Nintendo. Denkt man an den Videospieldinosaurier aus Japan, fallen uns direkt zahlreiche virtuelle Superstars ein, die mit dem Urgestein in Verbindung gebracht werden. Super Mario, Donkey Kong, Samus Aran oder auch Link: sie alle prägten die Videospielgeschichte und sind auch aus der aktuellen Szene kaum wegzudenken. Doch auch bei den B-Promis aus der Nintendo-Riege versteckt sich manches Kleinod. Der Name des Kampfknödels Kirby fällt dabei jedoch eher selten, obwohl die rosa Kugel immerhin schon seit 1992 ihr Unwesen quer über alle Nintendo-Plattformen treibt. Das Verhältnis von Kirby zu den Nintendo-Jüngern ist seit jeher etwas zwiespältig. Während die Kirby-Spiele von den eingefleischten Fans als „viel zu leicht“ eingestuft werden, hat er bei den jüngeren Spielern durchaus seine Anhänger. Ist Kirby nun der vielumjubelte Superstar, wie ihn Entwickler HAL wohl offenbar gerne sieht? Unser Test gibt darüber Aufschluss…
Der strahlende Held ist zurück
Kirby Superstar Ultra ist bereits der siebzehnte(!) Auftritt von Kirby, zählt man seine Gastauftritte in den
Smash Brothers Spielen hinzu, erhöht sich diese Anzahl sogar noch. Auf dem Nintendo DS gibt sich
Kirby zum dritten Mal die Ehre. Neben dem durchwachsenen
Kirby Squeak Squad, konnte
Kirby: Power Malpinsel mit seinem innovativen Gameplay überzeugen. Der dritte Teil
Kirby Superstar Ultra setzt hingegen wieder auf traditionelle Werte und präsentiert uns ein Remake des 16 Bit Klassikers
Kirby’s Fun Pak, selbstverständlich im zeitgemäßen Gewand.
In Sachen Story bleibt alles beim Alten. Wie so häufig setzt Nintendo auch bei diesem Titel auf Altbewährtes. Dauergegner König Dedede ist einmal mehr zur Stelle, um seinem Volk übel zuzusetzen. Erneut hat es der Blaublüter auf die Nahrungsvorräte der Leute abgesehen, der fiese Hund! Zum Glück ist der strahlende Held schon zur Stelle: in Form eines rosa Knäuels.
Jump…Run… Attack!
Wer sich schon einmal ausführlicher mit dem
Kirby-Franchise beschäftigt hat, wird sich mit den Eigenarten des rosa Klumpens schnell zurechtfinden. Die Steuerung in
Kirby Superstar Ultra erfolgt – wie es sich für ein Remake eines SNES-Spiels gehört – über das digitale Steuerkreuz. Den Stylus könnt ihr vorläufig getrost in der Halterung belassen. Neben den typischen Basics wie Sprinten, Springen oder Sliden, besitzt
Kirby auch einige ganz besondere Fähigkeiten. Befindet sich
Kirby etwa in der Luft, könnt ihr ihn durch Knopfdruck in einen schwebenden Ballon verwandeln und ihn durch die Luft gleiten lassen. Ein weiterer Knopfdruck genügt um
Kirby die gesammelte Luft wieder ausstoßen zu lassen und damit auf einen der zahlreichen Gegner niederzusemmeln. Doch
Kirby kann mehr. Befindet sich ein Gegner in eurer Nähe, könnt ihr diesen kurzerhand vollständig einsaugen. Handelt es sich dabei um einen 08/15-Standard Gegner, könnt ihr diesen einfach wieder ausspucken und gegen weitere Feinde schleudern. Interessant wird es jedoch erst, wenn ihr einen Gegner mit einer Spezialfertigkeit erwischt habt.
In diesem Fall kopiert
Kirby einfach die Fähigkeiten seines Gegners. So wird aus dem Kampfkloß beispielsweise ein mächtiger Schwertkämpfer oder er wirft seine Feinde mit einer Eisattacke vom Feld. Erhascht
Kirby eine der Sonderfertigkeiten, macht sich dies auch optisch bemerkbar. So wird zum Schwert auch eine grüne Bommelmütze mitgeliefert, die dem Protagonisten einen neuen Look verpasst. Vernascht ihr mehrere Gegner mit Spezialpower, dürft ihr zudem zwischen euren neu angeeigneten Fertigkeiten wählen, was dem Spiel eine strategische Komponente verleiht.
Hilfe für Kirby
Wem es trotz der diversen Zusatzeigenschaften schwer fällt,
Kirby durch die Levels zu bugsieren, darf sich über einen treuen Helfer an seiner Seite freuen. Anstatt eine Spezialfertigkeit zu aktivieren, kann
Kirby auch einen Helfer hinzuholen. Witziges Feature: der Adjutant darf im Zweispielermodus auch von einem menschlichen Mitspieler gesteuert werden. Andenfalls übernimmt die KI die Rolle des Helfers. Für Abwechselung sorgt sein Erscheinungsbild. Egal ob als schwer bewaffneter Ritter oder als agiler Ninja, der Helfer räumt auf dem Screen ordentlich auf. Die Haltbarkeit des Mitstreiters ist allerdings begrenzt. Sinkt seine Lebensenergie auf Null, muss sich
Kirby fortan wieder alleine durchs Leben schlagen. Zu zweit sorgt
Kirby Superstar Ultra für einige Kurzweil, senkt allerdings auch deutlich den Schwierigkeitsgrad, da der menschliche Mitspieler der KI doch deutlich überlegen ist. Leider kann der Multiplayermodus nur in der ersten Welt mit nur einem Modul gespielt werden. Für die restlichen Levels wird ein zweites Spiel benötigt.
Knackpunkt Schwierigkeitsgrad
Wie schon in vielen vorherigen
Kirby-Spielen, fällt auch der Schwierigkeitsgrad von
Kirby Superstar Ultra recht moderat aus. Zwar ist durch die Levels hindurch ein gewisser Anstieg des Anspruchs zu verzeichnen, erfahrene Jump ´n´ Run-Fans dürften sich jedoch unterfordert fühlen. Nach fünf bis sechs Stunden flimmert dann schon der Abspann über den Bildschirm.
Am Gameplay gibt es jedoch recht wenig zu meckern, obwohl die ganz großen Aha-Momente ausbleiben. Das Spiel bietet solide Kost, dem jedoch die Glanzlichter fehlen. Es zeigt sich wieder einmal mehr, dass
Kirby in der hauseigenen Nintendo-Hierarchie weit hinter Ikone
Super Mario zurückbleibt. Technisch gesehen, kann man HAL wiederum gute Arbeit bescheinigen. Die bunte Comicgrafik steht
Kirby richtig gut und die vielfältigen Gegner sind liebevoll animiert. Liebe zum Detail zeigt der Entwickler auch beim Kultknödel selbst. Seine unterschiedlichen Outfits sorgen immer wieder für einen Schmunzler. Springt
Kirby etwa ins Wasser, erhält dieser automatisch eine niedliche Taucherbrille. Putzig!
Als kleinen Bonus hat HAL dem Titel noch ein paar Minispiele spendiert. Bei diesen kommt stellenweise auch die Touchscreen-Steuerung zum Einsatz. Leider bewegen sich die Minispiele auf einem rudimentären Niveau, so dass der Verbleib in dieser Sektion wohl nicht viel länger als einige Minuten unterhalten kann. Im Wesentlichen reduzieren sich die Spiele darauf, möglichst schnell ein bestimmtes Objekt zu berühren. Immerhin dürfen einige der Spiele auch mit bis zu vier Spielern gezockt werden - mit nur einem DS-Modul.