Nintendo ist, wie allgemein bekannt ist, immerzu damit beschäftigt, neue Spielergruppen zu erschließen. War das Klischee eines Konsolenbesitzers früher noch das Kellerkind ohne Freunde, hat heutzutage jeder einen Nintendo DS - Kinder, Erwachsene, Rentner, Männer und Frauen. Diese neuen Zielgruppen führten zu neuen Spielkonzepten und auch zu Programmen, die kaum etwas mit Videospielen im eigentlichen Sinne zu tun haben. Ein neuer Trend sind zum Beispiel Kochspiele. Mit Mein Koch-Coach: Gesund und lecker kochen wagt sich auch Ubisoft auf dieses Gebiet. Ob die Entwickler Sterne verdienen oder doch lieber Teller waschen sollten, erfahrt ihr in unserem Review.
Was können Sie empfehlen?
Wenn ihr
Mein Koch-Coach zum ersten Mal startet, müsst ihr ein Profil anlegen. Neben eurem Namen wüsste das Spiel gerne, wie viel Zeit ihr für das Kochen habt, ob ihr auf die Kalorien achtet, wie viel Geld ihr für euer Essen ausgeben wollt, und welche Zutaten ihr am liebsten mögt oder überhaupt nicht ausstehen könnt. Anhand dieser Informationen empfiehlt euch das Programm jeden Tag ein neues der 240 Gerichte (DSi-Besitzer erhalten sogar zehn Extrarezepte und kleine Bonusfeatures, die ich mangels entsprechender Hardware nicht testen konnte). Wer der Empfehlung nicht traut, kann auch selbstständig nach Rezepten suchen. Hierbei könnt ihr entweder nach bestimmten Zutaten suchen, die gerade vorhanden sind, erneut nach den Kriterien, die ihr beim Erstellen des Profils angebt, bestimmte Speisen auswählen oder eine alphabetische Liste durchgehen. Leider wurden einige Gerichte nicht optimal betitelt. Ein sehr gutes Beispiel stellt die "Einfache Tomatensauce" dar. Wer Tomatensauce sucht, muss unter "E" nachsehen.
Wer sich für ein Gericht entschieden hat, gelangt zur Zutatenliste. Lästiges Hochrechnen der Mengenangaben ist in den meisten Fällen nicht nötig, da ihr einstellen könnt, wie viele Personen ihr bekocht. Fehlende Zutaten könnt ihr im Spiel auf die Einkaufsliste setzen und im Supermarkt mit dem DS bewaffnet suchen. Habt ihr alles beisammen, könnt ihr endlich mit dem Kochen beginnen.
Eine Stimme liest euch in
Mein Koch-Coach: Gesund und lecker kochen die einzelnen Schritte vor und gibt für Kochanfänger wichtige Informationen - wenn ihr explizit danach fragt. Klickt der werdende Sternekoch die Schaltfläche "Informaion" nicht an, könnte er zu spät merken, dass beispielsweise der Keim des Knoblauchs ungenießbar ist. Neben den Schaltflächen lässt sich das virtuelle Kochbuch auch durch Sprachbefehle steuern. Leider muss wirklich sehr deutlich gesprochen werden, ein schnelles "Foatsetzn" wird nicht erkannt - dafür werden manchmal einige Nebengeräusche, die beim Kochen entstehen, als Befehl interpretiert. Ein weiteres nützliches Feature ist, dass ihr im Spiel mehrere Wecker parallel laufen lassen könnt, um die Garzeiten einzuhalten.
Kochsimulator 09
Etwa ein Drittel der Gerichte lassen sich auch in einer virtuellen Küche zubereiten. Statt jedoch wie bei
Cooking Mama durch entsprechende Gesten Kartoffeln zu schälen oder Zwiebeln zu hacken, bewegt ihr die in einer minimalistischen Optik gehaltenen Zutaten nur. Was geschnitten werden muss, zieht ihr zum Schneidebrett, was gewaschen werden muss, zum Waschbecken. Die virtuelle Küche hilft also im Gegensatz zu Konkurrenten wie
»Koch doch mal! mit Jamie Oliver nur dabei, die Reihenfolge der Arbeitsschritte durchzugehen.
Die Technik des Meisters
Die Technik von
Mein Koch-Coach: Gesund und lecker kochen ist sehr minimalistisch gehalten. Bis auf die Fotos der Gerichte, die schon richtig Appetit machen, gibt es nicht wirklich viel zu sehen. Auch in der virtuellen Küche überzeugt die Grafik nicht. Wenigstens gibt es hier einige Sounds wie das Klappern der Ofentür. Musik wird nur im Hauptmenü gespielt. Während des Kochens begleitet euch eine Stimme, die die einzelnen Schritte vorliest. Wie viel Wert man auf die Technik bei einem Kochspiel legt, bleibt jedem selbst überlassen, schließlich handelt es sich nicht um ein Spiel im eigentlichen Sinne.