Wer Xbox 360 und PlayStation 3 besitzt und vielleicht sogar am PC zockt, dem reicht ein Headset nicht aus. Oder doch? Mad Catz bringt mit dem AX Pro-Headset von Tritton eine Allround-Lösung, die zudem mit echtem 5.1-Sound für ein Klangerlebnis der Extraklasse sorgen soll.
Gigantisches Paket
Wenn euch beim Auspacken des
Tritton AX Pro der Atem stockt, macht euch keine Sorgen: Es ging uns nicht anders! Im Lieferumfang befindet sich neben dem Headset samt Mikrofon der 5.1-Decoder, Netzstecker samt Adapter für das US-Stromnetz, eine kleinere Steuereinheit und diverse Kabel. Zudem gibt es noch Austausch-Ohrmuscheln aus Leder, die gegen die bereits angebrachten aus weichem Stoff ausgetauscht werden können. Der Aufbau ist leichter, als man es angesichts des Lieferumfangs vermuten mag, die Anleitung ist recht klar verständlich und hilfreich. Nur eines wird unterschlagen: Für frühere Modelle gab es zwei Netzteile, die jetzt im Handel befindlichen
Tritton AX Pro haben allerdings nur noch ein Netzteil, dessen Strom dann per Y-Kabel aufgeteilt wird. Die Anleitung erwähnt zwar den Anschluss des Netzkabels an die Decoderbox, nicht jedoch, dass das andere Kabel an den Kopfhörer angeschlossen werden muss. Kleiner Fauxpas, der sich allerdings leicht selber rausfinden lässt. Weniger schön: Ihr könnt zwar an der Decoderbox selbige ausschalten, durch den Anschluß des Netzkabels an die Kopfhörer haben diese aber auch dann noch Strom. Hier hilft nur, diese Verbindung bei Spielpausen zu trennen.
Auch der Anschluss an die Konsolen ist mit der Anleitung ein Kinderspiel. Hier offenbart sich allerdings auch schnell ein Designfehler des
Tritton AX Pro, bzw dessen Decoderbox: Zwar können zwei Headsets angeschlossen werden und auch ein Ausgang zur eigenen Soundanlage existiert - aber nur ein einziger optischer Eingang! Das ist natürlich ein wenig blöd gemacht - um Xbox 360 und PlayStation 3 gleichzeitig anschließen zu können, benötigt ihr einen Y-Stecker und ein zusätzliches optisches Kabel. Alles nicht teuer, aber ein zweiter optischer Eingang wäre praktischer gewesen.
Ich steh' auf der Leitung
Ein Vorteil kabelgebundener Kopfhörer wie eben dem
Tritton AX Pro ist sicherlich die Stabilität der Verbindung. Während viele kabellose Kopfhörer schnell mal die Verbindung verlieren, kann dies hier nicht auftreten. Der Nachteil allerdings ist das Kabelgewirr, dass sich um euer TV-Gerät herum einfindet. Bei cleverer Verlegung lässt sich das aber gut verstecken. Dabei solltet ihr darauf achten, dass ihr die Decoderbox erreichbar haltet. Diese verfügt nämlich über einige Bedienelemente, die ihr zwar nicht häufig, aber doch ab und an benötigen werdet. So etwa eine Lautstärke-Vorregelung und kleinere Feineinstellungen. Die Fernbedienung des
Tritton AX Pro ist hingegen immer schnell griffbereit am Kabel zum Headset selber angebracht. Ihr könnt damit Front, Rear, Center und Sub getrennt lauter und leiser einstellen. Die Zeit dazu solltet ihr euch unbedingt nehmen - erst richtig eingestellt entfaltet sich die volle Klangwirkung.
Und die kann sich sehen beziehungsweise hören lassen. Das
Tritton AX Pro steht in Sachen Klang den Konkurrenzprodukten in keinster Weise nach. Gerade bei Multiplayer-Shootern wie
»Call of Duty: Black Ops wird das Headset schnell zu einem taktischen Vorteil. Ihr hört präzise durch Schritte und Nachladegeräusche, wo sich euer Gegner gerade befindet. Solltet ihr euch schonmal gefragt haben, warum sich mancher Gegner unvermittelt umgedreht hat, wenn ihr hinter ihm hergerannt seid: Hier ist die Antwort! Aber auch Offline-Spieler genießen Vorteile. Gerade im Grusel- oder Horrorgenre, wie etwa
»Dead Space 2 oder
»Alan Wake, gewinnt die Atmosphäre ungeheuer an Dichte. Allerdings hängt das Spielvergnügen natürlich stark von der Klangkodierung ab. Wenn das jeweilige Spiel entsprechende direktionale Effekte nicht oder nur schwach liefert, kann auch das beste Headset da nicht mehr rausholen.
Und hier liegt ein kleiner Knackpunkt des Systems: Die Decoderbox beherrscht Dolby Digital 5.1 und Dolby Pro Logic. Das Konkurrenzsystem, DTS, allerdings nicht. Für reine Zocker stellt das eigentlich kein Problem dar, für Filmfreunde allerdings schon. So kommen zwar nahezu alle Spiele in Dolby Digital daher, bei den Filmen sieht das mitunter aber anders aus: Zig Blu-rays setzen etwa auf DTS oder DTS HD. Hier kommt ihr also nicht in den Genuss des vollen Klangerlebnisses.
Hallo, Echo...
Natürlich gehört zum
Tritton AX Pro auch ein Mikrofon. Das wird durch einen Klinkenstecker an die linke Ohrmuschel angeschlossen und wird dort recht fest gehalten. "Fest" ist definitiv auch das richtige Stichwort: Das Mikro ist recht starr und kann eigentlich nur durch Drehung an der Befestigung justiert werden. Um den Ingame-Chat zu nutzen, müsst ihr auf der PlayStation 3 die Decoderbox an den USB-Port der Konsole anschließen, bei der Xbox 360 verbindet ein Kabel euer Pad mit der Fernbedienung des Headsets. Und das Mikro tut seinen Dienst wirklich gut! Über die Fernbedienung könnt ihr das Mikro stummschalten und auch die Lautstärke eurer Mitspieler. Dabei solltet ihr euch etwas zurückhalten: Ist die Lautstärke zu hoch eingestellt, bekommen eure Freunde sich selbst über euch als Echo zu hören. Das bedingt unter Umständen dann auch eine Reduzierung der Spiellautstärke, schließlich wollt ihr eure Kameraden ja noch hören können. Feintuning ist also unerlässlich.
Was aber definitiv stimmt am
Tritton AX Pro ist der Tragekomfort: Trotz seiner wuchtigen Erscheinung wird das Gewicht des Headsets durch ein Polster gut verteilt. Auch die Ohrmuscheln pressen sich nicht allzu stark an den Kopf, zudem umschließen die Polster die Hör-Organe vollständig. Auch bei längeren Gamingsessions wird so ein unangenehmes Tragegefühl vermieden.
Ausgezeichnet mit den folgenden GameRadio-Awards:
