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BATMAN: ARKHAM CITY
 Test von David Oliver Spanner (02.11.2011) Artikel-Feed (RSS) abonnieren
Genre:Action-Adventure Publisher:Warner Bros.
Termin:21. Oktober 2011 Entwickler:Rocksteady

Dass eine Comic-Adaption einmal Spiel des Jahres wird, hätte bis vor zwei Jahren wohl keiner gedacht. Doch genauso ist es gekommen, als »Batman: Arkham Asylum die Fachpresse, Spieler und Fans des Superhelden gleichermaßen erstaunte und begeisterte. Eine Fortsetzung war hier natürlich nur eine Frage der Zeit, allerseits hohe Erwartungen inklusive. Kommt mit uns nach Gotham City und lest, mit welcher Leichtigkeit Batman: Arkham City den Vorgänger überflügelt und dessen gute Ansätze in ein vollwertiges, düsteres Open-World-Szenario um den dunklen Ritter verwandelt.


Ich bin... Bruce Wayne


Das Intro des ersten Teils zeigte in atmosphärischer Inszenierung, wie Batman den gefangenen Joker mit dem Batmobil in der Psychiatrie für Schwerverbrecher, Arkham Asylum, ablieferte. Die Fortsetzung setzt hier nochmal eins drauf und geht völlig neue Wege. Ungefähr ein Jahr ging ins Land seit dem Vorfall in der Klapsmühle, mittlerweile wurde diese in ein ganzes Stadtviertel von Gotham ausgelagert, mit dem passenden Titel Arkham City. Der Anstaltsleiter aus dem Erstling ist inzwischen Bürgermeister und hat den alteingesessenen Batman-Bösewicht Hugo Strange zum Oberhaupt des neu betitelten, von Mauern umgebenen, Stadtbezirks gemacht.

Batman sieht sich zum Handeln veranlasst und startet mit seiner Geheimidentität Bruce Wayne eine Kampagne gegen das zum Scheitern verurteilte Mammut-Psychiatrie-Projekt. Doch Strange besitzt schon zuviel Macht, weshalb er kurzerhand Wayne entführen und in Arkham City einkerkern lässt. Im atmosphärisch packenden Einstig von Batman: Arkham City befreit sich der Milliardär mit eurer Hilfe jedoch und lässt sich von seinem Butler kurzerhand seine Ausrüstung per Jet zufliegen. Jetzt liegt es an der Fledermaus, Strange das Handwerk zu legen und sich nebenbei mit so manch anderem bekannten Bösewicht herumzuschlagen, allen voran natürlich seinem Erzfeind: Dem Joker.


Der weltbeste Detektiv und die geschmeidigste Diebin

Diese beiden treffen schon recht früh im Spiel aufeinander, beziehungsweise gar noch mehr: Gleich zu Beginn übernehmt ihr erst einmal die Kontrolle über Catwoman, bevor Batman in Aktion tritt. Insgesamt gibt es vier Abschnitte mit der Frau im Katzenkostüm, die eine nette Abwechslung bringen, aber etwas arg kurz geraten sind. Ihre Erscheinung sowie ihr Bewegungsrepertoire erinnern stark an Michelle Pfeiffers Interpretation des Charakters in dem Film Batmans Rückkehr aus dem Jahr 1992. Mit der Peitsche schwingt und zieht ihr euch von Dach zu Dach, führt mit der Sprungtaste Flickflacks aus, fesselt die Füße eurer Feinde mit "Bolas" oder zieht ihnen diese mit der Peitsche unter den Beinen weg und verteilt stachelige Spikes auf dem Boden, welche sie kurzzeitig aufhalten. Im Gegensatz zu Batman muss sich Catwoman aufgrund ihrer zierlichen Figur nicht an Feinde heranschleichen, auch wenn sie rennt wird sie von Feinden nicht bemerkt, solange diese nicht in ihre Richtung schauen. Mit einem beherzten Sprung kann sich die Katzenfrau an so manche Decke hängen, die mit einem Gitter bezogen ist (warum auch immer das der Fall ist...), um an diesem wie Spider-Man entlang zu klettern. Geduckt bewegt sich das sexy Geschöpf wie eine Katze auf allen Vieren vorwärts.

Im Kampf steuern sich die beiden im Prinzip gleich, auch wenn Catwoman natürlich schneller zu Fuß ist. Wie in Batman: Arkham Asylum laufen die Fights sehr dynamisch ab, ihr drückt rhythmisch die Angreifen-Taste und bei Aufpoppen von Blitzen um die Köpfe eurer Gegner den Konter-Button. Zu Beginn fällt das noch leicht, später jedoch werden die Gruppen immer größer und haben teilweise auch noch Schießeisen bei sich, weshalb ihr mit der richtigen Strategie vorgehen und euch am besten mit genug durch Erfahrungspunkte freigeschalteten Upgrades aufgepowert haben solltet. Doch Batman ist nicht nur ein Kämpfer, er wird gerne "der weltbeste Detektiv" genannt, weshalb er mit seiner (nicht mehr ganz so weit wie im Vorgänger reichenden) Detektiv-Vision Tatorte auf DNA- und Blutspuren untersucht. Das steuert sich im Grunde recht simpel, genau wie das »Captain America-artige Knacken von Schlössern durch das Drehen der beiden Analogsticks, bringt aber Variation ins Spiel.

Altbekannte Gadgets wie sein Explosionsspray bringt der Gute ebenso mit, aber auch neues wie eine Electro-Gun und sogar eine Gefrierkanone von Mr. Freeze. Zwar wirkt der Einsatz der letzten beiden etwas aufgesetzt, beispielsweise indem ihr auf dem Wasser Eisschollen erzeugen müsst, um euch mit diesen und dem Grappling Hook vorwärts zu ziehen oder Schließmechanismen elektrischer Türen mit der Elektro-Gun öffnet, aber angesichts des facettenreichen Gameplays ist das zu verkraften. Bezüglich der Steuerung ist noch erwähnenswert, dass ihr Batman im Gleitflug per SIXAXIS-Controller steuern könnt, auch wenn die Analogstick-Variante präziser von der Hand geht.


Arkham City

Der erste Teil spielte komplett in der (ziemlich groß geratenen) Arkham-Anstalt, wie eingehend erwähnt bewegt ihr euch diesmal mit dem Flattermann – und der Katzenlady – durch ein ganzes Stadtviertel von Gotham. Zwar handelt es sich um ein recht kleines Gebiet, nichtsdestotrotz präsentiert sich dieses ganz und gar als offene Spielwelt. Die beiden Protagonisten können sich also völlig frei durch die Stadt bewegen, natürlich auf ziemlich unterschiedliche Weise. Batman zieht sich mit dem Grappling Hook und dem Leinenzug (auf dessen Draht der Held mit einem Upgrade sogar balancieren kann) vorwärts, in erster Linie aber natürlich durch das Gleiten mit seinem gespannten Umhang. Upgrades der Gleitfähigkeiten erleichtern das Navigieren durch die nächtlichen Straßen der Ghettos, in denen es zwar konstant schneit, der Schnee aber nicht liegen bleibt. Es erinnert also nicht nur Catwomans Erscheinung an den zweiten Tim Burton Film, auch die Atmosphäre der Umgebung spiegelt diesen etwas wider – wenngleich um so manches düsterer.

Das Kätzchen kommt mit seiner Peitsche ganz gut voran in der Stadt, auch wenn sie nicht so schnell reisen kann wie der kostümierte Rächer. In Gotham findet ihr neben den Hauptmissionen einige Sidequests, einsammelbare Objekte wie Riddler-Fragezeichen, zu zerstörende Ballons und Kameras, als "Augmented Reality Training" ausgegebene, auszuführende Flugmanöver und im Kartenmenü aufgeführte Challenges, die ihr erledigen könnt (eine lange Kombo ausführen, ohne Grapple-Update weit durch die Stadt gleiten, etc.). Apropos Karte: Eure Bildschirmanzeigen zeigt euch nur eine Kompasslinie am oberen Rand des Displays, eine einblendbare Minimap wäre ziemlich praktisch gewesen. Immerhin könnt ihr auf der Karte einen Marker mit eurem Ziel setzen, welcher euch dann stilgerecht als am Himmel stehendes Batman-Symbol gezeigt wird.


Die Gesichter von Gotham City

Wer den Vorgänger gespielt hat, wird einige bekannte Gesichter wiedersehen. Doch auch andere, altbekannte Batman-Charaktere, die in Arkham Asylum noch nicht auftraten, geben sich in Arkham City ein Stelldichein. Robin alias Tim Drake hat einen kurzen Gastauftritt und ist beim Kauf bei bestimmten Internetshops in den vom Hauptmenü aus anwählbaren Challenges ("besiegt Feinde mit dieser oder jener Taktik so schnell wie möglich" oder "schaltet Feinde unbemerkt und blitzschnell aus") spielbar, sogar mit dem Cartoon-Outfit von Dick Grayson aus den 90er Jahren als alternatives Kostüm. Der Charakter und seine Outfits werden voraussichtlich im Dezember als DLC für alle zum Kauf verfügbar gemacht werden.

Neuzugänge unter euren Gegenspielern sind Mr. Freeze, der Verrückte Hutmacher, Clayface, Ra's al Ghul, der Pinguin und sogar der breiten Masse nicht so bekannte Gegner wie Zsasz oder Deadshot. Wie bereits der Vorgänger orientiert sich das düstere Machwerk vor allem bezüglich Batmans Feinden näher an den Comics als je ein Film oder eine andere Umsetzung zuvor. Die sehr realistische, unglaublich detailreiche Grafik mit wieder beinahe lebensechten Charakter-Animationen und der tolle Soundtrack tun hier ihr übriges, um euch in die faszinierende Welt des Dark Knight zu versetzen. Darüber hinaus fesselt die Story bis zum kompromisslosen, bitteren Ende und dem dazugehörigen Abspann. Danach ist übrigens noch nicht ganz Schluss, denn ihr könnt abseits von eurem Hauptspiel (dieses wird also nicht verworfen) ein "New Game Plus" angehen, indem alle Secrets und Upgrades schon freigeschaltet sind, aber dafür keine Konter-Warnung mehr angezeigt wird und die Gegner stärker bewaffnet sowie härter im Nehmen sind. Sehr löblich!

Wieso übrigens in Harley Quinns Charakter-Bio als deren erstes Erscheinen nicht die Warner Bros. Cartoonserie Anfang der 90er aufgeführt wird, sondern stattdessen ein Comic von 1999, mag manchem Batman-Fan ein Rätsel sein. Wo wir gerade bei den Biografien sind: Diese geben euch nicht nur interessante Informationen über die Charaktere, sie bieten auch schauspielerisch exzellente Darbietungen in Tonbandaufnahmen vom verrückten Hutmacher und dem Joker.

Die deutsche Synchro ist gut gelungen, ihr bekommt viele bekannte Sprecher zu hören. Trotzdem kommt sie nicht an das Original heran, welches bei den meisten Charakteren äußerst zynisch, bitter und gewitzt rüberkommt. Gleiches gilt für Batman, bei dem ich meiner Kollegin (siehe Review zu »Arkham Asylum) bezüglich der Synchro des ersten Teils widersprechen muss: Obwohl ich ein großer Fan von David Nathan (Christian "Batman" Bale) bin, passt dessen recht softe Stimme nicht zum stämmigen Comic-Batman, der im Original eine ziemlich tiefe Stimme mit ebenfalls ironischem Unterton hat. Weiterhin ist es sehr verwunderlich, dass für Joker wie im ersten Teil der Sprecher von Vater Hal aus Malcolm Mittendrin gewählt wurde – er kommt bei weitem nicht an die meisterhafte Leistung von Mark "Luke Skywalker" Hamill heran, der dem Joker schon in der Warner Bros. Cartoonserie Anfang der 90er seine Stimme lieh. Andere Charaktere lassen ebenso die Intensität des englischen Originals vermissen, wie die Abgedrehtheit von Harley Quinn oder der Ton des eiskalten Psychopathen Dr. Strange.

Trotz des hohen Ernst-Grades des Batman-Universums, dem auch Arkham City folgt, hört ihr immer wieder mal ironische Anspielungen, z. B. bei euren Streifzügen durch die Stadt, auf denen ihr des öfteren Funksprüche von Gangstern aufschnappt: "Hat der Riddler denn nichts besseres zu tun, als in der ganzen Stadt grüne Fragezeichen zu verteilen?!". Dafür wiederholen sich leider manche Sätze des öfteren.


Kostüm-Wirrwarr

Wie weiter oben erwähnt ist Robin ein Exklusivdeal, der erst später der Allgemeinheit zugänglich gemacht wird. Das gilt auch für seine und Batmans Zusatzkostüme, die noch bis in den Dezember hinein zu verschiedenen Terminen verfügbar gemacht werden. Catwoman (welche vor Spielbeginn heruntergeladen werden muss) hat jedoch von Anfang an zwei alternative Kostüme im Gepäck. Diese könnt ihr aber nur in den Challenges benutzen und wenn ihr die Missionen von Catwoman nochmals spielt. Batmans Zusatzkostüme könnt ihr hingegen im Hauptspiel benutzen, jedoch erst nach dem erstmaligen Durchspielen der Story... und natürlich dem Herunterladen. Bei diesem Wirrwarr kommt auch die Frage auf, wieso die wenigen Catwoman-Missionen nochmals einzeln im Nachhinein angegangen werden können, nicht aber die von Batman? Darüber hinaus werden wie im Vorgänger die Kostüme der Akteure im Laufe des Spiels zerfetzt und dreckig, was wirklich cool daherkommt – aber eine Option, mit "sauberem" Kostüm zu spielen, wäre auch nett gewesen. Aber diese Kritikpunkte kann man gerne als Jammern auf hohem Niveau bezeichnen, da sie nicht am tollen Kernspiel rütteln.


Die Zukunft steht in den Sternen

Wenn man Batman: Arkham City beendet hat, kommt zwangsläufig die Frage auf: Wie sähe jetzt eine Fortsetzung aus? Eigentlich können wir uns eine solche schwer vorstellen. Zwar ist es üblich, eine Serie als Trilogie abzuschließen, aber bei Batman täte es wohl auch ein Duo: Erstens wurden die wichtigsten Bösewichter inzwischen (teilweise sogar doppelt) verheizt, darüber hinaus wäre wohl der nächste Schritt ein komplett offenes Gotham. Zwar wäre das reizvoll, aber so eine dichte Atmosphäre wie in der Anstalt oder im abgesperrten Stadtgebiet käme wohl nicht mehr zustande, auch wenn wir uns gerne überraschen lassen.

Ausgezeichnet mit den folgenden GameRadio-Awards:






Nach dem tollen ersten Teil haben wir hier wohl wieder einen Anwärter auf den Titel "Spiel des Jahres": Von der genialen Atmosphäre über die realistische Grafik, dem Gameplay bis hin zur eindringlichen Story wurde hier wirklich alles richtig gemacht. Einzig das Kostüm- und DLC-Wirrwarr fällt negativ auf, wie auch die etwas kurze Dauer der Catwoman-Parts. An dieser Stelle muss ich auch mal eine Lanze für Batman brechen, der in der Arkham Asylum-Review zu sehr als Gutmensch verschrien wurde: Wie jemand in einem so verkommenen Loch wie Gotham im Kern so gut bleiben kann, ist eher bewundernswert, gerade angesichts all der "Badass"-Videospiel-Antihelden.
96%
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Rocksteady hat es geschafft, eine homogene und glaubhafte Welt zu erschaffen, die sich mit viel Liebe zum Detail an die Comicvorlage hält. Arkham City ist vollgestopft mit Missionen und Geheimnissen, so dass aus einem kurzen Rundflug schnell mal ein großer Sammeltrip wird. Es bietet einen motivierende Mischung aus Erkundung, Kämpfen und Rätseleinlagen. Als Neueinsteiger in der Arkham-Spielereihe war ich von der überladenen Steuerung zuerst ein wenig überfordert, doch das ist Jammern auf hohem Niveau. Für mich ist Arkham City auf jeden Fall ein Anwärter auf das Spiel des Jahres, das auch Nichtkennern des dunklen Ritters zu empfehlen ist.
93%

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92%


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#1 | buergerkneifer [02.11. | 13:09] 



790
Batman: Arkham City
Mir persönlich hats auch super gefallen und es war sehr abwechslungsreich.
Schade fand ich aber, dass man oft nur im Detektivmodus rumläuft und dabei die schöne Grafik garnicht genießen kann ;)
Erinnert mich ein wenig an Splinter Cell.

Außerdem solltet ihr darauf hinweisen, dass die Catwoman Parts nur als Code beiliegen, was ich eindeutig als No-Go empfinde.
Meine Wertung: Ausgezeichnet (90%)

#2 | DOS_SkywalkR [02.11. | 18:40] 



1.599
Batman: Arkham City
@buergerkneifer:

haben wir doch:
"Catwoman (welche vor Spielbeginn heruntergeladen werden muss) hat jedoch von Anfang an zwei alternative Kostüme im Gepäck." :)

#3 | Helion81 [18.11. | 15:58] 



246
Batman: Arkham City
Für mich ganz klar Game of the Year. Hab Uncharted 3 grad mal ne Stunde gespielt, obwohl es schon seit ner weile hier rumliegt. Selten hat mich ein Spiel so sehr gefesselt. Bin mittlerweile beim dritten Durchgang ^^


 










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Pro:
sehr eindringliche Atmosphäre
Batman und Catwoman in offenem Gotham-Stadtviertel
grafisches Obermaß
englische Synchro genial, deutsche gut
wuchtiger Sound
viele Nebenaufgaben und zusätzliche Challenges, New Game Plus

Contra:
fehlende Mini-Map
Catwoman Parts etwas kurz
DLC lässt noch auf sich warten
Trotz guter deutscher Synchro nicht so intensiv wie das englische Original


Offizielle Website:
 Batman: Arkham City



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