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DARKSIDERS 2
 Test von Jan Arnold (27.08.2012) Artikel-Feed (RSS) abonnieren
Genre:Action-Adventure Publisher:THQ
Termin:17. August 2012 Entwickler:Vigil Games

Die apokalyptischen Reiter Krieg, Tod, Streit und Wut reiten wieder. Während der etwas schwerfällige Krieg 2010 in »Darksiders einen Überraschungshit landete, sind die Erwartungen dieses Jahr ungemein höher. In Darksiders 2 übernehmen wir die Rolle von Tod, dessen Ambitionen weit edler sind als es der Name zunächst vermuten lässt. In gewohnter Action-Adventure-Manier haben wir uns durch das düstere Abenteuer geschnetzelt.


Dead lives


Action-Adventure-Fans, die keine Nintendo-Konsole ihr Eigen nennen können, schauten bisher neidisch auf Links Abenteuer. Als 2010 Darksiders erschien änderte sich das aber, und auch Besitzer anderer Systemen durften Dungeons säubern, klettern und rätseln wie es Link nicht besser könnte. Darksiders 2 zeichnet genau diese Mischung an Gameplayelemten aus, perfektioniert diese aber in einigen Bereichen und erweitert das Genre um weitere Elemente wie ein Loot-System, das an Hack'n'Slay-Games wie Diablo erinnert.



Während Krieg im Erstling die Apokalypse auf der Erde noch hautnah miterlebte, verschlägt es den neuen Helden Tod in andere fantasievolle Gefilde. Darksiders 2 spielt zeitlich während des ersten Teils, die Geschichten kreuzen sich jedoch leider kaum. Lediglich ein paar Charaktere teilen sich die beiden Spiele, wie zum Beispiel den Händler Vulgrim. Tod will nicht weniger als die Unschuld seines Bruders beweisen, der bezichtigt wird die Apokalypse losgetreten zu haben. Nebenbei soll so auch die Menschheit vor der Auslöschung bewahrt werden. Um dieses Ziel zu erreichen werden wir in die Welt der sogenannten Erschaffer teleportiert. Das ist aber nur eine von drei großen Welten, die es im Verlauf der Story zu bereisen gilt. Warum wir diese Gebiete besuchen müssen, erschließt sich uns anfangs jedoch nicht und bleibt selbst gegen Ende stellenweise im Dunkeln. Generell ist die Story eine Schwäche von Darksiders 2. Es fehlt ein roter Faden, schnell ist unsere eigentliche Aufgabe vergessen. Krieg spielt stellenweis keine Rolle mehr. Das liegt einerseits an der etwas handlungsarmen Geschichte aber auch an den fantastischen Welten die unsere volle Aufmerksamkeit erfordern.


Kombosystem und Hack'n'Slay

Die zentralen Spielelemente von Darksiders 2 sind Kämpfe, Klettereien und Rätsel. Und das wird in dieser oder anderer Reihenfolge im ständigen Wechsel vom Spiel regelrecht zelebriert. Langeweile kommt dabei nie auf, da alle Element spannend umgesetzt und in genau richtiger Dosierung eingesetzt werden.

Protagonist Tod ist im Vergleich zu seinem Bruder Krieg wesentlich wendiger, was sich in vielen Aspekten von Darksiders 2 bemerkbar macht. Während Krieg im Vorgänger noch ein riesiges und somit langsames Schwert schwang, greift sein Bruder auf zwei Sicheln zurück, mit denen er sich in Windeseile durch die Gegnerhorden pflügt. Wer auf wuchtige Waffen jedoch nicht verzichten will, der findet reichlich Auswahl bei den Sekundärwaffen, die von flinken Armklauen bis hin zu schwerfälligen Hämmern und Äxten reichen. Mit lediglich zwei Angriffstasten metzelt ihr euch so effektiv und eindrucksvoll durch Skelettkrieger und andere Unwesen. Das Kampfsystem geht gut von der Hand, Gegner lassen sich praktisch fokussieren und es macht einfach einen Heidenspass. Nach einer gewissen Zeit hat man sich jedoch an den Kombos satt gesehen, denn wirklich viel Abwechslung gibt es nicht, ein Rückschritt zum Erstling. Stellenweise stellt sich so ein Diablo-Feeling ein, sprich: Gegner totklicken, Beute einsammeln, weiter geht's. Was zunächst wie eine Schwäche klingt, entpuppt sich in Darksiders 2 jedoch schnell als Stärke.


Fette Beute

Jeder erlegte Feind hinterlässt mehr weniger brauchbare Gegenstände und/oder Geld, das wir benötigen um Tod noch bessere Ausrüstung zu kaufen. Schnell ergreift uns die Sammelwut. Der apokalyptische Reiter lässt sich mit Rüstungsteilen, neuen Sicheln und Zweitwaffen ausrüsten. Besessene Waffen lassen sich zudem Spielstil-gerecht aufrüsten. So füttern wir solche Waffen mit entbehrlichen Gegenständen, um die Statuswerte wie Angriffsschaden zu verbessern, aber auch um neue Attribute wie zusätzlichen Frostschaden an der Waffe anzubringen. Das motiviert dauerhaft, ständig bessern wir unseren Charakter auf. Das beschränkt sich jedoch nicht nur auf die Ausrüstung, Tod steigt durch Erfahrungspunkte auch im Level auf. Somit freigespielte Talentpunkte verteilen wir auf die zwei Talentbäume. Der Skilltree gliedert sich in Fähgikeiten, die sich auf unsere magischen oder kämpferischen Talente konzentrieren. So verbessern wir entweder unseren Teleportangriff, mit dem Tod schnell durch Gegner hindurch schießt oder werten beschworene Ghule mit mehr Gesundheitspunkten auf. Wer Punkte nochmal umverteilen will, kann dies gegen einen kleinen Betrag bei Händler Vulgrim jederzeit tun.

Neben der Charakteraufwertung motiviert zudem das klassische Zelda-Feeling. In nahezu jedem Dungeon lassen sich neue Gadgets finden, die uns zuvor unpassierbare Stellen überwinden lassen, wie zum Beispiel die wie ein Greifhaken funktionierende Todeskralle. Zudem ist das Spiel vollgestopft mit versteckten Truhen und Sammelobjekten, die mit wertvollen Belohnungen locken. Der Entdeckerdrang wird somit jederzeit gefördert.


Der Prinz von Persien

Die Agilität unseres Helden zeigt sich jedoch nicht nur im gelungenen Kampfsystem, auch die häufigen Kletterpassagen lassen sich damit spielend meistern. Entwickler Vigil Games hat sich hier von ehemaligen Genre-Größen wie Prince of Persia inspirieren lassen. So kraxelt Tod behände Mauern hinauf, hüpft und schwingt optisch eindrucksvoll durch knifflige Areale - natürlich darf da auch ein Wallrun nicht fehlen. Die teils schwindelerregenden Kletterpartien sorgen für Abwechslung, wer abstürzt freut sich über faire Rücksetzpunkte und die Kamera funkt auch nur ganz selten dazwischen.

Zwischen allem klettern, kämpfen und aufleveln wird in Darksiders 2 auch des öfteren das Köpfchen gefordert. Die zahlreichen Rätsel wiederholen sich nie, steigern sich im Schwierigkeitsgrad und das Glücksgefühl bei der Lösung ist stets hoch. Besser hätte das auch Link nicht hinbekommen, Hut beziehungsweise Zipfelmütze ab!


Fantastische Welten

Wer sich einmal in den riesigen Dungeons verläuft, schickt einfach die Krähe Asche los um sich den Weg weisen zu lassen. Und in den großläufigen Außenarealen beschwören wir einfach unser untotes Pferd, um darauf größere Strecken abzukürzen oder aber wir nutzen die komfortable Schnellreisefunktion. Kerker haben oftmals eine gewisse Grundthematik, ähnlich wie in den Zelda-Spielen. So treibt es uns zum Beispiel durch Wasser- oder Feuertempel inklusive passender Gegner. Apropos Gegner: Die bestechen nicht nur durch Vielfalt, sondern erfordern oft verschiedene Taktiken, um besiegt zu werden. Das macht sich gerade in den imposanten Endgegner-Fights bemerkbar. So bekämpfen wir beispielsweise einen turmhohen Golem vom Pferd aus, zwingen das Ungetüm mit unserer Pistole in die Knie, um dann hinauf zu kraxeln und ihm in God of War-Manier den Rest zu geben. Dabei verzichtet Darksiders 2 erfrischenderweise auf Quicktime-Events, der hervorragenden Inszenierung tut das aber keinen Abbruch.

Einer der größten Pluspunkte ist aber zweifellos das fantastische Art-Design, der Cel-Shading-Look passt dabei perfekt in das Konzept. Sowohl Tod als auch alle Nebenfiguren sehen einzigartig und somit unverkennbar aus. Über die ein oder andere matschige Bodentextur oder leichtes Tearing sieht man gerne hinweg, angesichts der ausladenden und abwechslungreichen Landschaften. Im Reich der Toten zieren leuchtende Totenköpfe das Landschaftsbild, wohingegen wir in der Welt der Erschaffer über saftige Wiesen reiten, während sich im Hintergrund der malerische Baum des Lebens in den Himmel schraubt. Darksiders 2 hat seine ganz eigene Atmosphäre, die schnell in den Bann zu ziehen vermag. Während es grafisch wenig zu bemängeln gibt, können wir auch bei der Sprachausgabe Entwarnung geben. Sowohl der geniale O-Ton als auch die tolle deutsche Synchronisation sind auf der Disk enthalten. Zudem untermalt der orchestrale Soundtrack stets passend das Geschehen. Highlight sind hier wieder mal die Bossfights, die nicht nur optisch begeistern, sondern auch beim Sound stellen sich die Nackenhaare schnell auf.

Ausgezeichnet mit den folgenden GameRadio-Awards:






Darksiders 2 ist großartig geworden. In fast allen Belangen. Das Gameplay bestehend aus kämpfen, klettern und rätseln ist ausgewogen, stets spassig und unglaublich motivierend. Der Umfang ist für ein Action-Adventure schlicht gigantisch, das Art-Design großartig und Tod als Protagonist sowieso 'ne coole Socke. Alles in allem gibts hier also eine uneingeschränkte Kaufempfehlung. Trotzdem wünsche ich mir für Teil 3 wieder ein komplexeres Kombosystem, das hat mich nämlich schon leicht enttäuscht. Auch die Story darf gerne nochmal mehr Fahrt aufnehmen, denn hier habe ich in Darksiders 2 oft den roten Faden vermisst.
92%
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Pro:
Umfang von 22-25 Stunden
geniales Artdesign
motivierendes Loot-System
klasse Soundtrack
spannende Bossfights
gute Synchronisation

Contra:
kein roter Faden in der Story
abgespecktes Kombosystem


Offizielle Website:
 darksiders2.com



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