Yamamoto Hideo´s „Ichi the Killer“, jap. „Koroshiya 1“, ist einer der brutalsten Mangas, die man auf dem Markt findet. Wollte Hideo mit dem zehn Bände umfassenden Manga nur seine kranken Phantasien aufs Papier bringen oder steckt eine tiefere Botschaft hinter der Fassade aus Mord, Blut und Perversion? Das alles erfahrt ihr hier in unserem Review.
Kabukichou Ichiban Machi
Hideos Manga spielt im so genannten „Kabukichou Ichiban Machi“. Übersetzt heißt das „Rotlichtbezirk von Kabukichou“. Selbst Polizisten wagen sich kaum in diese Gegend, da sie von rivalisierenden Yakuza-Clans beherrscht wird und Mord und Totschlag hier die Regel sind. Ichi Niichan, die 22 jährige Hauptperson, ist ein ruhiger, in sich zurückgezogener Mensch, der kaum Freunde hat. Ichi ist sehr labil, muss ständig weinen, und trägt eine traurige Vergangenheit mit sich. Zu Schulzeiten wurde Ichi oft gehänselt und geschlagen. Um nicht wieder in solche Situationen kommen zu können, übt sich Ichi im Kampfsport und das sehr effektiv.
Ol Geeza, eine Art Geschäftsmann im Rotlichtbezirk, nutzt Ichi´s Naivität aus. Ol Geeza gibt sich als Ichis Onkel aus und erzählt ihm ständig von Männern, die früher andere Kinder gehänselt haben oder Schwächere schlagen. So entsteht in Ichi Hass auf diese Männer, da er an seine eigene Kindheit erinnert wird. Diesen Hass lässt er dann auch an ihnen aus. Mit seinem „Kampfanzug“ tötet er die Männer nicht nur, sondern richtet ein grausames Gemetzel an.
Der Manga beginnt damit, dass Ichi den Anführer des Anjou Clans tötet. Der Anjou Clan ist der mächtigste Clan in Kabukichou unter dessen Kontrolle sich ebenfalls die Porno-Video-Branche befindet. „Ol Geeza“ säubert mit seinen Männern anschließend die Wohnung und stiehlt drei Millionen Yen. Maabu, ebenfalls ein Mitglied des Anjou Clans heimlicher Geliebter und Untergebener des Toten, schwört Rache. Er weiß nichts über den Killer, außer dass er Ichi heißt. Damit beginnt die Jagd. Doch bis Maabu Ichi findet, ist es ein langer, grausamer Weg. Und Dieser Weg ist gepflastert mit endlosem Blutvergießen, abartiger Folter und unzähligen Perversionen.
Der Manga, der 2002 auch von Takashi Miike verfilmt wurde, führt von Gemetzel über Vergewaltigung bis hin zum „Happy End“. Der gleichnamige Film hat viele Elemente daraus übernommen. Jedoch geht ein großer Teil der Handlung verloren und die Leinwandversion besteht fast nur noch aus sinnloser Brutalität. Liest man jedoch vorher den Manga, ist es schon verblüffend, wie ähnlich die Schauspieler ihren gezeichneten Vorlagen sind.
Masochisten und Sadisten
Hideo verwendet bei „Koroshiya Ichi“ einen sehr realistischen Zeichenstil. Jeder Character hat seine eigenen besonderen Merkmale. Man erkennt ihr Leiden in den Gesichtern, wenn sie Geschlagen und Misshandelt werden. Man sieht die Freude in Maabus´s Augen, wenn er geschlagen wird. Es gibt wirklich keinen Teil der menschlichen Anatomie, die Hideo nicht detailgetreu gezeichnet hätte. Ob nun Finger und Arme oder einfach nur die Innereien der Opfer- Hideo lässt keine Details aus. Auch wenn die Bilder manchmal Ekel bewirken, erreicht Hideo dennoch das, was sich jeder Zeichner und Maler wünscht: unvergessliche Bilder kreieren. Neben der Realverfilmung ist ebenfalls eine ca. 30-minütige Anime-OVA erschienen.