Marktneuling XS Games hat vor wenigen Wochen sein Erstlingswerk in den AppStore gebracht. Mit einer bombastischen Grafik, durchdachtem Gameplay und ansprechender Story setzt das Studio alles daran, iPhone-Besitzer bereits von Anfang an von den Qualitäten der Spieleschmiede zu überzeugen. The Red Star ist der Name des Debüt-Titels. Wir haben uns die Weltraumballerei angesehen und verraten euch, ob der Einstieg des Spielentwicklers XS Games erfolgreich war.
Unangemeldeter Besuch
Allein der Name
The Red Star lässt schon Rückschlüsse auf die Parteien zu, die im neuen Machwerk des Entwicklerteams XS Games eine gewichtige Rolle spielen. Auch wenn die rote Armee nicht direkt genannt wird, sind die Parallelen unübersehbar. Nichtsdestoweniger nimmt die „rote Flotte“ der aggressiven Vereinigung Troika Kurs auf die Raumstation RSS Konstantinov. Die Besatzung der Raumstation ist nicht unbedingt begeistert von dem unangemeldeten Auftritt des Troika, mehr noch: Sie verfallen in Panik. Ihr schlüpft in die Rolle eines Offiziers der RSS Konstantinov und habt nun das Zurückschlagen der roten Flotte zum Auftrag.
Schwieriger geht's nimmer
Bereits in der ersten Mission, die gleichzeitig auch als Tutorial dient, werdet ihr all euer Geschick aufbringen müssen, um den Zerstörer Kiselev-Aggressor zu verschrotten. Zwar stellen die sich euch entgegentretenden Fußsoldaten keine ernsthafte Bedrohung dar, die Zwischen- und Endbosse hingegen sehr wohl. Bei jedem Boss in
The Red Star ist eine besondere Vorgehensweise von Nöten. Der Zerstörer beispielsweise entblößt während eines Rundum-Angriffs seine einzige Schwachstelle – den Energiekern. Während dieser Angriffsphase gilt es nicht nur den Kugeln auszuweichen, sondern auch den Energiekern per Fernkampfwaffe zuzusetzen – keine leichte Aufgabe. Vor allem Gerne-unerfahrenen Spieler werden des Öfteren ins Gras beißen und das wiederum heißt: Von vorn anfangen. Speicherpunkte innerhalb der Missionen sucht ihr vergeblich – das sorgt für Frust. In diesem Punkt müssen die Entwickler dringend einlenken, kann doch ein einzelner Auftrag rund 20 Minuten dauern.
Vielfalt
Zu Beginn von
The Red Star stehen euch zwei Helden zur Auswahl. Makita ist mit ihren leichten Pistolen und Sichelklinge sehr schnell und leichtfüßig unterwegs. Behände weicht sie Angriffen aus und teilt ihrerseits flink im Nahkampf aus. Kyuzo hingegen ist der Mann fürs Grobe. Per Doppelklingenschwert reißt der Hüne seine Feinde gleich reihenweise von den Beinen. Vor allem sein Rundumangriff lässt die Gegner erzittern, ist aber vergleichsweise behäbig wenn es mehrere Gegner zu bekämpfen gilt. Durch die verschiedenen Stärken und Schwächen spielen sich die Charaktere komplett anders und motivieren so zu mehrmaligem Durchspielen – sehr gelungen. Darüber hinaus könnt im Spielverlauf einen Dritten Helden freispielen.
Einkaufsbummel
Weitere Abwechslung bringt der Shop mit sich, den ihr nach Beendigung einer Mission aufsuchen könnt. Neben nützlichen Upgrades wie Panzerungen und Nahkampfverbesserungen stehen hier auch neue Waffen zum Verkauf. Der Flammenwerfer beispielsweise brennt sich effektiv durch Gegneransammlungen. Natürlich werden auch größere Kaliber feil geboten, sofern ihr sie bezahlen könnt. Geld gibt es in
The Red Star stets nur nach Erfüllung eines Auftrages. Die Höhe eures Lohns hängt davon ab, wie ihr euch im Verlauf der Mission geschlagen habt. Seid ihr grade so mit dem Leben davon gekommen, werdet ihr euch erst nach vielen weiteren Aufträgen eine schicke neue Puste zulegen können. Seid ihr hingegen dominierend aus der Aufgabe heraus gegangen stehen euch Verbesserungen und Waffen schon sehr schnell zu Verfügung.
Träge Helden und technische Macken
Neben dem Schwierigkeitsgrad fällt vor allem die Steuerung negativ auf. Ähnlich einer Maus müsst ihr zum Bewegen eures Avatars den Finger in die entsprechende Richtung ziehen. Klingt einfach, ist es auch. Das Problem hierbei ist, das ihr mit euren Fingern stets das Sichtfeld blockiert. Vor allem bei Bossgegnern führt das zu einem vorzeitigen Ableben. Darüber hinaus erscheint die Steuerung nicht ausreichend präzise für das Spiel. Immer wieder werdet ihr den Cursor neu aufgreifen und verschieben müssen. Zudem bewegen sich sowohl Makita als auch Kyuzo sehr schwammig durch die Levels. Erst nach einigen Augenblicken setzen sie sich in Bewegung - hier gibt es großen Nachholbedarf! Ein weiterer Störfaktor von
The Red Star liegt in der Hardware. Erst ab dem iPhone 3Gs ist ein rundum flüssiges Spielen möglich. Auf den älteren Geräten ruckelt das Spiel teils stark. Weil das aber vergleichsweise selten auftritt, ist dieser Punkt zu verschmerzen.