Metal Gear Solid genießt seit Veröffentlichung des ersten Teils im Jahre 1998, damals noch auf der Playstation 1, Kultstatus. Jedes Spiel der Reihe verkaufte sich mehrere hunderttausend Mal. Das nun auch ein Teil für das iPhone erschienen ist, verwundert da nicht. Doch kann die Umsetzung für das Handheld von Apple mit den grandiosen Vorgängern mithalten?
Grafikmonster
Metal Gear Solid touch ist satte 350 MB groß. Das liegt vor allem an der anspruchsvollen Grafik. Selten hat ein iPhone-Spiel so gut ausgesehen. Hochauflösende Hintergründe, Texturen und Animationen fordern ihren Tribut. Einziges Manko in Sachen Grafik: Die Effekte, vor allem bei den Explosionen, fallen verhältnismäßig mau aus. Hier hätte Konami einiges mehr herausholen können. Das Leveldesign hingegen ist sehr gelungen. Die verschiedenen Schauplätze sind allesamt sehr detailiert und fügen sich stimmig in das Gesamtbild ein. Auch die musikalische Untermalung überzeugt, denn diese wurde größtenteils aus dem Originalvorbild übernommen.
Leider hat das Spiel sonst recht wenig mit den Vorgängern gemeinsam, welche auf der Playstation erschienen sind.
Metal Gear Solid touch ist ein simpler Shooter. Schleicheinlagen oder Rätsel sucht ihr hier vergebens. Viel mehr erinnert der Titel an die Schießbude auf dem Jahrmarkt. Die Aufgabe ist in jeder der 20 Missionen mehr oder weniger die gleiche: Vernichte alle Feinde. Diese stellen sich brav vor euch auf und warten stets einige Sekunden bis sie das Feuer eröffnen. Dieses Prinzip zieht sich über alle Spielabschnitte; lediglich die schwer gepanzerten Einheiten, sowie die Bosskämpfe bieten etwas Abwechslung. So können Erstere nur durch Raketenwerfer verwundet werden, welche ihr durch das Abschießen von Fröschen oder Enten (ja ihr habt richtig gelesen; was sich die Entwickler dabei gedacht haben, frage ich mich noch immer), die gelegentlich im Schussfeld auftauchen, erhaltet.
Um zu Feuern, zielt ihr mit den Fingern auf den Feind und tippt das Display an. Weit entfernte Soldaten können nur mit dem Scharfschützengewehr getroffen werden. Um dieses zu benutzen, müsst ihr zunächst die Waffe mittels Auseinanderziehen der Finger wechseln. Das kann mitunter sehr problematisch werden, denn nicht immer wird dieser Befehl vom Spiel akzeptiert; wertvolle Zeit geht verloren.
Maue Story
Auch bei der Story kann
Metal Gear Solid touch nicht überzeugen. Die von der Spielereihe sonst gewohnt gute Geschichte, zeigt sich auf der iPhone-Variante von ihrer schlechten Seite. Vor jedem Level erhaltet ihr kurze Storyschnipsel, sowie Informationen zur Karte selbst in Form von Texteinblendungen. Während letzteres noch sinnvoll erscheint, dümpelt die Story selbst vor sich hin; vor allem Serien-Neulinge werden absolut keinen Durchblick bekommen. Das Spiel wirft nur so mit Ereignissen, Organisationen und Namen von Charakteren um sich, die aus den anderen
Metal Gear-Teilen bekannt sind.