Der Prinz ohne Namen macht derzeit nicht nur eure Next-Gen Konsolen unsicher, nein auch auf dem Handheld muss das alte Persien gerettet werden. Mit "Prince of Perisa – The Fallen King" wird eine alternative Geschichte zu dem aktuellen "»Prince of Persia"-Abenteuer erzählt. Dabei benutzt ihr fast ausschliesslich den Touchscreen, denn die Buttons des Nintendo DS kommen ähnlich wie in "The Legend of Zelda: Phantom Hourglass" nur für besondere Aktionen zum Einsatz.
Prinz sucht Magier
Ihr startet mitten im Geschehen, denn wie bei der NextGen-Version ist der Gott der Finsternis Ahriman aus seinem Gefängnis geflohen und Elika und der Prinz befinden sich im Kampf gegen seine Diener, die das persische Königreich überfallen. Die letzte Hoffnung scheint ein König aus der Stadt des neuen Morgens zu sein, denn dieser weiss anscheinend über den Verbleib des Gottes des Lichts Ormazd bescheid.
Auf dem Weg trifft er dabei den Magier Zal, dieser hat allerdings anfangs überhaupt kein Interesse daran, dem Prinzen zu helfen. Nachdem sich die beiden aber zum zweiten Mal über den Weg laufen, geht er endlich ein Zwecksbündnis mit dem Prinzen ein. Zusammen versucht das ungleiche Duo nun also, Persien von der dunklen Magie Ahrimans zu befreien.
Bis auf die Tatsache, dass Elika, der Prinz sowie die zwei Götter Ormazd und Ahriman in der Geschichte vorkommen, unterscheidet sich die DS-Story total von der des großen Bruders. Ein cooler Nebeneffekt sind jedoch die Schriftrollen, die man überall in der DS-Version findet. Sie enthalten Informationen über die Geschichte Ahrimans und Ormazds, die das Gesamtverständnis der NextGen-Story verbessern.
Packt den Stylus aus!
"Prince of Persia: The Fallen King" ist ein klassisches 2D Jump'n'Run mit vielen kleinen Rätsel und Kampfeinlagen. Dabei erinnert das Gameplay sehr oft an das Ur-Prince of Persia, seien es die Schwertduelle oder die vielen Stachelfallen, die den Prinzen auf einen Schlag ins Jenseits befördern.
Bei dem ganzen klassischen Flair hätte sich eine ebenso klassische Steuerung also angeboten. Man entschied sich bei Ubisoft aber für die innovative Variante und zieht vollen Nutzen aus Touchscreen und Stylus. So steuert ihr den Prinzen, indem ihr den DS-Stift über den Screen bewegt, ihr hüpft durch Antippen auf die gewünschte Stelle und kämpft, indem ihr den Gegner einfach antippt. Die magischen Fähigkeiten Zals lassen sich ebenfalls über den Stylus benutzen, dafür muss aber zusätzlich einer der DS-Buttons gedrückt werden. Welcher ist völlig egal. Zal schwebt dann ein Stückchen nach oben, was für euch das Zeichen ist, mit dem Stylus loszulegen.
Oft gibt es knifflige Sprungpassagen, in denen die Fähigkeiten des Prinzen und die von Zal in einer Kette von Aktionen kombiniert werden müssen. Diese Stellen sind zwar sehr schwierig, aber man spielt sich sehr gut ein und wie heisst es so schön: Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen.
Jedoch hilft auch die beste Übung nichts, wenn Bugs das Vorankommen erschweren. Ebenso gibt es Momente, in denen die Touchscreen-Steuerung sehr schwammig ausfällt. Dies tritt zwar nicht immer auf, aber leider mindestens einmal pro Level. Zwei Beispiele: Da gibt es Punkte, an denen der Prinz von einer Plattform einfach in sein Verderben läuft, obwohl man doch eine Stelle angetippt hat, zu der er springen sollte. Oder man versucht im Sprung ein Monster zu erledigen, der Prinz fällt aber im halben Flug auf einmal kerzengerade nach unten. Diese Momente sind sehr frustrierend, aber durch die sehr fair gesetzten Zwischenspeicherpunkte nach einigen Anläufen auch zu meistern.
Do not disturb
In jeder Überwelt gibt es natürlich einen Obermotz, auch Endboss genannt. Um diesen zu besiegen, müssen jedoch erst einmal alle Level absolviert werden, die ein Auge von Ormazd beherbergen. Diese Augen sind von Ahrimans dunkler Energie angezapft worden und verseuchen dadurch das ganze Land. Sobald sie aber das Zeitliche gesegnet haben, steht nichts mehr zwischen euch und den Bossen. Diese sind eine der Stärken von "The Fallen King": Hier sind gute Reflexe gefragt und die Fähigkeiten von Zal wurden wunderbar in die Kämpfe integriert.
Backtracking im Orient, die Zweite
Wie schon im NextGen "Prince of Persia" ist es auch hier unvermeidlich, das ein oder andere Level nochmals zu besuchen und zwar immer dann, wenn Zal von den Dienern Ahrimans entführt und korrumpiert wird. Dann fliegt dieser zurück in ein Level, dass bereits abgeschlossen wurde. Etwas Gutes hat dies allerdings, denn Zal lernt nach seiner Befreiung jedes mal eine neue magische Attacke, die das Gameplay wieder angenehm auflockert.
Bei all der Innovation, ist es traurig, dass "Prince of Persia – The Fallen King" mit der Zeit dann doch immer eintöniger wird. Man läuft durch ein Level, betätigt Schalter, um ein Tor zu öffnen, kämpft gegen fiese Schergen, benutzt Zals Fähigkeiten und geht ins nächste Level. Dann geht der Spaß wieder von vorne los. Die Bosskämpfe, die witzigen Dialoge zwischen Zal und dem Prinzen sowie die fesselnde Story können jedoch meist über die Schwächen im Spielverlauf hinwegtrösten und genug Motivation schaffen, bis die Credits über den Bildschirm laufen.
Ein Prinz zum Knuddeln
Die Grafik dürfte die "Prince of Perisa"-Fangemeinde wohl am meisten spalten. So findet sich der Prinz in Comic-hafter Knuddelgrafik wieder, die Umgebungen sehen für ein Nintendo DS-Spiel jedoch sehr gut aus. Auch der Sound macht eine ordentliche Figur, auf eine Synchronisation wurde aber komplett verzichtet, dafür hört man je nach Umgebung entsprechende Soundeffekte, die die Atmosphäre nett untermalen.
Der neueste Handheld-Auftritt des Prinzen ist also im Großen und Ganzen gelungen, Schwächen in der Steuerung führen jedoch das ein oder andere mal zu Wutausbrüchen. Eine alternative Steuerung wäre hier wünschenswert gewesen. Die Grafik ist vielleicht nicht jedermans Sache, passt aber zum humorvollen Gesamteindruck, den das Spiel hinterlässt. Die Story ist spannend und trumpft mit vielen kleinen Informationen rund um Ahriman und Ormazd auf.