Anno hat sich seit der Erstveröffentlichung im Jahre 1998 zu der erfolgreichsten deutschen Strategieserie entwickelt. Bereits mit Anno 1602 gelang dem Entwicklerteam Max Design das, wovon die meisten Spieleschmieden nur träumen: Horrende Verkaufszahlen, sowie eine zahlreiche und treue Fangemeinde. Kein Wunder also, dass sich die Serie längst auch auf anderen Systemen breit gemacht hat. Nintendo DS, Wii und mit Anno: Hafenmeister nun auch auf dem iPhone.
Auf zu neuen Ufern?
Nein nicht ganz. Wer hinter
Anno: Hafenmeister eine komplexe Aufbausimulation erwartet, wird enttäuscht. Ihr spielt nicht, wie bei den großen Brüdern
»Anno 1701 oder
»Anno 1404 Pionier und Stadthalter, sondern mimt Hafenmeister. In Kingsport, einer kleinen lauschigen Stadt, in der vor allem Siedler wohnen, habt ihr nun die Aufgabe übertragen bekommen, die eingehenden Handelsschiffe zu koordinieren. Das ist zu Beginn nicht besonderes anspruchsvoll, gibt es doch nur zwei kleine Docks. Dementsprechend könnt ihr nur kleine Handels- und Kriegsschiffe abfertigen. Per Fingerzeig werden den wartenden Schiffen passende Landestege zugewiesen. Dort werden dann die geladenen Waren entladen. Davon gibt es zunächst nur zwei. Die von Bord geschafften Güter werden anschließend im Lagerhaus zwischengelagert.
Doch was macht einen Handel aus? Genau! Der Austausch von Handelswaren. Daher müssen die inzwischen ungeladenen Schiffe mit neuen Gütern ausgestattet werden. Ein Symbol oberhalb des Kahns deutet an, welche Art von Gütern verlangt wird. Habt ihr ausreichend davon eingelagert, könnt ihr diese - abermals per Fingerzeig - auf das Schiff buckeln lassen. Ist alles verstaut, macht sich das Schiff auf die Reise und das Dock ist für den nächsten Kunden bereit. Das geht relativ flott von der Hand. Sehr schnell jedoch steigt der Schwierigkeitsgrad an. Vor allem beim Handel mit drei verschiedenen Waren kann man schnell ins Schwitzen kommen.
Gold, Gold und noch mehr Gold
Jedes mal, wenn ihr ein Schiff be- oder entladen habt, fließt ein bestimmter Goldbetrag auf eurer Konto. Die Höhe ist von zwei Faktoren abhängig: Der Größe des Schiffs und dem Trinkgeld. Letzteres bekommt ihr für das schnelle Abfertigen der Kunden. Diese sind allerdings nicht immer großzügig. Die älteren, orientalischen Händler sind für ihren Geiz bekannt, während junge, westliche Seeleute deutlich spendabler auftreten. Natürlich gilt auch hier: Je größer das Schiff, desto höher das Trinkgeld. Gold spielt bei
Anno: Hafenmeister eine zentrale Rolle. Denn in jeder Mission ist das Ziel das gleiche: Sammle bis Tagesende eine bestimmte Menge Gold. Eventuell zu viel eingelagerte Ware werden am Ende des Tages verkauft, auch wenn diese nur recht wenig Münzen in eure Kassen spülen. Eine kleine Anzeige am unteren Bildschirmrand gibt Auskunft darüber, wie es um eure Finanzen steht.
Der schnöde Mammon dient in
Anno: Hafenmeister allerdings nicht nur zur Erreichung des Tagesziels, sondern auch für die Reparatur des Docks. Stege aus Stein sind zwar sehr beständig, Holzdocks hingegen müssen nahezu täglich ausgebessert werden.
Aufstieg
Das ihr in einem verschlafenen Nest wie Kingsport keine großen Gewinne einfahren könnt, wird euch sehr schnell klar. Schon nach den ersten erfolgreichen Tagen in
Anno: Hafenmeister verschlägt es euch nach Shapur el Sheik. Die dortigen Hafenanlagen sind ungleich besser ausgebaut und bieten sogar für große Schiffe ausreichend Platz. Zudem werden hier andere und weit wertvollere Waren gehandelt. Doch schon kurz nachdem ihr euch dort eingelebt habt, zieht Ärger mit den Korsaren auf. Wie ihr sehen könnt, wird
Anno: Hafenmeister in eine kurze Geschichte eingewebt. Neben Kingsport und Shapur El
Sheik verschlägt es euch auch in eine Korsarensiedlung und – wie könnte es anders sein - nach Venedig. Die Geschichte um den Hafenmeister wird in kleinen Storyschnipseln erzählt. Trotz des geringen Tiefgangs und Umfangs ist sie doch eine nette Dreingabe und liefert zudem hilfreiche Hinweise zur Mission.