Die Welle der Rätsel-Spiele für den Nintendo DS will kein Ende nehmen. Dabei reicht die Bandbreite mittlerweile schon vom reinen virtuellen Kreuzworträtsel bis hin zum gut gemachten Langzeitspaß für unterwegs. Wo sich jetzt Jewel Master Cradle of Egypt einordnen wird, haben wir als angehende Ägyptologen im Schatten der Sphinx für euch herausgefunden.
Altgebackenes innovativ aufgewärmt
Das Spielprinzip von
Jewel Master - Cradle of Egypt ist einfach wie suchterregend zugleich. Bekommt man durch geschicktes Drehen drei Steine gleicher Form in eine Reihe, werden diese gelöscht und neue erscheinen auf dem Spielbrett. Was am Anfang sehr leicht wirkt, bekommt im weiteren Spielverlauf immer mehr Komplexität – ähnlich wie bei
Mahjongg. Am Ende kann bereits ein ungeschickter Zug die mühsame Arbeit zunichte machen und man darf von vorne anfangen. Klingt komisch, ist aber so.
Interessant und alt zugleich - Das Herkunftsland der Mumien
Das alte Ägypten ist nicht nur eine frühe Hochkultur, wird als Wiege des Lebens bezeichnet, sondern ist zudem auch der Schauplatz von
Cradle of Egypt. Dort liegt es an euch, vom Bauern bis zum Pharao aufzusteigen, denn selbst ist der Ägypter. Aber bis dahin ist es ein langer Weg. Hierbei legt man nicht wie in
»Anno 1701 Siedlungen an und sorgt durch geschicktes Taktieren mit Rohstoffen und Handelsrouten für den Aufstieg seiner eigenen Siedlung. Nein, eure Aufgabe erledigt ihr durch angesprochenes Steinchen verschieben bis drei oder mehr in einer Reihe stehen. Dabei fällt der Zivilisationsaufbau nicht minder beeindruckend aus wie bei einem Strategie-Spiel. Denn absolviert man einige der insgesamt 100 Levels, sieht man wie auf der Siedlungsübersicht neue Gebäude hinzukommen und alles blüht und gedeiht. Das kann unheimlich motivierend sein, da auch die Rollenspiel-Elemente wie die Beförderung im Berufsleben dazu kommen.
Kurze Langeweile...
Auch beim Sound fühlt man sich wie im alten Ägypten. Auf die Dauer nerven zwar einzelne Musikstücke, aber dann hat man bereits einige Stunden Spielspaß mit dem Programm hinter sich. Abstriche gibt es hingegen bei der Langzeitmotivation, weil das beschriebene Spielprinzip ist zwar simpel und fesselnd, doch wiederholt es sich ständig. So kann man die tägliche Zugfahrt motivierend und kurzweilig mit
Jewel Master - Cradle of Egypt hinter sich bringen, für einen ausgedehnten Spiele-Abend reicht der Inhalt dann aber nicht aus – allen Siedlungsbau- und RPG-Elementen zum Trotz.
...oder lange Kurweile
Für Casual Gamer ist
Jewel Master - Cradle of Egypt ein richtiger Leckerbissen. Die Präsentation ist einwandfrei, die Spielelemente des Siedlungsbaus sorgen für weitere Motivation und die Karriere-Leiter hoch empor bis zum Pharao ist motivierend. Beim Sound hätte ich mir mehr Abwechslung gewünscht, allerdings macht das schon wieder das zufriedene Gefühl wieder wett, wenn ich mir eins der 20 Monumental-Bauwerke mittels Verschieben von Steinen errichtet habe. Dabei passt sich sogar der Schwierigkeitsgrad bei mehrmaligen Scheitern an die Fähigkeiten des Spielers an. Gut so, denn zu oftes Wiederholen des gleichen Levels frustriert auf Dauer.
Wer allerdings bereits
Jewel Master – Cradle of Rome sein Eigen nennt, sollte nochmal über den Kauf nachdenken. Klar, gibt es hier neue Levels und ein frisches Setting, allerdings sind die Unterschiede nicht so enorm. Nur dass man es hier statt mit Römern mit Ägyptern zu tun hat.