In den Geschichten um 1001 Nacht spielen Dschinn meist eine tragende Rolle. Diesen gleichermaßen mystischen wie geheimnisvollen Wesenheiten werden übernatürliche Kräfte zugeschrieben. Akinator ist ein ebensolcher Flaschengeist und hat eine ganz besondere Gabe. Er errät mit wenigen simplen Fragen die Person, an die wir grade denken. Ob es sich dabei um ein Ammenmärchen handelt oder tatsächlich pure Magie dahinter steckt, erfahrt ihr in unserem Review.
Gedankenleser
"Denken Sie an einen Charakter, reale oder fiktiv, wird es versuchen zu erraten. Werden Sie es wagen, Akinator herauszufordern.". Mit vollmundigen (und grammatikalisch nicht ganz korrekten) Worten wirbt Entwickler Scimob aktuell für seine Top-Applikation
Akinator in den App-Stores. Worte, die vermutlich der eine oder andere zunächst anprangern würde. Die erste kleine Einschränkung folgt auf dem Fuße. Lediglich bekannte Personen und Figuren werden vom
Akinator namentlich erraten. Vater, Mutter, Geschwister und Verwandte kann der Flaschengeist lediglich anonym identifizieren. Bei Freunden und Bekannten rät der orientalische Geist lediglich ins Blaue.
Runde 1: Angelina Jolie
Einschränkungen hin oder her, es wird Zeit für einen ersten Testlauf. Fangen wir mit etwas einfachem an. Fast jeder filmschauende Mensch hat einmal den Namen Angelina Jolie gehört. Für eine hellsehende Wesenheit sollte das daher keine große Aufgabe sein. Tatsächlich hat
Akinator weit weniger Probleme als ich selbst beim Erraten meiner Gedanken. Denn um die Person bestimmen zu können, müssen zahlreiche Fragen zur weiteren Eingrenzung beantwortet werden. Die Angaben zum Geschlecht und Berufsstand stellen dabei weniger eine Herausforderung dar, wohl aber die Beantwortung der Frage nach der Verwandtschaft von Angelina oder der Anzahl ihrer Kinder. Schlussendlich werden (unter Zuhilfenahme von Wikipedia) alle Unklarheiten beseitigt und tatsächlich kann das Programm die richtige Person erraten.
Runde 2: Guybrush Threepwood
Um eine Person erraten zu können, müssen wir also einige Fakten zu ihr kennen. Wer ein Klatschmagazin abonniert hat, wird dabei keine Schwierigkeiten haben. Otto-Normal-Spieler jedoch wird bei der Wahl seiner Person dadurch stark eingeschränkt. Nichtsdestotrotz starten wir einen zweiten Versuch, diesmal in einem etwas anderen Metier. Bei der Beantwortung der nun folgenden Fragen wird eine weitere Schwäche von
Akinator offenbar. "Benutzt deine Person Waffen?". Diese Frage kann man durchaus auf mehrere Arten beantworten, denn obwohl der liebenswürdig tollpatschige Pirat in der Regel sein Wort als Waffe einsetzt, trägt er im Rahmen der Beleidigungsduelle durchaus auch blanken Stahl in der Hand. Ein Glück, das einzelne Fragen mit einem schlichten "Ich weiß nicht" übersprungen werden können. Die Kehrseite der Medaille: Mangelhafte Angaben führen in vielen Fällen zur falschen Antwort. Erst die dritte vom Geist benannte Figur ist der von uns gesuchte Pirat.
Bezahlen oder nicht?
Akinator ist als Gratis-App und kostenpflichtige Version in den Stores zu finden. Der Unterschied zu den Versionen verhält sich wie der Unterschied zum Preis. Für 0,79 Cent mehr wird der lästige Werbebanner ausgeblendet, die Einschränkung von 10 Spielen pro Tag wird aufgehoben und diverse kosmetische Verbesserungen sind zu erkennen. Sparsame Handybesitzer können also bedenkenlos den kostenfreien Flaschengeist auf ihr Gerät laden, zumal die Beschränkungen in Bezug auf die möglichen Spiele pro Tag mit einem handelsüblichen Task-Killer, oder durch Neustart des Handys zurückgesetzt werden können.