Ja die 80er! In der DDR wurden die Leute überwacht, scheußliche Frisuren waren in Mode und die Videospielbranche wurde ins Leben gerufen. Auch wenn es einige wenige Ausnahmen gab, waren die Spiele von Anno Dazumal freilich nicht besonders komplex. Mussten sie auch nicht, um ihren ganz eigenen Charme zu versprühen. Eben jene Art von Spielen erlebt aktuell auf dem iPhone ihren zweiten Frühling - Airbase Defender ist zum Beispiel ein typischer Vertreter dieser Art. Das Spielkonzept: simpel. Abwechslung: kaum. Anspruch: gering. Damals konnten solche Titel überzeugen. Können sie das auch noch heute?
Bevor sich der eine oder andere Fragen mag, warum wir im Rahmen des Testberichts auf die 80er zu sprechen kommen: Entwickler CF Trading wirbt für sein neues Spiel
Airbase Defender unter anderem damit:
"Airbase Defender is an old-school action game with an 80´s flair". Um schon ein wenig Spannung vorweg zu nehmen, das Actionspiel erfüllt tatsächlich diese Kriterien. Grafik und Spielprinzip sind simpel wie zu C64-Zeiten. Gleich verhält es sich mit dem Sinn und Ziel des Programms: Verteidige den Luftstützpunkt - und zwar um jeden Preis. Auf eine Geschichte, oder auch nur auf Erklärungen irgendwelcher Art, hat man bewusst verzichtet. Man möchte sich offenbar allein auf das simple Spielkonzept fokussieren. Das ist schnell erklärt. Mit Hilfe eines Flakgeschützes - natürlich unter Kontrolle des Spielers - gilt es, die feindlichen Invasoren aufzuhalten. Diese greifen ausschließlich mit Fußtruppen an. Der mitdenkende Leser wird sicherlich schon erraten haben, das sich diese nicht auf konventionellem Wege - also per Landmarsch - unserer Basis nähern. Mit unserem Flak könnten wir dann nicht viel ausrichten. Ein glücklicher Zufall, dass die Truppen mittels Hubschrauber direkt über unserer Kanone abgeworfen werden. Nach bereits einem Treffer - ob ihr dabei Mensch oder Fallschirm trefft, ist logischerweise egal - segnen die gegnerischen Soldaten das Zeitliche.
Das Spielprinzip von
Airbase Defender erinnert an eine Schießbude auf dem Jahrmarkt, wenngleich letztere etwas mehr Abwechslung bieten kann. Das Spiel kann leidglich drei verschiedene Feindtypen aufweisen. Einerseits stürmen zwei Arten von Fußtruppen der Basis entgegen. Die einen sind grün, fallen in wahren Heerscharen vom Himmel und sind bereits nach einem Schuss passé. Etwas anspruchsvoller sind die roten Einsatztruppen. Erst nach drei Treffern, was angesichts des Zeitdrucks nicht immer leicht zu bewältigen ist, beißen die zähen Männer ins Gras. Der dritte Truppentyp ist der erwähnte Hubschrauber. Diese zeigen sich durch den Beschuss mit Standardflakmunition wenig beeindruckt. Auch nach mehreren Treffen drehen sie eifrig ihre Runden und spucken Welle um Welle an feindlichen Soldaten aus. Um die Flugmaschinen vom Himmel zu holen, braucht es stärkere Kaliber - die Rakete. Per Fingerzeig legt ihr die Flugbahn des Geschosses fest. Nach einer kurzen Verzögerung schließlich schnellt sie den Hubschraubern entgegen. Dank einer mehr als schwammigen Steuerung werdet ihr das ursprünglich angepeilte Ziel vermutlich verfehlen. Ein Problem stellt das dennoch nicht dar, ist doch der Himmel bereits nach wenigen Minuten Spielzeit bereits nur noch hinter den Hubschraubern zu erahnen.
Das Thema Steuerung ist auch beim eigentlichen Flakgeschütz die größte Schwachstelle. Mit leichten Neigungen soll sich die Kanone in die entsprechende Richtung bewegen. Zumindest in der Theorie. In der Praxis hingegen braucht es sehr viel Übung, bis ihr mit der Steuerung der Kanone wirklich warm werdet. Vor allem auf hektische Bewegungen reagiert
Airbase Defender absolut unkontrolliert. Ein schnelles Schwenken der Flak von der einen Seite auf die andere ist daher mit Vorsicht zu genießen. Wenn sich drei Männer seitlich neben eurem Geschütz zusammengerottet haben, habt ihr das Spiel verloren. Um dem entgegenzuwirken, könnt ihr auf eine besonders effektive Bombe zurückgreifen. Durch das Schütteln des iPhones löst ihr sie aus.