Angesichts der kürzlich erschienenen Spiele »Lego Star Wars III: The Clone Wars und »Lego Fluch der Karibik möchten wir euch zu den Anfängen der Spielewelle um die Bauklötzchen entführen: Taucht mit uns ein in die Zusammenfassung der ersten beiden Lego-Games, die Star Wars Fans in das komplette Filmuniversum eintauchen lässt – vom Podrennen auf Tattooine bis zur Zerstörung des zweiten Todessterns.
Utini!
So wie der Schlachtruf der Jawas haben die Star Wars-Filme absoluten Kultstatus, weshalb ein Spiel, das die komplette Saga spielbar macht, im Prinzip dazu verpflichtet ist ein Verkaufsschlager zu werden. Dieser Tatsache aber den Erfolg der Reihe zuzuschreiben, würde jener nicht ganz gerecht werden: Viel mehr ist das Erfolgsrezept der Lego-Spiele der typische Humor der pantomimisch agierenden Charaktere, eine leichte Zugänglichkeit (ihr könnt nicht sterben sondern verliert nur Lego-Steine), komplett zerstörbarer Hausrat, fesselnde Co-Op Action und die Möglichkeit, unzählige Figuren und Fahrzeuge zu steuern. Abschlagen lässt sich jedoch nicht, dass die sehr gut eingefangene Atmosphäre der Vorlage ein nicht unerheblichen Teil des Charmes der Games ausmacht, weshalb im Laufe der Jahre
»Lego Indiana Jones,
»Batman,
Harry Potter,
»Rockband und neuerdings
Fluch der Karibik erschienen.
Von Jedi-Verhandlungen bis hin zur Ausrottung des Imperiums
In
Lego Star Wars: Die Komplette Saga startet ihr in den Rollen von Qui Gon Jin und seinem Padawan Obi-Wan Kenobi auf der Raumstation der Handelsförderation aus der Anfangsszene von
Episode I. Vor jedem Level erhält der Spieler ein Briefing in Form der Fließtexte aus dem Vorspann der Star Wars Filme. Aufgrund der fehlenden Sprachausgabe in den Zwischensequenzen ist das auch nötig, um die Story zu verstehen. Danach darf man entweder alleine oder zu zweit mit Lichtschwertern gegen Roboter-Armeen, Klonkrieger, Sturmtruppen und Sith antreten. Neben Jedi und Sith übernehmt ihr auch die Kontrolle über Androiden und Charaktere mit Blaster-Kanonen im Repertoire. Kopfgeldjäger wie Boba Fett haben Thermaldetonatoren und Raketen im Gepäck.
Darüber hinaus nehmt ihr in zahllosen Gefährten Platz wie im X-Wing bei der Zerstörung des ersten, oder in Han Solos „Rasendem Falken“ beim Angriff auf den zweiten Todesstern und somit dem Abschluss der Geschichte. In den öfters eingestreuten Flugpassagen spielt sich
Lego Star Wars etwas arcadiger, so ist die Perspektive oft isometrisch und das steuerbare Flugobjekt lässt sich nur in der Horizontale im 3D-Raum bewegen. Aufgrund der gut designten Level stört dies aber nicht wirklich und macht das Spiel so zugänglicher. Nichtsdestotrotz könnte in den Flugabschnitten die Steuerung etwas präziser reagieren. In einem Level seid ihr sogar in einer Third-Person-Ansicht unterwegs und ballert mit eurem Gleiter auf Horden von Feinden, ganz im Stile der
Star Fox Serie, zudem dürft ihr das pfeilschnelle Podrennen aus
Episode I nachspielen.
Eine Umfangsbombe es ist!
160 Charaktere können in den insgesamt 36 Missionen – sechs pro Episode – freigespielt werden, darüber hinaus haufenweise Raumschiffe und Extras. Einige Abschnitte der Levels mit Secrets können nur mit zuerst nicht verfügbaren Charakteren bei Wiederholung des Levels erreicht werden, wodurch sich die Langzeitmotivation natürlich erhöht. Als Oberfläche des Spiels dient die Kantina in Mos Eisley, einem Gebiet auf dem Planeten Tatooine. Von hier aus dürft ihr durch Türen die Episoden und dann die einzelnen Abschnitte betreten. Darüber hinaus residiert hier ein Shop, in dem es goldene Legosteine, Charaktere, Bonusfähigkeiten und Tipps zu kaufen gibt. Des Weiteren darf man hier nach dem Durchspielen der Story alle Videosequenzen noch einmal betrachten. Das Kaufen der Artikel ermöglichen silberne, goldene, blaue und lila Legosteine, die je nach Farbe einen höheren Wert haben und in allen möglichen zerstörbaren Objekten auf euch warten.
Neben dem Beenden der Level gibt es in
Lego Star Wars: Die Komplette Saga noch weitere Missionsziele wie genügend Lego-Steine zu sammeln, um den Rang „Wahrer Jedi“ zu erhalten, in der „Herausforderung“ in kürzester Zeit 10 blaue Kanister zu finden, 10 Bauteile eines Minikit Raumschiffs zu sammeln und einen verborgenen roten Legostein aufzuspüren – mit diesen werden Bonusfähigkeiten freigeschaltet, die dann zum Kauf verfügbar sind. Mit den Minikit-Modellen dürfen in einer Bonusmission, welche in jeder der sechs Episoden enthalten ist, auf Zeit eine Million Legosteine gesammelt werden. In einer weiteren Bonusmission pro Episode muss dasselbe Ziel zu Fuß erreicht werden. Zu zweit wird daraus ein Wettstreit, da eine Punkteanzeige angibt, wer schon wie oft die Million erreicht hat.
Goldene Steine sind nicht nur im Laden zum Kauf verfügbar, sondern werden auch nach dem Erreichen eines der Levelziele freigeschaltet. Mit ihnen könnt ihr im Bonusraum goldene Türen zusammenbauen, um die Bonusmissionen dahinter zu betreten. Neben diesen Boni enthält das Spiel noch 20 Kopfgeldjäger-Missionen von Jabba the Hutt, die mit Jango oder Boba Fett, Greedo und Konsorten bestritten werden können. Hat man einen Mitspieler bei der Hand, besteht die Möglichkeit, im „2 Spieler Arcade Modus“ an bekannten Schauplätzen zu verschiedenen Bedingungen gegen diesen anzutreten, sei es im Duell, beim Sammeln von Legosteinen oder Besiegen der meisten Gegner. Hierbei können die Umstände wie zu erreichende Punktzahl usw. komfortabel umgestellt werden. Der Koop-Modus muss übrigens nicht extra ausgewählt werden, da an jedem Punkt im Einzelspieler-Modus der zweite Spieler durch einfachen Knopfdruck einsteigen und mitmischen kann. Im Gegensatz zu den neueren Teilen der Serie könnt ihr euch hierbei nicht weit voneinander entfernen, da sich der Bildschirm nicht automatisch trennt wie beispielsweise in
Lego Star Wars III: The Clone Wars.
Dafür könnt ihr euch im Charakter-Editor eine weitaus komplexere Figur basteln als bei dem genannten Nachfolger, da euch in
Lego Star Wars: Die Komplette Saga die Bausteine aller freigeschalteten Figuren zur Verfügung stehen und kombinierbar sind. Ein weiterer Pluspunkt des Spiels gegenüber seiner Fortsetzung ist, dass ihr die Filme jeweils komplett als "Super Story" durchzocken könnt - hierbei geht es darum, die Level eines Streifens so schnell wie möglich zu absolvieren - was für mehr Langzeitmotivation sorgt.
Wiimote Duelle und Star Wars Feeling
Auf PS3 und Xbox 360 bietet
Die Komplette Saga einen Online Koop Modus, auf der Wii darf der Spieler hierfür mit der Wii-Fernbedienung mit dem Lichtschwert auf die Gegner eingeprügeln. Eine Zeit lang motiviert die Fuchtel-Steuerung zwar, auf Dauer ist es jedoch angenehmer, einfach nur eine Taste zu drücken, um zuzuschlagen. Der B-Knopf der Wii-Remote ist hier zwar eine Alternative, angenehmer steuert es sich jedoch mit einem PS3-Pad. Übrigens, solltet ihr euch das Game von der Spielepyramide für den PC schnappen, seid gewarnt: Der Packungstext wurde nur von der 360-Fassung übernommen, die PC-Variante bietet also im Gegensatz zur Versprechung auf der Rückseite keinen Online-Coop. Wer sich die PC-Version jedoch anschafft, um ein optisch hübscheres Erlebnis zu haben als beispielsweise bei der Wii-Variante, hat trotz relativ hübscher Grafik des Nintendo-Pendants einen Mehrwert.
In
Lego Star Wars: Die Komplette Saga spielt natürlich auch die Macht eine Rolle, weshalb ihr als Jedi den Machtschub auslösen könnt, womit andere Charaktere paralysiert oder ineinander geschubst werden, oder auch als böser Imperator Blitze auf andere Figuren loslasst, um diese masochistisch in der Luft hin und her zu bewegen und sie dann in Stücke zu sprengen. Optisch und steuerungstechnisch macht dies in
Lego Star Wars III: The Clone Wars allerdings mehr her.
Zum Setting lässt sich sagen, dass Traveller's Tales tolle Arbeit geleistet hat: Jegliche Location erinnert sofort an ihr Film-Vorbild. Nur Pflanzen, Vehikel und Charaktere sind im Lego-Stil gehalten. Fans der Filme fühlen sich also auf Kamino oder Kashyyyk und vielen anderen Örtlichkeiten gleich wie zu Hause. Davon abgesehen ist auch der Sound ein echtes Star Wars-Erlebnis: Lichtschwerter, Blaster und Soundtrack sind 1:1 aus der Filmvorlage übernommen worden. Nur die Lichtschwert-Duelle hätten etwas beeindruckender inszeniert werden können: Während ihr in
Lego Star Wars III flüssige und cool choreographierte Bewegungen mit den Säbeln ausführt, fuchteln in der
Kompletten Saga die Jedi und Sith relativ lahm, wenn auch stylisch mit dem Laserstab um sich. Ausnahmen wie der flinke Yoda stechen hierbei angenehm heraus.
Ausgezeichnet mit den folgenden GameRadio-Awards:
