Zur Zeit grassiert ein eigenartiges Phänomen im AppStore: Doodle Jump. Seit der Veröffentlichung hat sich das Spiel tausendfach verkauft und findet noch immer weitere begeisterte Anhänger. Doch was steckt dahinter und was macht die Begeisterung aus?
Es muss nicht immer komplex sein.
Ein karriertes Blatt Papier als Hintergrund, die Spielfiguren sehen aus wie die Skizzen eines gelangweilten Schülers der Mittelstufe und verschieden farbige Wolken als zentrales Spielelement.
Doodle Jump sieht auf den ersten Blick aus wie ein billiges Flash Game. Auf den zweiten allerdings fesselt es ungemein; trotz seines simplen Aufbaus und Inhalts. Das Spielprinzip ist einfach erklärt: Ihr müsst euren Doodle, ein kleines kopfgroßes Etwas mit sechs Beinen und einer trichterförmigen Nase, möglichst hoch hinaus bringen. Der kleine Kerl bewegt sich grundsätzlich springend voran. Um in luftige Höhen zu steigen, hüpft er von einer Wolke zur anderen. Allerdings haben diese, je nach Farbe, unterschiedliche Eigenschaften. So können braune Exemplare nicht benutzt werden, da sie bei Berührung sofort zerfallen, während blaue dauerhaft in Bewegung sind und somit schwerer zu erreichen. Richtig kniffelig wird es, wenn ihr die ersten Meter unter euch gelassen habt und auf die rosa, sowie weißen Wolken trefft. Erstere zerstören sich nach gewisser Zeit selbst; hier ist also vor allem Schnelligkeit gefragt. Zweitere zerbrechen bereits nach dem ersten Sprung. Neben instabilen und sich bewegenden Wolken machen euch zudem eigenartig aussehende Monster das Leben schwer.
Prallt ihr gegen einen von diesen, ist das Spiel beendet und ihr müsst von vorn anfangen. Um den Aufstieg etwas zu erleichtern, haben die Entwickler diverse Hilfsmittel in
Doodle Jump eingebaut: Sprungfedern katapultieren euren Doodle lediglich einige Meter in die Höhe. Die Schirmmütze mit angebautem Rotor hingegen bringt euch ein gutes Stück weiter nach oben. Findet ihr eines der seltenen Jetpacks, könnt ihr gar ganze Levelabschnitte überfliegen.
Suchtfaktor
Der Suchtfaktor von
Doodle Jump kommt vor allem durch das einfache Spielprinzip zustande. Auch die Steuerung ist bereits in wenigen Sekunden in Fleisch und Blut übergegangen. Da eine Partie in der Regel nur wenige Minuten dauert, ist der Frust über den Absturz eures Schützlings nicht sehr hoch. Viel mehr motiviert es dazu, einen neuen Versuch zu starten. Onlineranglisten und die Möglichkeit, Highscores direkt auf Twitter und Facebook hochzuladen, bieten einen zusätzlichen Anreiz. Darüber hinaus werden diese Highscores, in diesem Falle die erreichte Höhe von Freunden und Bekannten, direkt im laufenden Spiel durch unauffällige Linien am Bildschirmrand eingeblendet. Man kann also sofort sehen, wenn ihr Freunde und Bekannte überflügelt habt. Neben der Einbindung des Spiels in die Community, haben die Programmierer zudem auch gute Arbeit bei der Grafikgestaltung abgeliefert. Monster, Aliens, fliegende Untertassen und sonstige eigenartig anmutende Kreaturen fügen sich passend ein und sehen allesamt urkomisch aus. Leveldesign und Anpassung des Schwierigkeitsgrades sind ebenfalls sehr gelungen; dabei gilt der Grundsatz: Je höher, desto schwerer.
Der Einstieg von
Doodle Jump ist noch sehr einfach gehalten. Lässig springt ihr von einer Wolke zur anderen, keine große Herausforderung. Nach kurzer Zeit allerdings, fangen diese an sich zu bewegen und ihr müsst zudem den von Zeit zu Zeit auftauchenden Monstern ausweichen. Besonders kniffelig ist dabei das Ufo, welches euren Schützling schon aus einiger Entfernung aus dem Spiel „entführt“.
Habt ihr diese Hürden gemeistert, wird eure Fingerfertigkeit auf eine harte Probe gestellt. Nun gilt es einzelne Wolken in die richtige Position zu ziehen, während euer Doodle in der Luft ist. Wie ihr sehen könnt, werden mehr als genug Herausforderungen geboten, damit ihr einige Stunden mit dem Spiel beschäftigt seid.