Diese Woche steht bei mir voll und ganz im Zeichen von Rayman. Der Einladung von Ubisoft nach Köln bin ich gerne gefolgt. Vor allem um mir Kracher wie Assassin’s Creed 3 oder Far Cry 3 anzusehen. Keine Frage, beides werden aller Voraussicht nach ganz fantastische Spiele, doch einen bleibenden Eindruck hat bei mir vor allem der kleine Rayman hinterlassen. Nachdem ich mich nun schon dem mittlerweile leider auf 2013 verschobenen Rayman Legends für die Wii U gewidmet habe, möchte ich euch nun den kleinen Bruder Rayman Jungle Run für iOS und Android vorstellen.
Wenn Spieleserien der großen Konsolen auf Smartphones und Tablets portiert werden erwartet uns häufig eine Enttäuschung. Meist ist vom guten Gameplay nicht mehr viel übrig geblieben. Zehn Buttons, zwei Analogsticks sowie ein Digikreuz lassen sich eben doch nur unzureichend auf einem Touchscreen darstellen. Deshalb gleich vorweg eine frohe Botschaft: Bei
Rayman Jungle Run handelt es sich nicht um eine einfache Umsetzung eines Konsolenvorbilds, sondern um eine vollkommen eigenständige Entwicklung.
Mehr als ein Klon von Temple Run
Das Konzept hinter
Rayman Jungle Run ist simpel. Wie schon bei vielen anderen Smartphone- und Tabletspielen läuft auch Rayman ohne euer Zutun von links nach rechts. Doch anders als bei
Temple Run & Co. handelt es sich hier nicht um einen der mittlerweile zahllosen Endless-Runner. In
Rayman Jungle Run ist das Spiel in viele kleine Abschnitte unterteilt, die bereits nach wenigen Minuten ihr Ende finden. Perfekt also für ein kleines Spielchen unterwegs.
Dabei könnte es sich optisch gesehen beim kleinen Smartphone-Ableger tatsächlich um eine Kopie von
Rayman Origins handeln. Im Vergleich zur Vita-Version, die ich im Moment in hoher Rotation spiele, muss die iOS- bzw. Androidversion keine Abstriche machen. Die sympathische und kunterbunte Comicgrafik bewahrt ihren Charme auch auf dem Telefon.
Einfache Bedienung mit hohem Spaßfaktor
Die Komplexität eines
Rayman Origins erreicht der vorliegende Titel natürlich nicht, dafür kommt er aber auch lange Zeit mit nur einem einzigen Button aus. Erst in späteren Leveln muss sich der Spieler auch um einen zweiten Button kümmern. Umso erstaunlicher, dass dem Ubisoft-Urgestein doch so viele seiner Fähigkeiten in
Jungle Run geblieben sind. Wie schon beim großen Konsolenvorbild beherrscht Rayman das Fliegen, den Walljump und kann mit einem Schlag seine Gegner außer Gefecht setzen. Zu Beginn des Spiels muss sich Rayman allerdings mit seinen Basisfähigkeiten begnügen. Außer seinem normalen Sprung, der mit einer einfachen Berührung des Touchscreens aktiviert wird, stehen ihm keine weiteren Mittel zur Verfügung. Bevor er sich mit dem Fliegen seine zweite Fähigkeit anlernt, gilt es die erste Welt zu durchstehen. Dies hat den klaren Vorteil, dass sich der Spieler mit der Steuerung in aller Ruhe vertraut machen kann, bevor diese Stück für Stück komplexer wird. Zum Glück bleibt jedoch auch in den letzten Leveln immer alles ganz fair, so dass man sich wünscht, man könnte einen Controller an sein Handy anschließen.
Rayman auf Highscorejagd
Für unsere Hüpfspiel-Ikone geht es in jedem Abschnitt darum möglichst viele der jeweils 100 gelben Grinsegesichter, die ihr schon aus
Rayman Origins kennt, einzusammeln. Da sich unser Rayman allerdings immer stur von rechts nach links bewegt, ist dies mitunter gar nicht so einfach. Denn seid ihr einmal an euren Zielen vorbeigelaufen, gibt es keinen Weg mehr zurück. Wer sich also das Ziel gesetzt hat, alle Level mit voller Punktzahl zu absolvieren, wird wohl nicht umhin kommen, sich die Laufwege sehr gut einzuprägen.
Mit von der Partie ist in
Rayman Jungle Run auch wieder Gevatter Tod. Für jeden meisterlichen Lauf durch ein Level gibt es einen neuen Zahn für den Sensenmann. Habt ihr fünf davon gesammelt, geht es ins Reich der Toten, wo der Schwierigkeitsgrad deutlich anzieht und ihr unbeschadet zum Levelausgang gelangen müsst.
Überraschend viel Abwechslung
Die Entwickler von Pasta Games haben wirklich viel Liebe zum Detail bewiesen. Nicht nur die stimmungsvolle Optik sorgt für viel Abwechslung. Auch das mit der Zeit immer komplexer werdende Gameplay erweist sich als kluger Schachzug. Immer wenn man gerade denkt, dass es jetzt langsam doch etwas mehr Action bräuchte, kommt ein neues Element hinzu. Erwähnenswert ist auf alle Fälle auch die Musik von
Rayman Jungle Run, dessen Themen dem Vorgänger entliehen sind. Zu guter Letzt haben die Entwickler das Spiel noch mit Online-Highscorelisten versorgt, die jedoch leider nur eure Leistungen aus den Bonusabschnitten aufzeichnen.
Ausgezeichnet mit den folgenden GameRadio-Awards:
