierzu auch die Schultertasten verwenden könnt. Ebenfalls übernommen wurde das Kampfsystem: Ihr wählt per X-Taste die jeweilige Aktion im Menü unten links und führt diese mit der A-Taste aus. Standardmäßig steht das Menü auf der kontextsensitiven Aktion (Angreifen / Reden / Untersuchen), zudem könnt ihr auf Magie und Items zurückgreifen. Zudem könnt ihr vier Slots (für jeden Button einen) mit Schnellkommandos belegen - dann drückt ihr im Spiel nur noch die linke Schultertaste (in der alternativen Steuerung L+R) und die entsprechende Aktionstaste, schon heilt ihr euch oder lasst einen Feuerball los. Gegner lassen sich zum einfacheren Erledigen auch erfassen, damit ihr sie leichter treffen könnt.
An die Tafeln
Aber nicht alles ist wie bei den bisherigen Spielen. Ihr verfügt nun über ein Deck, auf das ihr Tafeln mit verschiedenen Eigenschaften verteilt. Im Laufe der Missionen wird dieses um weitere Felder erweitert, so dass ihr auch mehr Tafeln unterbringen könnt. Während der Missionen könnt ihr nur benutzen, was ihr vorher auf dem Deck angeordnet habt oder während der Mission findet, beispielsweise in Schatztruhen. Ihr könnt auf dem Deck Tafeln für Items und Magie unterbringen, beispielsweise Potions zum Heilen oder Feuer-Magie. Auch Statusverbesserungen gibt es. So bekommt ihr mit der Analyse-Tafel die Rest-Gesundheit eurer Gegner angezeigt. Auch Verbesserungen eures Schlüsselschwertes sind damit einstellbar. Einige der Tafeln benötigen mehr als nur ein Feld auf dem Deck, hier ist clevere Positionierung angesagt.
Mehr Fun mit Freunden?
Erstmals in der Geschichte der
Kingdom Hearts-Reihe bekommt ihr sogar einen Multiplayer-Modus spendiert. Bis zu vier Spieler können an den Missionen teilnehmen, die bereits absolviert wurden - Voraussetzung hierfür ist natürlich, dass die Spieler allesamt diese Abschnitte bereits absolviert haben. Damit nicht alle Mitspieler als Roxas unterwegs sind, könnt ihr aus allen Mitgliedern der Organisation XIII wählen. Diese unterscheiden sich in der Wahl ihrer Waffen grundlegend, weswegen ein wenig Training im Solomodus (auch das geht) mit dem Wunsch-Charakter sinnvoll ist.
Kingdom Hearts 358/2 Days hinterlässt einen sehr positiven Gesamteindruck. Das liegt vor allem an der gelungenen Grafik, die sich trotz der limitierten Mobil-Hardware nicht hinter den großen Vorbildern auf der PS2 verstecken muss. Zwar muss man einige Abstriche in Kauf nehmen, kann dafür aber in den liebevoll gestalteten Arealen manche schönen Details entdecken. Klanglich erwarten euch zumeist aus den beiden PS2-Spielen bekannte Musikstücke, die jedoch super in das Geschehen passen. Viele Momente mit Sprache gibt es nicht, meist kommen Dialogboxen in Deutsch zum Einsatz. Wenn mal gesprochen wird, dann nur in Zwischensequenzen - und auf Englisch.
Kingdom Hearts 358/2 Days ist leider vor manchen (unnötigen) Frustmomenten nicht gefeit. Beispielsweise, wenn ihr eine Person beschatten sollt, sie sich in eurem blauen Blickkegel aufhalten muss und ihr nicht in ihren rot dargestellten Blickkegel geraten dürft. Hier macht euch die etwas schwammige Steuerung schnell Probleme. Aber auch manche der Kämpfe sind durchaus ausgefallen und verlangen euch einiges an Planung im Vorfeld und Geschick während des Kampfes ab. Beim Start könnt ihr aus drei verschiedenen Schwierigkeitsstufen wählen - damit lassen sich dann auf einfachster Stufe zumindest die Kämpfe ein wenig entschärfen.