„Papa, ich will Feuerwehrmann werden“, nervt Grisu, der kleine Drache in jeder Folge der gleichnamigen Zeichentrickserie mindestens fünf Mal am Tag und spricht damit aus der Seele vieler kleiner Jungs. Damit dieser Kindheitstraum zumindest virtuell in Erfüllung gehen kann, hat das deutsche Entwicklerstudio Sixteen Tons zum zehnjährigen Bestehen ihrer „Emergency“-Reihe erstmals mit „Emergency DS“ die Simulation rund um den Arbeitsalltag von Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst abseits des PCs veröffentlicht. Ob beim hektischen Bildschirmtreiben mehr Frust als Lust aufkommt, haben wir in kompletter Feuerwehrmannmontur herausgefunden und haben uns auf der Suche nach dem Spielspaß sogar in brennende Häuser gewagt.
The roof is on fire
Wenn es brennt, dann ist ein schnelles Zusammenwirken aller Rettungskräfte notwendig, um den Schaden einzugrenzen und vor allem ein noch schlimmeres Inferno zu verhindern. Bewaffnet mit Stylus machen wir uns also daran, den ganzen Rettungsablauf aus der isometrischen Übersicht zu koordinieren. Denn nur so können wir das Zusammenspiel von Feuerwehrleuten, Polizisten und Krankenwagenfahrern richtig lenken. Hier kommt echtes Echtzeit-Strategie-Feeling auf, nur dass unsere Panzerfabrik keine neuen Tanks ausspuckt.
Was tun, wenn’s brennt? Brennen lassen!
Nachdem ihr eure Rettungseinheit ausgewählt habt, gebt ihr per Druck auf das jeweilige Icon nähere Befehle, ehe ihr den Einsatzort festlegt. So transportiert ihr per Trage Verletzte ab, löscht Brände und lasst Unfallwracks abschleppen. Dabei funktioniert der Stylus ganz passabel als Mausersatz, wobei das Scrollen mittels des PC-Nagers doch wesentlich komfortabler ausfällt. Als Kritikpunkt kommt leider die niedrige DS-Auflösung hinzu, die aufgeregtes Hin- und Herschieben der Kamera besonders in Stresssituationen notwendig macht. Und obwohl anfangs das „Jawohl“ der Feuerwehrmänner und die Sirene des Löschautos für Atmosphäre sorgen, nerven diese Bestätigungen auf Dauer doch. Während der gelungenen rockigen Untermalung der Spielmenüs drehe ich aber gerne den Lautstärkeregler des DS wieder hoch. Als Ärgernis bleibt aber, dass die Buttons für die jeweilige Aktionen der Einheiten etwas zu klein ausgefallen sind, womit ihr euren Teams schnell auch mal eine falsche Anweisung erteilt. Und auch Laien wissen, dass in diesem Job Sekunden Leben retten können.
112 – Sie retten dein Leben
Euer Organisationstalent wird dabei vom Autobahngroßunfall, einem Wohnungsbrand über eine Flughafenkatastrophe bis hin zum Erdbeben in insgesamt 20 Missionen auf die Probe gestellt. Dabei sitzt euch ganz wie in der Realität ein Zeitlimit im Nacken, denn stirbt ein Opfer der Brandkatastrophe auf dem Weg zum Krankenhaus gibt es dafür natürlich keine Punkte. Doch es bleibt keine Zeit zu trauern, denn wenn sich der Brand weiter ausbreitet gibt es noch mehr Tote zu beklagen. So entsteht schnell ein hektisches Mittendrin-Gefühl, wobei der manchmal unausgewogene Schwierigkeitsgrad das Ganze noch unterstützt. Keine Zeit also, auf die liebevollen Details wie Bremsspuren zu achten. Leider habt ihr das ganze Spiel schon in rund fünf Stunden geschafft.