»Deus Ex: Human Revolution war DER heißersehnte Top-Titel des Sommers und überraschte die alten, durch den zweiten Teil skeptischen, Deus Ex-Fans: Das Spiel erwies sich als würdiger Nachfolger, der sich dank seiner Story und dem ausgezeichneten Gameplay sehr gut verkauft hat. Kein Wunder also, dass es nun den ersten DLC gibt. The Missing Link füllt eine Lücke mitten in der Hauptstory. Wir haben uns den Downloadcontent näher angesehen und sind positiv überrascht.
Wer
Deus Ex: Human Revolution durchgespielt hat, erinnert sich daran: Die letzte Mission in Hengsha, kurz vor den beiden letzten Abschnitten des Action-Rollenspiels, endet damit, dass sich unser Alter Ego Adam Jensen auf ein Schiff schmuggelt. Danach folgt der abrupte Sprung nach Singapur - ohne zu zeigen, was in den drei Tagen passierte, die dazwischen liegen.
The Missing Link bringt nun Licht in diesen Zeitraum und gliedert sich somit einwandfrei in die Hauptstory ein. Der fast 2 Gigabyte große Download klinkt sich jedoch nicht in den Ablauf des regulären Spieles ein, sondern wird separat via Steam aufgerufen. Analog dazu wird der DLC bei den Konsolen über das Hauptmenü aufgerufen.
Zu Beginn von
The Missing Link erwacht ihr als Adam Jensen in einem EMP-Sessel, seid verprügelt worden und eure gesamte Ausrüstung wurde euch auch direkt abgenommen. Eigentlich wäre dies das Ende von Jensen, jedoch rettet ihn ein ominöser Hacker. Weitere Worte zur Story wollen wir an dieser Stelle nicht verlieren, nur soviel: Es geht erneut um eine Verschwörung und hat auch einen Bezug zur Hauptgeschichte.
Keine Augmentierungen, aber neue Waffen
Sehr gut gelöst hat Eidos Montreal die Sache mit den Augmentierungen: Dadurch, dass ihr diese am Anfang verliert, müsst ihr sie im Laufe des DLCs neu erlernen. Es gibt ungefähr zehn Praxis-Kits, die es euch erlauben, eure Augmentierung neu auszurichten. Jedoch solltet ihr euch diesmal genau überlegen, was ihr wirklich braucht - die geringe Anzahl an Praxis-Kits macht das unumgänglich. Neben den Augmentierungen gibt es auch zwei neue Waffen, die sich als praktisch, aber nicht als notwendig erweisen. Zudem gibt es zehn neue Erfolge, die ihr freischalten könnt.
Im Leveldesign gibt sich Montreal nur eine kleine Blöße. Das Container-Schiff, auf dem ihr euch zuerst befindet, schlingert auf der nervösen See hin und her und bietet zur Abwechslung mal einen Ausblick auf das Tageslicht. Danach wechselt das Geschehen zu einer Station von Belltower, die zudem noch eine unterirdische Basis beherbergt. In beiden Szenarien lauft ihr fast nur noch durch enge Gänge, allerdings bieten sich fast überall mehrere Wege an. Später müssen einige Wege sogar mehrmals zurückgelegt werden, wodurch die Spielzeit des DLCs künstlich verlängert wird. Als Gegner treten viele Belltower-Soldaten auf, sowie einige Roboter und Geschütztürme.
Technisch weiterhin solide
Wenig überraschend hat sich an der Grafik nichts im Vergleich zum Hauptspiel geändert.
The Missing Link sieht weiterhin solide aus, ist aber kein technisches Wunder. Damit erbt der DLC auch die negativen Seiten des Vorgängers: In den Dialogen ist erneut kaum Lippensynchronität vorhanden, die Gesichtstexturen sind zudem recht schwach. Immerhin: Die Dialoge selber befinden sich erneut auf hohem Niveau.
In Sachen Umfang muss sich
The Missing Link nicht hinter anderen DLCs verstecken, eher im Gegenteil. Je nach Vorgehensweise braucht ihr bis zum Finale vier bis sechs Stunden, die wirklich gut unterhalten. Bei einem Preis von circa 11 Euro und im Vergleich zu anderen DLCs ein sehr solider Umfang. Jedoch bleibt das Gefühl bestehen, dass
The Missing Link eigentlich hätte Teil des Hauptspiels sein müssen.
Ausgezeichnet mit den folgenden GameRadio-Awards:
