Mal Ehrlich: Die Ur-"Dragonball"-Manga- bzw. Anime-Serie ist doch immer noch die beste, oder? "Dragonball Z" war einfach nur unterhaltsamer Trash und "GT" war,...naja,....einfach nicht gut. Wie schön ist es da, dass Publisher Atari nun in Zusammenarbeit mit Game Republic das Action-Adventure "Dragonball Origins" veröffentlicht, das sich den ersten Abenteuern von Son-Goku, Bulma und Co. annimmt. Ob das Spiel, dass, besonders was die Steuerung betrifft, stark an "Zelda: Phantom Hourglass" erinnert, nur ein Fall für Fans ist oder auch andere Gamer begeistern kann, klären wir in unserem Test.
"Finde deine sieben Dragonballs..."
Wie bereits erwähnt, erzählt "Dragonball Origins" den Beginn der erfolgreichen Manga-Saga nach: Der kleine Son-Goku lebt allein im Wald, abgeschieden von der Zivilisation. Eines Tages trifft er auf Bulma, ein Mädchen aus der Stadt, welches auf der Suche nach den sagenumwobenen Dragonballs ist. Hat man alle sieben beisammen, wird der mächtige Drache Shen-Long herbeigerufen, der einem einen Wunsch erfüllt.
Da der kleine Junge mit dem Affenschwanz einen der Dragonballs besitzt und diesen aber auf keinen Fall hergeben möchte, bildet er mit Bulma zusammen eine Zweckgemeinschaft, um die restlichen Bälle zu suchen. So beginnt das große Abenteuer. In über 50 Episoden übernehmt ihr nun die Rolle von Son-Goku und kämpft und rätselt euch durch eine nett designte Anime-Welt, wobei der Fokus deutlich auf den Kämpfen liegt. Die im Spiel enthaltenen Rätsel sind zwar durchaus nett, aber nie wirklich herausfordernd. Meist geht es eh nur darum, den Weg hin zum Levelziel zu ebnen.
"Fight!"
Das Kampfsystem gehört mit zu den Highlights von "Dragonball Origins". Aber erstmal ein paar Informationen zur Steuerung an sich: Im Grunde kontrolliert ihr das gesamte Spiel mit dem Touchpen, ähnlich wie in "Zelda: Phantom Hourglass". In dem ihr diesen über den Touchscreen bewegt, lenkt ihr Son-Goku durch die Spielwelt. Gegner attackiert ihr durch Antippen selbiger. Jedoch erhaltet ihr mit der Zeit immer mehr Spezialattacken, die unterschiedliche Eingaben erfordern. So bekommt Son-Goku schon sehr früh im Spielverlauf seinen Stab, den er auch ausfahren kann, um weiter entfernte Ziele anzugreifen. Dies tut ihr, indem ihr zuerst den Touchpen auf Son-Goku richtet und ihn dann in eine beliebige Richtung über den Bildschirm zieht.
Doch nicht nur durch die verschiedenen Angriffsarten, auch durch die unterschiedlichen Gegnertypen erhalten die Kämpfe genug taktischen Anspruch, um den Spieler an den DS zu fesseln. Bei vielen Feinden werden bestimmte Attacken benötigt, um ihre Panzerung zu durchbrechen und sie so wirklich erledigen zu können. So werden die Gefechte nie zu einfach oder gar langweilig. Ganz besonders stechen die Bosskämpfe heraus. Hier ist stets eine andere Taktik vonnöten, um die Gegner zu überwältigen. Das Problem hierbei ist jedoch, dass es keine Bildschirmanzeigen über deren Gesundheitsstatus gibt. Lediglich ein grafischer Effekt (nämlich Pflaster) zeigen an, wie viel Schaden man bereits ausgeteilt hat. Das ist zwar nett, geht aber in der Hektik vollkommen unter. Ein zusätzlicher HP-Balken wäre deshalb nicht schlecht gewesen.
Insgesamt fordern euch die Bosskämpfe durchaus viel ab. Das Gute ist jedoch, dass ihr meistens direkt vor den Kloppereien an festen Punkten abspeichern könnt. Das verhindert Frust. Freies Speichern ist nämlich nicht möglich.
Das "Resident-Evil-4"-Problem
Erinnert ihr euch? In "
»Resident Evil 4" - grandioses Spiel übrigens - habt ihr nach ein paar Stunden Spielzeit die entführte Ashley an eure Seite gestellt bekommen, die sich selber nicht wehren konnte und auf die ihr die ganze Zeit über aufpassen musstet. Für die meisten Spieler war das kein spannender Gameplay-Kniff, sondern einfach nur nervig. "Dragonball Origins" hat fast das gleiche Problem. So seid ihr oft nicht allein mit Son-Goku unterwegs, sondern habt auch noch Bulma an eurer Seite. Die ist zwar nicht so wehrlos wie das weibliche Pendant aus dem Survival-Horror-Adventure, alleine überlebensfähig ist sie aber auch nicht. Und sollte das Mädel einmal den Geist aufgeben, heißt es für euch "Game Over" und ihr dürft den Spielstand neu laden. Anstatt das Spiel so spannender zu machen, nervt es einfach nur. Liebe Game-Designer: Sowas will keiner sehen! Es tut dem Spaß zwar auch keinen großen Abbruch, aber es muss doch nicht sein.
Ein Spiel für Sammler
Neben den zahlreichen Power-Ups, die ihr euch für die Charaktere erspielen könnt, und einigen Items, enthält das Spiel auch noch sage und schreibe 200 Sammelfiguren. Diese könnt ihr auf verschiedene Weisen erhalten: Entweder ihr tauscht sie per Drahtlosverbindung mit Freunden, versucht euer Glück im Item-Shop, wo ihr zufällig ausgewählte Exemplare gegen Geld für erledigte Gegner erstehen könnt oder ihr spielt sie euch im Laufe der Kampagne frei. Besonders die 22 optionalen Nebenmissionen geben hier ordentlich was her.
Überhaupt kann sich der Umfang des Spiels sehen lassen. Die insgesamt 54 Episoden fesseln euch schon ca. 15 bis 20 Stunden an den Bildschirm. Wer aber alle im Spiel versteckten Schatztruhen entdecken und alle Sammelfiguren haben möchte, der kann ruhig noch ein paar weitere Stunden dazu addieren. Für ein Handheld-Spiel ist das mehr als ordentlich.
Technisch gelungen
Die Grafik von "Dragonball Origins" kann für DS-Verhältnisse ebenfalls überzeugen. Die Charaktere sind allesamt sehr detailliert und nett animiert, alles in 3D. Der Hauptteil des Titels spielt sich dabei auf dem Touchscreen ab, der obere Bildschirm wird entweder als Erweiterung des Bildes benutzt oder zeigt in den zahlreichen Cutscenes auch gerne das Geschehen aus einer anderen Kameraperspektive. Stichwort Cutscenes: Die sind durchaus gelungen. Eine Sprachausgabe fehlt hier jedoch. Lediglich ein paar Ausrufe oder kurze Sätze in Englisch werden hier und da mal gestreut, aber in erster Linie gilt es zu lesen. Die Dialoge sind aber durchaus nett geschrieben. Zudem muss man oft schmunzeln, besonders als "Dragonball"-Fan. Denn der Humor der Vorlage wurde hervorragend übernommen, wie auch alles andere, was die TV-Serie oder den Manga ausmacht.
Im Ausgleich für die fehlende Synchronisation, die aber wohl auch nicht mehr auf das Modul gepasst hätte, bietet das Spiel jedoch die original japanische Musik des Animes. Zwar ist diese technisch natürlich nicht sonderlich spektakulär umgesetzt, - immerhin sprechen wir hier von einem DS-Spiel - aber der Flair wird auf jeden Fall gut rübergebracht.
Die Steuerung hingegen macht einige Probleme, besonders in den Kämpfen. So reagiert das Spiel auch mal gut und gerne gar nicht auf eure Eingaben, so dass Son-Goku, anstatt den Gegner anzugreifen, einfach in der Gegend stehen bleibt. Das Spielen ist dadurch zwar nicht unmöglich, aber es ärgert einen doch immer wieder.
Ausgezeichnet mit den folgenden GameRadio-Awards:


