Mit Overlord Minions kann man nun auch endlich auf dem DS seine bösen Charakterseiten ausleben. Die Erfolgsserie »Overlord beginnt nun auch, die mobilen Konsolen zu erobern. Ob der Ableger des Games mit den „großen“ Versionen mithalten kann, oder ob Overlord Minions nichts weiter als ein kleiner Belzebub unter den Bösen ist, erfahrt ihr in unserer Review.
Schergen, an die Arbeit!
In
Overlord Minions übernimmt man als Overlord die Kontrolle über vier Schergen, die jeweils besondere Fähigkeiten besitzen. Stinker beispielsweise ist immun gegen giftige Gase und kann hochentzündliche Dämpfe aussondern, welche von dem feuerresistenten Brutus angezündet werden können. Gunther dagegen ist für die eher brachialen Aufgaben zuständig und besteht hauptsächlich aus Muskeln. Der letzte im Bunde, Sepp, kann durch Wasser gehen und verfügt über Heilkräfte und zusätzliches Leben.
Diese vier Eliteschergen werden euch von Gnarl, dem Schergenmeister, zur Verfügung gestellt. Sie sollen dem Overlord helfen, die Herkunft merkwürdiger Kreaturen, die auf den Farmen Amok laufen, aufzudecken. Hierbei führt ihr die Schergen durch sechs Schauplätze, mit jeweils mehreren Levels, um letztendlich Länder zu unterwerfen und die eigene Macht zu festigen. Alles was sich euch hierbei in den Weg stellt wird erledigt, zerstört oder geklaut.
Rätsel lösen und zerstören
Das Spielprinzip von
Overlord Minions baut auf das Lösen von verschiedenen Rätseln auf, welche in Form von Schaltern, Hebeln, Gegnern und diversen Hindernissen auftreten. Mit einem Schergenteam, welches je nach Level aus bis zu vier Schergen besteht, versucht man in möglichst kurzer Zeit die Kopfnüsse zu lösen und so den Weg in das nächste Level zu finden. Nebenbei gibt es noch Punkte für die Geschwindigkeit der Lösung des Rätsels, gefundene Schätze, zerstörte Gegenstände, besiegte Gegner und natürlich für das Überleben der Schergen.
Je weiter ihr in
Overlord Minions voranschreitet, desto schwieriger werden die zu lösenden Aufgaben. Anfangs erscheint alles noch sehr simpel und selbstverständlich, doch je mehr Möglichkeiten euch in den späteren Schauplätzen zur Verfügung stehen, desto schwieriger wird es, dem Bösen zum Sieg zu verhelfen. So kommt es, dass während der Einführung in das Spiel alles viel zu einfach erscheint, aber später doch einige Versuche benötigt werden, um des Rätsels Lösung zu finden. So kann man also letztendlich doch etliche Zeit in das Spiel stecken.
Ein Nachteil liegt allerdings darin, dass ihr während eines Rätsels nicht speichern könnt. Ihr dürft zwar nach jedem erledigten Level wählen, in welches Abenteuer ihr die Schergen stürzen möchte, um vielleicht einen neuen Punkterekord zu ergattern, allerdings ist während eines Levels die Möglichkeit des Speicherns nicht gegeben. Dies stört insofern, dass manche Aufgaben länger dauern, als man erwartet und der Frust sehr groß ist, wenn man ständig von vorne anfangen muss.
Touch Me hard
Gesteuert werden die Schergen über den Touch-Screen. Dies macht die Bedienung insgesamt sehr einfach und ermöglicht somit, dass auch jüngere Spieler, für die das Spiel auch gedacht ist, damit keine Schwierigkeiten haben. Größtenteils klappt die Bedienung über Stift und Display auch einwandfrei, doch hin und wieder stößt man auf eine Situation, in der man den kleinen Handheld verfluchen könnte. Bei manchen Aktionen muss man sehr genau die geforderte Bewegung ausführen, da die Schergen sonst nicht das tun, was der Meister von ihnen verlangt.
Hierzu muss ich allerdings sagen, dass dies bei mir im ganzen Spiel nur bei zwei Situationen der Fall war. Schlimmstenfalls muss man einen Schergen wiederbeleben und verliert einige Punkte. Doch beim zweiten Anlauf klappt es in der Regel.
Lach doch mal
Die musikalische Untermalung in
Overlord Minions versucht stimmungsschwanger die leicht verpixelte Welt mit Atmosphäre zu füllen. Dies gelingt auch ganz anständig. Die Musik ist zwar sicherlich kein Ohrenschmaus für Akustikgourmets, aber bringt dennoch die gewollte Stimmung in das Spiel. Auch an der Grafik kann man nicht allzu viel aussetzen. Für DS-Verhältnisse ist die Optik annehmbar. Man erkennt deutlich alle wichtigen Gegenstände und Wege, und im Vordergrund steht eh der Spielspaß.
Weiterhin fällt extrem positiv auf, dass der schwarze Humor, der bereits in
Overlord für etliche Schmunzler gesorgt hat, auch in
Overlord Minions gut vertreten ist. Zwar in einer abgespeckten und etwas kinderfreundlicheren Form, aber man erkennt deutlich die Handschrift der Spieleautorin Rhianna Pratchett und den von Vater Terry übernommenen Sinn für Humor. Dieser spiegelt sich vor allem in den liebevoll gestalteten Zwischensequenzen wider, in denen Gnarl, die Schergen und andere Charaktere in ihren Dialogen wirklich guten Witz aufweisen.