Nachdem die Welle der Koch-Shows mittlerweile auch Deutschland erreicht hat, nähere ich mich „Sushi Academy“ für den DS mit gemischten Gefühlen. Denn das hat dazu geführt, dass für Nintendos Handheld-Konsole nun auch zahlreiche Kochkurse angeboten werden. Ob es sich jetzt hier um eine interessante Mini-Game Sammlung im Stil von „Wario Ware“ handelt oder ob ich dank dem Modul doch noch für das „Perfekte Dinner“ auf VOX kochen kann, habe ich für euch herausgefunden.
Schmeckt nicht, gibt's nicht
Vorsichtshalber habe ich mich bereits mit der Konsole schon mal in die Küche begeben, wo doch noch Entwarnung gegeben werden kann. Zwar bereitet man wie erwartet Sushi vor, aber das alles auf spielerische Art und Weise und ohne genaue, rezepttaugliche Angaben. „Koch doch mal! Mit Jamie Oliver“ kann also gemeinsam mit meinem japanischen Lieferservice aufatmen, da ich mir dort wohl weiterhin die teure Fischspezialität ins Haus bestellen muss. Zwar findet sich eine „Sushipädie“ im Spiel, aber man ist besser beraten, selbst mal nach Rezepten im Internet zu googeln. Nichts desto trotz ist das Nachschlagewerk eine gute Ergänzung für alle, die bei dem ganzen virtuellen Sushi Lust auf reales bekommen haben. Warum sich das Nachschlagewerk aber mehr nach Homöopathie als Wikipedia anhört, scheint wohl eher daran zu liegen, dass man einem Rechtestreit aus dem Weg gehen wollte.
Japaner in Lederhosen
Als nächstes gehe ich der Frage auf den Grund, ob es sich bei „Sushi Academy“ um ein durchgeknalltes Japano-Game wie „Hard Working People“ von Enwickler Hudson Soft handelt, wo ich einen Beruf ausüben muss, um die Erde vor dem Kometenaufprall zu bewahren, oder eher um ein Spiel westlicher Prägung, was auf überzeichnete Fernost-Charaktere zurückgreift. Nach den ersten Spielminuten wird aber auch schnell klar, dass letzteres zutrifft. Oder würde der deutsche "Gothic 3"-Entwickler Piranha Bytes ein Spiel herausbringen, indem alle Charaktere in Lederhosen herumlaufen? Nein, denn so sehen uns wohl nur die Touristen, die zum Saufgelage auf dem Münchner Oktoberfest anreisen.
Klischees vs. Zeitdruck
Deshalb wundere ich mich fortan auch nicht über die klischeebeladene Story, wo ich unter den strengen Augen des Sushi-Meister die Zubereitung der japanischen Nationalspeise lernen muss, um in seine ehrwürdigen Fußstapfen treten zu dürfen. Dabei teilt mir der Meister spätestens nach Ablauf des beinharten Zeitlimit per japanischem Sprachsample mit, was er von mir als Nachwuchskoch hält. Zum Glück kann ich mich im Trainings-Modus ausgiebig auf die entscheidenden Examen auf meinem Weg nach oben vorbereiten. Und das ist dringend nötig, denn das Zubereiten von Tekkamaki, Maguro oder Oyakomaki erfordern viel Übung. Der Reis will korrekt abgewogen, der Timer am Reiskocher richtig eingestellt und der Essig mit viel Feingefühl auf denr Speisen verteilt werden. Versagt man zu oft bei den einzelnen Arbeitsschritten, sieht das Gesamtergebnis dementsprechend aus und der Versuch gilt als fehlgeschlagen. Aber keine Sorge, ihr müsst anschließend nicht mit dem Stylus Harakiri begehen.
Maguro, Tekkamaki und andere Zungenbrecher
Obwohl das Klima immer kälter wird und die dunkle Jahreszeit über uns hereingebrochen ist, bekommt man mit „Sushi Academy“ kein Spiel für lange Winterabende. Vielmehr handelt es sich hierbei um eine unterhaltsame Möglichkeit die Wartezeit während einer U-Bahnfahrt zu überbrücken. Material dafür findet ihr dank über 36 verschiedenen Sushi-Sorten genug. Widmet man sich dem Spiel allerdings länger als eine Stunde, bekommt man einen Ohrwurm von der Klimpermusik, die schlimmer ist als die Hintergrundberieselung jedes China-Restaurants. Glücklicherweise könnt ihr diese aber in den Optionen auch abschalten.