Rettet die Ninjakekse vor den Teufelchen, damit die Zuckerbörse vor dem bösen Herrn Dämon sicher bleibt! Keine Sorge, ihr müsst euch nicht schämen, wenn jetzt ein dickes Fragezeichen über eurem Kopf schwebt, denn die Story von "Ninja Town" hat mit normaler Logik so viel zu tun wie Uri Gellers UFO-Desaster. Der Titel versucht eher, durch leicht zugängliches Strategiegameplay zu bestechen. Ob das gelingt, lest ihr in unserem Test.
Nochmal: Ninjakekse und Herr Dämon?
Wir befinden uns in Ninja Town, einer Stadt, die nur von Ninjas bewohnt wird. Durch das Tragen von coolen Outfits, aus denen nur die Augen herausschauen, lässt sich jedoch schlecht Geld verdienen. Die gesamte Wirtschaft des Dorfes basiert auf den Ninjakeksen, doch der böse Herr Dämon hat es auf das Rezept abgesehen und schickt deshalb seine Armee von Teufelchen zur Zuckerbörse. Nun hat das Aufhalten der feindlichen Streitmacht oberste Priorität. Ihr seht, die Story von "Ninja Town" ist nicht wirklich Stoff, der einer Verfilmung bedarf, jedoch nimmt sie das Spiel selbst auch nicht ernst, was sich in herrlich überzeichneten und klischeebedienenden Figuren äußert.
Teufelchen vs. Wee Ninja
Das Bekämpfen der Feinde funktioniert dabei nach dem "Tower Defense"-Prinzip: Die verschiedenen Teufelchen laufen einen Weg entlang, an dessen Seite ihr Ninjahütten bauen könnt. Dabei stehen verschiedene Hütten zur Auswahl, die je nach Feind mal mehr, mal weniger gut geignet sind. Den Standardteufelchen rückt ihr am besten mit Wee Ninjas zu Leibe, während dickere Brocken von den langsameren, dafür stärkeren Antininjas erledigt werden sollten und fliegende Feinde nur mit Distanzkämpfern besiegt werden können. Die Hütten unterscheiden sich natürlich auch im Preis, jedoch lassen sich eure Ninjakekse, die ihr für besiegte Feinde erhaltet, auch in das Aufleveln vorhandener Hütten investieren. Die beiden Bewohner des aufgewerteten Gebäudes werden dadurch nicht nur stärker, sondern entfernen sich auch weiter von ihrem Heim, beschützen also einen größeren Bereich. Durch Verstärkungsgebäude wie den Wachturm werden außerdem einzelne Werte der benachbarten Ninjas erhöht.
Zusätzlich zu den Hütten gibt es noch zwei weitere Methoden, die Gegner am Erreichen ihres Ziels zu hindern. Zum Einen kann man die meisterlichen Ninjakräfte benutzen, so dass der Ninjameister ins Spiel eingreift. So bündelt er die Sonnenstrahlen mit einer Lupe zu einem Strahl, der sich mit dem Touchpen auf Gegner lenken lässt, oder erzeugt einen Sturm, der alle Gegner in die von euch gewünschte Richtung bläst, wobei auch ihr ins DS-Mikrofon pusten müsst. Für die oh meisterlichen Ninjakräfte benötigt ihr jedoch "Frohlocken", das ihr auch für besiegte Feinde erhaltet. Zum Andern bekommt ihr für jeden geschafften Level eine zufällig bestimmte Marke, die sich dann in einem beliebigen Level verwenden lässt. So senkt zum Beispiel ein Ninjakothaufen die Gesundheit aller nahen Gegner.
Im Verlauf des Spiels kommen noch andere Elemente wie Kanonen hinzu, die sich mit dem Touchpen aktivieren lassen, und natürlich immer mehr knuffige Ninjas und drollige Feinde. Sehr zu loben ist auch der Schwierigkeitsgrad beziehungsweise die Lernkurve des Spiels. Während die ersten Missionen auch von Genreneulingen geistert werden können, sind die letzten der 80 Missionen einiges happiger. Jedoch richtet sich das Spiel eher an Strategieunerfahrene, Profis werden sich dann doch unterfordert fühlen. Die Steuerung ist ebenfalls gelungen: Das gesamte Spiel wird mittels Touchscreen und -pen gespielt, was einer Maussteuerung sehr nahe kommt. Auch die Menüs sind logisch und verständlich. Das Steuerkreuz wird nur verwendet, um zu scrollen oder die oben beschriebene Windfähigkeit zu lenken.
Ein Ninja kommt selten allein...
Zusätzlich bietet Ninja Town noch einen Mehrspielermodus, der mit nur einem Spiel genutzt werden kann. Die beiden Spieler verteidigen dabei auf getrennten Karten ihr Territorium, gewonnen hat, wer am längsten durchhält. Um die unterlegenen Spieler nicht zur Weißglut zu treiben, haben die Entwickler dafür gesorgt, dass der bessere Spieler regelmäßig Kekse oder Hütten verliert. Jedoch kann dieser Modus nicht ansatzweise so lange unterhalten wie das Hauptspiel.
Knuddelkämpfer
Die Grafik von Ninjatown ist total zweckmäßig. Auch wenn manche vielleicht das Bedürfnis verspüren, den Ninjas in die Backe zu kneifen, täuscht das nicht über die absolute Detailarmut und eintönige Sprites hinweg. Da hätten die Entwickler ruhig etwas mehr aus dem DS holen können! Die sogar recht passende Musik dudelt während des Spiels so vor sich hin und die Soundeffekte sind auch nicht wirklich das Gelbe vom Ei. Technikfetischisten werden woanders glücklicher.
Ausgezeichnet mit den folgenden GameRadio-Awards:
