Direkt nach Start von Krazy Kart Racing fühlt mich sich an alte SNES Zeiten erinnert. Genauer: An Super Mario Kart. Konami kopiert den Funracer von Nintendo und portiert ihn auf das iPhone. Keine schlechte Idee, denn Multiplayer-Rennspiele sind dort bislang kaum vertreten.
Alte Schwächen
Wie bei
Super Mario Kart auch, werden Einzelgänger an
Krazy Kart Racing nur wenig Freude haben. Die Single-Player-Tuniere können nicht lang motivieren und müssen zudem erst freigespielt werden. Gut, nun wird der eine oder andere sagen: "Gerade das macht doch meine Motivation aus". Dem würde ich zustimmen, wäre da nicht der stark schwankende Schwierigkeitsgrad.
Zu Beginn steht euch lediglich ein Tunier zur Verfügung. Erst wenn ihr aus diesem als Sieger hervorgegangen seid, werden weitere freigeschaltet. Um ein Tunier zu gewinnen, müsst ihr nicht nur mehr Siegpunkte in den Rennen erbeutet haben als eure Konkurenten, sondern auch diverse Fahrprüfungen bestehen. Diese sind mitunter sehr abwechslungsreich: So müsst ihr im ersten Tunier zunächst ein Zeitrennen fahren. Habt ihr diese Aufgabe gemeistert, gilt es den amtierenden Cup-Champion in einem Rennen zu besiegen. Diese beiden Prüfungen sind noch leicht zu bewältigen. In der folgenden zieht der Schwierigkeitsgrad allerdings stark an. Hier müsst ihr in einem sogenannten Arenakampf gegen drei Kontrahenten antreten, zu Beginn wird einer der Fahrer mit einer Zeitbombe versehen. Sobald dieser einen anderen Fahrer rammt, wird die Bombe an selbigen weiter gegeben. Wer nach Ablauf der Zeit Träger der Bombe ist, scheidet aus dem Rennen aus.
Leider ist diese Fahrprüfung aufgrund der gewöhnungsbedürftigen Steuerung nur sehr schwer zu bestehen; das Freischalten neuer Strecken artet daher eher in Arbeit aus. Gerade bei Genreneulingen ist hier Frust vorprogrammiert.
Alte Stärken
Spielt ihr
Krazy Kart Racing mit Freunden, sieht das ganze schon wieder anders aus, denn seine wahre Stärke entfaltet das Spiel im Multiplayer-Modus. Dort stellen die Arenakämpfe einen großen Fun-Faktor dar. Vor allem die zweite Arenakampfvariante namens Chicken sorgt für gehässiges Gelächter. Hier fahrt ihr auf einer geraden Rennstrecke an deren Ende ein See, Abgrund, Mauer oder ähnliches Hindernis wartet. Ziel ist es, möglichst nah davor zum Stehen zu kommen. Schafft ihr es nicht, seid ihr aus dem Spiel ausgeschieden. Aber auch die Rennen machen einen Heidenspass. Schwarze Löcher, die Kart und Fahrer in die Tiefe ziehen, Raketen, Blitze und sonstige Fallen sorgen für einen dauerhaften Wechsel der Führungsposition. Selbst auf den hinteren Positionen ist es dank besonders starken Waffen auch kurz vor dem Ziel noch möglich, den Sieg zu erringen.
Das gelungene Streckendesign von
Krazy Kart Racing erlaubt es, Waffen vielfältig einzusetzen und bietet zudem Raum für Abkürzungen und taktische Überholmanöver. Lediglich auf den Rennstrecken im Polareis haben die Entwickler etwas gepfuscht. An einigen Stellen fällt es schwer, zwischen Rennbahn und Wasserfläche zu unterscheiden. Da sich aber der Streckenverlauf sehr schnell einprägen lässt, fällt dieses Manko kaum ins Gewicht. Ärgerlicher ist es da schon, das sich die Renneigenschaften der Karts und Fahrer kaum unterscheiden. In diesem Punkt hätte sich Konami mehr ins Zeug legen können.
Ausgezeichnet mit den folgenden GameRadio-Awards:
