Prinzessin Mononoke von Hayao Miyazaki kam am 12. Februar 1998 erstmals in die Deutschen Kinos und ganze fünf Jahre später, lief der japanische Animationsfilm im Fernsehen. Produziert wurde dieser hochwertige Anime, wie auch schon Chihiros Reise ins Zauberland, von Studio Ghibli, welches von Miyazaki selbst im Jahre 1995 gegründet wurde. Prinzessin Mononoke spielt in einer Welt, in der Menschen, Dämonen und Götter zusammenleben. Ob das gut ausgehen kann, erfahrt ihr in unserem Review.
Menschen gegen Götter
„In vergangenen Zeiten war das Land von Wäldern bedeckt. In dieser vergangenen Zeit lebten die Geister der Götter. Menschen und Tiere lebten zusammen in Harmonie. Doch als die Zeit vorbei war, wurden die meisten Wälder zerstört. Die, die zurückblieben, wurden beherrscht von riesigen Tieren, und sie alle gehörten zum Großen Waldgeist. Seit diesem Tag war es die Zeit der Götter und Dämonen.“
Zu Beginn des Films tötet der junge Prinz Ashitaka einen riesigen Dämonen-Eber, der sein Dorf angreift. Das wilde Ungeheuer belegt den Prinzen daraufhin mit einem grausamen Fluch, der für Ashitaka den sicheren Tod bedeutet, wenn er nicht den Waldgott dazu bringen kann, ihm zu helfen. So macht sich Ashitaka auf den Weg und trifft an einem Fluss das erste Mal auf San die Wolfsprinzessin, ihre Mutter Moro und deren Söhne. Nach dieser etwas unfreundlichen Begegnung, macht sich der Prinz auf in die Eisenhütte. Dort angekommen wird er freudig von den Bewohnern und der „Herrin“ Eboshi empfangen. Ashitaka erfährt, dass der wütende Eber, von Madame Eboshis Eisenkugeln schwer verletzt wurde und aus diesem Grund sein Dorf angegriffen hat. Am Abend stürmt Wolfskind San die Eisenhütte und versucht Madame Eboshi zu töten, jedoch stellt sich ihr Ashitaka in den Weg und schlägt beide bewusstlos. Als San im Wald wieder zu sich kommt, kann sie den Prinzen gerade noch vor ihren angriffslustigen Brüdern beschützen und bringt den verletzten Jungen zum Waldgott. Aufgrund seiner schweren Wunden bleibt Ashitaka einige Zeit bei San und die beiden kommen sich näher. Doch der Frieden währt nicht lange, denn dem Stamm der Wildschweine ist die Ermordung ihres Bruders ein Dorn im Auge. Sie dürsten nach Rache und greifen die Menschen an. Ein erbitterter Krieg bricht aus. Die Menschen versuchen indem sie die Ermordung des Waldgottes planen, die Tiergeister endgültig aus den Wäldern zu vertreiben. Ein Vorhaben mit verheerenden Folgen, denn ohne den Geist des Waldes erlischt alles Leben darin. Ein Kampf um Leben und Tod beginnt.
Die Götter der Animation
Wer Prinzessin Mononoke oder andere Filme von Hayao Miyazaki bereits gesehen hat, welch hohe Produktionsqualität dabei an den Tag gelegt wird. Bei diesem Film übernahm Miyazaki die Regie, schrieb das Drehbuch und zeichnete den Großteil der Bilder selbst. „Mononoke Hime“, wie der Anime im Japanischen heißt, ist noch heute ein Meilenstein der Animationskunst. Besonders die detaillierte Darstellung der Umgebung erinnert den Zuschauer nur zu oft an ein Stillleben. Die Hauptfiguren entsprechen zwar teilweise dem typischen Märchen-Klischee, doch man schließt sie aufgrund der gelungenen Darstellung und Charakterentwicklung schnell in sein Herz. Und schon bald findet man sich völlig mitgerissen mit einer Träne im Augenwinkel wieder. Besonders zart besaitete Gemüter dürfen sich auf eine emotionale Achterbahnfahrt der Extraklasse freuen.
Stimmen des Waldes
Die klassische Musikuntermalung des Films trägt ebenfalls zur gelungenen Atmosphäre bei und hinterlegt die gezeigten Szenen perfekt. Die Synchronsprecher wurden sorgfältig ausgewählt und verleihen den Charakteren die nötige Glaubhaftigkeit. Ashitaka wird im deutschen von Alexander Brem, bekannt aus Scream und Blade, synchronisiert. San spricht Stefanie Beba, deren Stimme einige vielleicht noch als Sailer Merkur aus Sailer Moon oder als Laura Harris aus Faculty kennen.