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THE AMAZING SPIDER-MAN
 Test von Sven Reisbach (04.07.2012) Artikel-Feed (RSS) abonnieren
Genre:Action-Adventure Publisher:Activision
Termin:29. Juni 2012 Entwickler:Beenox

Im Fazit zum letzten Spidey-Game, »Edge of Time, erwähnte ich noch, dass es mich nicht stören würde, dass das Spiel kein Netzschwingen durch offene Stadtgebiete bot. Tja, Entwickler Beenox hat es wohl gestört und so darf im Spiel zum aktuellen Kinofilm The Amazing Spider-Man auch wieder durch Manhattan geschwungen werden. Im Test klären wir, ob Entwickler Beenox auch mit offenen Spielwelten umgehen kann.


Spielbarer Epilog


Ein neuer Blockbuster-Film bedeutet heutzutage auch, dass eine spielbare Umsetzung des Filmstoffs folgt. Und im Grunde ist The Amazing Spider-Man auch das Spiel zum gleichnamigen Kinofilm, spielt allerdings kurz nach diesem und fungiert somit als eine Art Epilog. Entsprechend muss man aber auch als jemand, der den Film noch nicht gesehen hat, mit kleineren Spoilern leben - nichts wirklich überraschendes, aber es kann durchaus dem Film etwas vorweg nehmen, erst das Spiel zu spielen und dann ins Kino zu gehen. Nach dem Angriff auf Manhattan ist die Echse, beziehungsweise dessen menschliche Form Curt Connors in einer Nervenheilanstalt und Oscorp damit beschäftigt, die Überreste seiner Artenkreuz-Forschung zu beseitigen. Freundin Gwen Stacey verschafft Peter Parker einen Rundgang durch die Anlage, wobei sie auch auf einige der Hybriden treffen. Scorpion, Rhino, Vermin... aber richtig gefährlich wird es, als eine der Kreaturen Peters mutiertes Blut wahrnimmt und darauf mit gewaltiger Aggression reagiert. Es kommt zum Ausbruch der Bestien. Und die tragen einen hochansteckenden Virus in sich, der befallene Menschen ebenfalls in Artenkreuzungen verwandelt. Sein Alter Ego Spider-Man kann die Stadt alleine nicht retten, doch in der Beloit-Irrenanstalt sitzt jemand, der es vielleicht kann...

Das Spiel erweist sich als gelungener Mix aus einer offenen Spielwelt, die immer wieder in Innen-Areale führt. Seid ihr draußen in Manhattan unterwegs, nutzt ihr natürlich nur selten die Gehwege - stattdessen geht es in die Lüfte. Das Schwingen funktioniert in The Amazing Spider-Man erstaunlich einfach; es genügt, die entsprechende Taste gedrückt zu halten. Der Clou ist allerdings der Netzsprint: Drückt ihr die jeweilige Taste, "springt" Spider-Man an den anvisierten Punkt. Das System dahinter wirkt in den ersten Momenten wenig nachvollziehbar, dabei steckt da durchaus Logik hinter. Wenn also die Markierung rot bleibt und Spidey nicht "netzsprinten" kann, dann liegt es daran, dass die Umgebung das nicht erlaubt. Das System schaut also, ob etwa eine Fassade in der Nähe ist, die Spidey langlaufen kann, um zu dem gewählten Punkt zu kommen. Entsprechend könnt ihr manche Sprünge nur schaffen, wenn ihr etwa steht oder an einer Fassade hängt, so dass ihr euch vom untergrund abstoßen könnt. Die Kunst liegt allerdings darin, die Netzsprints aneinanderzuketten und so einfach gar nicht mehr landen zu müssen. Um das zu vereinfachen, wird die Zeit angehalten, wenn ihr die Taste für den Netzsprint gedrückt haltet. Das hält nicht ewig an, ihr könnt aber in der Zeit dann fix nach einem Punkt für den nächsten Sprint suchen.


Ich bin Bat... Spider-Man

Das mit dem Netzsprint kommt euch bekannt vor? Nun, uns auch - es ist im Prinzip das gleiche Spielelement wie der Greifhaken des dunklen Ritters in »Batman: Arkham City. Und damit sind die "Gemeinsamkeiten" der beiden Spiele noch lange nicht vollzählig. Denn auch das Kampfsystem entspricht jenem aus Rocksteadys Mega-Hit. Allerdings macht bei Spidey der Spinnensinn als Warnung vor drohenden Angriffen (rein von der Story her) mehr Sinn als bei Batman. Spider-Man ist allerdings nicht so behäbig wie die Fledermaus, sondern entspricht von der Wendigkeit und Eleganz eher einer Catwoman. Wird es zu gefährlich, genügt - wie bei Batman - ein Knopfdruck und es geht direkt in eine sichere(re) Position. Neben dem offenen Kampf beherrscht Spidey aber auch Angriffe aus dem Dunkeln - bei wem er sich das wohl abgeschaut hat? Das kann er am stärksten in den vier Oscorp-Labore zeigen, in denen jeweils ein geschloßener Raum voll schwerbewaffneter und gut gepanzerter Gegner wartet. Allesamt warten sie nur darauf, dem Superhelden ein paar Löcher in's Kostüm zu machen. Entsprechend bietet es sich für den Krabbler an, sich an der Decke entlang zu bewegen (eine Fähigkeit, die auch Batman nicht besitzt) und mit Tarnattacken unbemerkt Gegner um Gegner auszuschalten. Wird er dabei entdeckt, kann durch die Fluchtfunktion schnell an eine sichere Stelle gesprungen und die Taktik überdacht werden. Doch nicht nur Spidey hat sich einiges abgeschaut, selbst die Gegner verhalten sich ähnlich wie jene in Arkham City. Neben Standard-Straßenräubern gibt es auch Gegner mit Schilden, die durch ein gezieltes Manöver von hinten attackiert werden müssen. Auch kommen Attacken zum Einsatz, bei denen ihr nicht auf herkömmliche Weise per Tastendruck ausweichen könnt - zu erkennen an einem roten Spinnensinn-Symbol (statt dem in Weiss). Selbst Bossgegner greifen auf Angriffsmuster der Batman-Schurken zurück; ihr werdet schnell erkennen, welcher Bossfight stark an den Kampf zwischen Batman und Bane angelehnt ist.

Durch die Kämpfe gewinnt Spider-Man immer mehr an Erfahrung in Form von investierbaren Punkten. Damit erweitert ihr das Repertoire des Netzspinners etwa um einige neue Angriffstechniken. Eine weitere Möglichkeit, in The Amazing Spider-Man stärker zu werden, sind verschiedene Technik-Upgrades. Diese verschaffen euch stärkere Resistenzen (gegen Säure, Laser und Kugeln) oder auch mal schnelleres Abfeuern eurer Netzschüsse.


Die freundliche Spinne aus der Nachbarschaft

Zwar spielt The Amazing Spider-Man in einer offenen Spielwelt, einen Tag- und Nachtwechsel gibt es allerdings nicht. Die Tageszeit hängt von eurem Fortschritt in der Story ab. Aber keine Sorge: Habt ihr die Storyline beendet, könnt ihr beim Verlassen des Appartments, in das sich Peter Parker einquartiert, selbst bestimmen, ob es Tag oder Nacht sein soll. Selbst die apokalyptische Atmosphäre des Finales, die die Stadt in aschgrau hüllt, ist dann auswählbar. Im Appartment könnt ihr an einem Pinboard bereits absolvierte Missionen der Kampagne erneut anwählen und spielen, um auch wirklich alles dort gefunden zu haben. Dazu zählen Audio-Beweise, geschossene Fotos oder gefundene Magazine und Technikteile. Es gibt also auch innerhalb einer Mission immer Dinge, nach denen es sich lohnt die Augen offen zu halten.

Abseits der Storyline gibt es auch noch einiges zu tun. So bekommt ihr auf eurer Karte kleine Nebenmissionen angezeigt, wie etwa das Vereiteln von "Kavaliersdelikten", das Stoppen von Flucht-Fahrzeugen oder den Transport von Infizierten zur Krankenstation und von Patienten, die bei Spideys Besuch in der Beloit-Irrenanstalt entkamen, zur nächstgelegenen Polizeistation. Zudem gibt es noch Foto-Missionen, bei denen ihr an einen Ort müsst, um dort nach Hinweisen für Schurken-Aktivität zu suchen. Diese müsst ihr dann fotografisch festhalten.Noch mit am spaßigsten sind wohl die Xtreme-Herausforderungen: Ein durch die Stadt fliegender Zeppelin fordert Spidey immer wieder zu sportlichen Höchstleistungen auf. Im Wechsel dreht es sich darum, den Spinnen-Mann bei seinen Kunststückchen im Fokus einer Kamera zu behalten oder ein kleines Checkpoint-Rennen zu absolvieren. Leider haben all diese Nebenmissionen einen großen Haken: Sie sind erschreckend einfach ausgefallen. Es ist eigentlich kein großartiges Können erforderlich, diese zu absolvieren.

Als äußerst zwiespältig empfanden wir allerdings die Sammel-Nebenmission: Über ganz Manhattan sind 700(!!) Comic-Seiten verteilt - 600 normal am Boden, 100 durch die Lüfte segelnd. Und die müsst ihr ohne weitere Hilfe, von einem kleinen Klingelsound in ihrer Nähe abgesehen, finden. Immerhin erhaltet ihr aufgrund des Netzsprint immer wieder eine Einblendung, wenn ihr gerade auf eine Comic-Seite blickt. Gerade zu Anfang des Spieles ploppt diese Meldung also häufiger auf. Dafür lohnt sich die Sucherei, denn ihr schaltet damit Comic-Hefte in den Extras frei, die bestimmte Erstauftritte in der Spider-Man-Serie zeigen. Nicht nur das Cover der jeweiligen Ausgabe, sondern das komplette Heft kann so am Bildschirm gelesen werden - natürlich im englischsprachigen Original. Die Sammlung habt ihr übrigens nach 500 Seiten vollständig, die verbleibenden 200 Seiten (die für 100% nötig sind, allerdings keinerlei weitere Belohnung mit sich bringen, von Erfolg/trophäe mal abgesehen) werden euch dann auf der Minimap als gelbe Kreise dargestellt. Wenn ihr dann noch die Tageszeit auf Nachts stellt sollte auch diese Aufgabe zu bewältigen sein.


Schicke Spinne

Technisch ist das Spiel auf einem ordentlichen Fundament errichtet, einer Weiterentwicklung der hauseigenen Engine, die schon in vorherigen Spider-Man-Versoftungen von Beenox zum Einsatz kam. Ein grafisches Highlight ist es allerdings nicht. Dafür geht die Bildwiederholfrequenz aber auch nur äußerst selten mal ein wenig in die Knie, damit kann man leben. Gerade beim Hauptcharakter haben sich die Entwickler Mühe gegeben: Spidey schwingt sich sehr ordentlich animiert durch die Stadt, vollführt in der Luft so manche Drehung und wirkt auch sonst wie in den Filmen. Lippensynchronität solltet ihr in den Dialogen allerdings nicht erwarten, weder in der deutschen Sprachfassung (das Spiel ist komplett eingedeutscht) noch in der englischsprachigen Version. Letztere liegt übrigens ebenfalls mit auf der Disk und kann aktiviert werden, indem ihr eure Konsole auf englische Sprache umstellt. Im Englischen leihen einige bekannte Sprecher den Charakteren ihre Stimmen, allerdings nicht die Darsteller aus dem Film. Claudia Black spricht Reporterin Whitney Chang, Steven Blum übernimmt den Part von Dr. Curt Connors beziehungsweise der Echse und Bruce Campbell verleiht dem Xtreme-Reporter einiges an (Trash-)Kultfaktor. Spider-Man selbst wird gesprochen von Sam Riegel, Antagonist Alistaire Smythe übernimmt hingegen Nolan North (gibt es ein Spiel ohne ihn?). Selbst Stan Lee höchstpersönlich wurde eine kleine Sprechrolle gegeben - die in einem Vorbesteller-DLC sogar auf eine Rolle als spielbarer Charakter ausgedehnt wurde. Aber auch die deutschen Synchronsprecher leisten sehr gute Arbeit und stehen ihren englischsprachigen Kollegen in nichts nach. Dem Soundtrack dagegen kann man einen Mangel an Highlights ankreiden - die Stücke sorgen für passende Untermalung, wirken allerdings oft generisch und bleiben kaum im Ohr.

Die Spielzeit variiert in The Amazing Spider-Man aufgrund der Nebenmissionen gewaltig - wir hatten den Abspann auf normalem Schwierigkeitsgrad nach etwa zehn Stunden auf dem Bildschirm, allerdings auch einige der Nebenmissionen erledigt und so letztlich einen Spielfortschritt von 70% auf dem Zähler. Die Story alleine kann sicher auch gut in etwa sechs bis sieben Stunden erledigt werden. Nach etwa 15 Stunden sollten dann auch die 100% Spielfortschritt erreicht sein. Einen Grund, das Spiel danach noch einzulegen, gibt es kaum: Ihr könnt durch die Stadt schwingen, dort gibt es aber nichts mehr zu tun, außer friedlich seine Bahnen zu schwingen. Bleibt nur die Wiederholung der Story-Missionen. Bis zu einem DLC, der vielleicht neue Maps und Missionen nachlegt, muss das eben reichen.





The Amazing Spider-Man ist nichts anderes als ein schamloser Rip-Off von Arkham City - das stört mich aber gar nicht! Es machte mir richtig Laune, auch während der Kampagne immer mal einfach durch die Stadt zu schwingen und ein paar Nebenmissionen zu erledigen (so aufgeteilt kamen sie mir dann auch nicht allzu repetitiv vor). Die Comic-Seiten-Sammlung war allerdings übertrieben viel und die Belohnung zu mager. Dafür gefiel mir die Storyline - sicher kein Highlight der Erzählkunst, aber sie ist ein tauglicher Aufhänger für das Abenteuer. Lediglich die zugunsten der Zugänglichkeit heruntergefahrene Herausforderung hat mich etwas enttäuscht.
84%
So testen wir >>

Wow, endlich ein hübsches OpenWorld-Spiel mit Spider-Man. Beenox erweist sich erneut als würdiger Nachfolger von Treyarch. Dennoch haben sie noch von diesen zu lernen, denn auch wenn das Schwingen toll inszeniert ist, spielte es sich in anderen Krabbler-Spielen besser, da man mehr Kontrolle darüber hatte (hier lässt Spidey automatisch die Leine los). Auch, dass die Nebenmissionen nach dem Beenden der Story in der offenen Welt nicht mehr spielbar sind, ist ein grober Schnitzer. Dafür sind die vielen Kostüme toll, auch wenn das komplett schwarze Outfit der Comics fehlt. Dass man wie in Saints Row 2 die Story-Missionen nochmal angehen kann, ist klasse!
86%

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#1 | :-) [05.07. | 07:27] 
The Amazing Spider-Man
Endlich die spinne wieder im freien. Mein letzter Spideyteil war Spiderman2 auf der PS2 und es war grandios. Mal abgesehen von der Filmvorlagenstory. Das war crap, aber darum ging es nicht. Man fühlte sich frei und konnte sich wirklich wie Spider-Man fühlen. Alle anderen teile seitdem, waren für mich nicht interessant auf grund der geschlossenen level. Umso mehr freue ich mich auf diesen teil. Allerdings hab ich mir einige videos reingezogen und grade bei den kämpfen kamen die animationen leicht hölzernd oder abgehakt rüber. Ich hoffe das stört den Spielfluss nicht. Da haut Batman technischgesehen ne schippe drauf. Es ist auch ok das sich die games an Batman orientieren, es ist nun mal die referenz wie comic spiele auszusehen haben. Hoffentlicht entwickelt sich der Spinnenmann weiter ohne ihn wieder in feste levelstrukturen einzusperren. Werds mir wohl am Wochenende besorgen und zoggeeee :-)

#2 | PhanZero [05.07. | 10:46] 



10.653
#1 | :-)
Batman ist, wie du schon schriebst, die Referenz in dem Bereich - dass Spidey da nicht ganz mithalten kann, sollte klar sein. Das größte Problem hier ist, dass es vieles von dem dunklen Ritter übernimmt, ohne dessen Klasse zu erreichen. Man vergleiche nur mal die Riddler-Fragezeichen mit dem Sammeln von 700 Comic-Seiten. Umgekehrt hat aber auch Spidey seine Stärken: Er spielt sich wie erwähnt eher mit der Wendigkeit von Catwoman. Ja, die Animationen gerade im Kampf sind hölzerner, aber rein von der Mechanik her funktioniert das alles tadellos. Da kann ich mit nicht ganz so runden Animationen leben.

Es kann eben nicht jedes Spiel ein AAA-Blockbuster-Übergame sein. Mit diesen Erwartungen würden die meisten Spiele enttäuschen. Amazing Spider-Man ist aber eine ordentliche Versoftung, die allerdings auch noch einige Luft nach oben hat zur Verbesserung.

#3 | Galactus [06.07. | 22:48] 
Film klaut bei Spiel
Interessant ist btw. , dass der Film scheinbar bei den diversen Spide-Spielen ordentlich geklaut hat.

dies bezieht sich vorallem auf Kampfszenen, diese sind sowas von den Spielen inspiriert (ganz anders als bei den anderen Spidey Filmen)

Fand ich sehr lustig ^^


 










mehr Wallpaper




























Pro:
gelungener Mix aus offener Spielwelt und Innenarealen
spannende Geschichte mit viel Superhelden-Flair
ansehnliche Grafik
Missionen später wiederholbar
hoher Fan-Service (Spider-Man-Comics, Stan-Lee-Cameo und einiges mehr)

Contra:
nicht sonderlich schwer
nicht ganz so ausgefeilt wie das große Vorbild, Batman: Arkham City
Nebenmissionen teilweise arg repetitiv
die ersten 500 Comic-Seiten müssen ohne Hilfe gefunden werden


Offizielle Website:
 @Beenox



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